Dienstag, 4. Oktober 2011

Guðjón Ólafssons Zeitreise als Laborratte

"Guðjón Ólafssons Zeitreise als Laborratte" von Hermann Stefansson





ISBN 9783940331076
320 Seiten
erschienen am  
bei litteraturverlag roland hoffmann







Inhalt:

Der Schriftsteller Guðjón Ólafsson wacht im Krankenhaus auf, ohne Sprache und ohne Erinnerung daran, wie und warum er dorthin gekommen ist. Sein Vater hilft ihm, den Weg zurück in die Wirklichkeit zu finden, doch um welche Wirklichkeit geht es eigentlich? Allmählich gewinnt Guðjón seine Sprache wieder und findet heraus, dass Helena, die ihm sein Vater als seine Freundin vorstellt, und er am europäischen Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz einem durch Medikamente unterstützten Experiment unterzogen worden sind, bei dem es um Zeitreisen in die Vergangenheit ging.

Meine Rezension:


Ich habe das Buch von der Seite http://www.bloggdeinbuch.de/ zugeschickt bekommen, nachdem ich mir das Buch aussuchen durfte.

Ich bin eigentlich ein Fan von den „kalten“ Autoren, d.h. Autoren aus dem skandinavischen Gebiet oder eben Island. Bisher habe ich auch gute Erfahrungen mit ihren Büchern gemacht und wusste, dass sie einen speziellen Humor bzw. auch Schreibweise haben. Deshalb nahm ich auch an, dass  „Guðjón Ólafssons Zeitreise als Laborratte" von Hermann Stefansson eine gute Wahl wäre.
(Erwerben könnt ihr es unter: http://www.litteraturverlag.com/bestellen.html).

Doch leider erwies sich das Buch als meine bisher langweiligste und enttäuschendste Erfahrung in Sachen isländischer Autoren.

Das Buch beginnt verwirrend und für den Leser durcheinander, denn es gibt keinen so richtigen Einstieg in das Buch. Wenn man den Klapptext nicht gelesen hat, weiß man auf den ersten Seiten nicht, worum es eigentlich gehen könnte. Die ersten Seiten quält man sich durch, in der Hoffnung, dass es besser und interessanter werden könnte. Doch leider erfüllt sich diese Hoffnung nicht, denn der Autor bleibt bei seinem verworrenen Stil und schiebt nur gelegentlich mal ein paar Seiten klarer Handlung dazwischen. Sie handeln meist von der Ex-Freundin Guðjón, Helena, die mit der Situation und dem (Denk-)Verhalten von Guðjón überfordert ist (und nicht nur sie) und dankbar ein Angebot für eine Buchübersetzung annimmt und somit ihm ausweichen kann. Sie selbst gerät dabei auch in das Visier eines krankhaften Mannes, dessen Buchskript sie als schlecht bewertet hat. Nach diesen kurzen Abschnitten des „angenehmen“ Lesens muss der Leser wieder in das Wirrwarr des Verunglückten Guðjón einsteigen und mit ihm leiden, wenn er wieder einmal Realität und Fiktion/Träume nicht auseinander halten kann. Auch die Bezeichnung von Personen mit „der Hinzugekommene“ ist für das Verständnis wenig hilfreich und schafft keine zusätzliche Spannung und Anregung, sondern noch mehr Unverständnis. Der Schreibstil des Autoren strengt sehr an, so dass ein flüssiges Lesen des Buch kaum möglich war.

Ich hätte das Buch bereits nach gut 20 Seiten weglegen können ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Es war für mich eher eine Qual des Lesens als eine Freude. Die Handlung war für mich mehr als chaotisch und unlogisch gewesen. Mit anderen Worten: an den Haaren herbeigezogen. Was wollte mir der Autor vermitteln? Ich weiß es nicht. Und am Ende wollte ich einfach nur fertig werden, um mich anderen Büchern widmen zu können.

Für Leser, die noch nie isländische Autoren gelesen haben, sollte dies kein Einstiegsbuch werden.

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