Donnerstag, 25. August 2011

Becks letzter Sommer

"Becks letzter Sommer" von Benedict Wells

ISBN 9783257066760
453 Seiten
erschienen am 01.09.2008
bei Diogenes







Inhalt:

Der siebzehnjährige Rauli aus Litauen ist ein Außenseiter in der Klasse, bis sein Musiklehrer Robert Beck bemerkt, dass der Junge eine sagenhafte Begabung hat: Er singt und spielt E-Gitarre wie ein junger Gott. Beck, der selbst als Musiker gescheitert ist, will dem Jungen zu einer steilen Karriere verhelfen. Nicht nur aus Selbstlosigkeit: Als Raulis Entdecker und Manager könnte auch der siebenunddreißigjährige Beck doch noch zur Welt des Glamours zurückfinden. Aber wie Beck hat auch der rätselhafte Rauli seine Geheimnisse. Weitere Akteure: die junge Kellnerin Lara, die ebenfalls dabei ist, die Welt zu erobern, und dagegen ankämpft, sich in Beck zu verlieben. Eine litauische Familie mit undurchsichtiger Vergangenheit. Anna Lind – der »fleischgewordene« erotische Traum eines jeden Lehrers und Schülers. Der hünenhafte Deutschafrikaner Charlie, Becks einziger Freund, in dem ein Philosoph steckt und der gerade als Türsteher gescheitert ist. Und ein alternder Rockstar als Schutzengel. Alle Figuren sind auf einem langen Weg zu sich selbst, und sie werden ankommen – wenn auch nicht immer da, wo man es erwartet. ›Becks letzter Sommer‹ ist Künstlerroman, Roadmovie und Odyssee durch die Anfechtungen von Genialität und Mittelmaß.

Meine Rezension:

Seite A: Die Geschichte gefällt mir gut, auch wenn ich so gar keine Ahnung von Musik und Bob Dylan habe. Natürlich hat man von der Musik gehört und auch schon angehört, aber ich hätte, zugegeben, die Titel nicht erkannt. Die Geschichte an sich baut sich gut auf, so dass man eigentlich nur weiterlesen kann. Am besten gefällt mir die Figur des Charlie. Warum? Ich weiß es auch nicht so genau, vielleicht ist es die Zerrissenheit, das Überfordertsein, die Angst. Charlie habe ich am ehesten vor meinem bildlichen Auge als alle anderen Figuren. Die Sprünge zwischen den verschiedenen Ansichten und Perspektiven lockern den Text auf, allerdings finde ich den Schreibstil so fließend, dass keine Auflockerung notwendig wäre.

Seite B: Leider ist es schon vorbei, aber ich habe gern die Hauptfiguren Lehrer Beck, Chaot Charlie und den litauischen Schülermusiker Rauli auf ihrer Reise begleitet. Die Geschichte hat eine andere Wendung genommen als ich es nach der Seite A gedacht habe.
Die Handlung hat an Dynamik zugenommen und die Reise in die Türkei war teilweise sogar spannend. Teilweise traurig (Charlie), teilweise zweifelnd (Herr Beck) und manchmal doch etwas kitschig, aber insgsamt ist es ein rundum gelungenes Buch, was neugierig macht auf die anderen Werke des Autoren.

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