Samstag, 13. August 2011

Der Mann mit dem Fagott

"Der Mann mit dem Fagott" 
von 
Udo Jürgens


Udo Jürgens und Michaela Moritz

ISBN 9783809024828
702 Seiten
erschienen am 19.08.2004
bei Limes Verlag


Inhalt:

„Die Geschichte meiner Familie hat mich seit meiner Kindheit geprägt und mein Weltbild entscheidend mitbestimmt, die Suche nach ihren Spuren hat mich seit vielen Jahren begleitet, die Idee zu diesem Buch trage ich schon beinahe mein ganzes Leben mit mir herum. Es erzählt die Wahrheit und ist doch ein Roman: Es erzählt die Geschichte so, wie ich sie sehe, sie recherchiert oder erlebt, sie aus den Erzählungen meiner Kindheit und Jugend rekonstruiert habe.“ Udo Jürgens

Meine Rezension:

Als erstes: Ich kann kein einziges Lied von Udo Jürgens mitsingen, ich habe nicht seine Karriere oder sein Privatleben in der Regenbogenpresse verfolgt und begeistere mich auch nicht wirklich für diese Musikrichtung. Und doch habe ich seine Familiengeschichte gelesen und nicht bereut.

Ein dickes Buch vollgepackt mit vielen Geschichten aus der Zeit der Väter und Großväter. Udo Jürgens-Bockelmann startet seine Geschichte im Jahre 1891 und erzählt wie sein Großvater gelebt und gearbeitet hat. Von der Reise nach Rußland, in der Hoffnung, dass man dort besser leben kann. Von dem Aufstieg in Rußland bis zum ersten Weltkrieg. Dann die Flucht und der Versuch eines Neubeginns in Schweden/Deutschlands. Immer wieder werden Kapitel aus seiner Anfangszeit als Musiker dazwischen geschoben und man kann als Leser zum einen der Karriere Udo Jürgens folgen und zum anderen das Leben seiner Vorfahren erkunden. Viele traurige Stationen (erster und zweiter Weltkrieg, Gefangenschaft, Spätheimkehrer) werden aufgearbeitet, aber auch die schönen Seiten des Lebens (Schloß Ottmanach, Musik, Theater, Familie, Liebe) werden erzählt.

Die Autorin Michaela Moritz hat die Erlebnisse gut lesbar zusammengefasst und eine spannende Familiengeschichte daraus gemacht. Man kann sich gut in die Figuren hinversetzen und leidet und freut sich so manches mal mit ihnen. Da ich mich mit Udo Jürgens bisher nicht beschäftigt habe, konnte ich unvoreingenommen an das Buch herangehen. Fans werden das Buch vielleicht mit anderen Augen lesen.

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