Montag, 2. Januar 2012

Semesterferien

"Semesterferien" von Christoph Strasser





ISBN 9783942920049
205 Seiten
erschienen am 01.11.2011
bei Unsichtbar- Verlag







Inhalt:

Zugegeben: Studieren ist anstrengend und gar nicht sexy. Wie gut, dass es Semesterferien und den Sommer gibt! Denn dann ist die Zeit, Referate, Seminare und langweilige Hausarbeiten zu vergessen und sich den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu widmen. Auch die Freunde Platon und Jim stürzen sich kopfüber in die vorlesungsfreie Zeit und genießen in vollen Zügen, was diese ihnen zu bieten hat: Einen besten Freund, der Selbstmordgedanken hegt, einen Nebenjob, der einen die Würde kostet und natürlich das quälende Gefühl, wirklich alles im Leben falsch gemacht zu haben. Aber dafür sind Ferien schließlich gemacht, oder?

Meine Rezension:

Die drei Freunde Jim, Lakai und Platon befinden sich in den wohlverdienten Semesterferien und doch haben sie nicht frei. Sie kämpfen um jede Verdienstmöglichkeit, da sie ihr Studium inkl. der Semestergebühren allein finanzieren müssen.

Der Leser wird direkt in die Geschichte hinein geschmissen und läuft mit den drei Jungs mit. Er erlebt, wie Lakai seinen Job im Cafe hasst und mit sich und der Welt nicht so ganz im Reinen ist. Seine Unzufriedenheit und seine Zerrissenheit, Studium wieder aufnehmen oder lassen und ewig im Cafe jobben, wird dem Leser schnell deutlich und spricht wohl auch manchen Studienabbrecher aus der Seele. Seinen Frust ertränkt er immer wieder bei den Sauftouren mit den Freunden oder allein in seiner Wohnung. Seine (scheinbare) Aussichtslosigkeit (ohne Job kein Studium, mit Job keine Zeit für das Studium) wird durch seine depressiven Phasen noch verstärkt und niemand scheint es zu merken (außer der Leser, der ihn bei seinen Alkohol- und Kotzexzessen begleitet).

Während Platon seinen Weg durchaus kennt und außerdem durch seinen Job in einer Tierfutterhandlung das Studium absichern kann. Doch auch ihn trifft es plötzlich und unerwartet und er muss sich drehen, um wieder an Geld zu kommen, denn das neue Semester fängt bald an und die Studiengebühren werden fällig. Seine Bekanntschaft mit Rebecca (neue Nachbarin) scheint jedoch ein Lichtblick zu sein. Denn seine Aggressionen kann Platon nicht immer steuern und kontrollieren und so kommen immer wieder die Fäuste zum Einsatz und damit auch seine ganz eigene Genugtuung und Befriedigung.

Jim scheint ein Mensch des regen Tauschhandels zu sein. Sein Verdienst hängt von seiner Kreativität und seinen Kontakten ab. Durch seine lockere und (scheinbar) entspannte Art ist er das passende Gegenstück zu Lakai. Doch auch er merkt zu spät, dass etwas nicht stimmt.

Das Studentenleben wird hier mal nicht nur durch die rosarote Brille dargestellt, sondern auch die Ängste und Probleme der Studenten (Geldnot, unbezahlte Rechnungen, Druck) aufgezeigt. Der manchmal leicht zynische Ton verstärkt das Gefühl, dass hier nicht alles in Ordnung ist und das bald etwas passieren muss.

Das Buch „Semesterferien“ habe ich als Testlesebuch von BloggdeinBuch bekommen. Es ist aus dem Unsichtbar Verlag und kann käuflich hier erworben werden.

Vielen Dank an den Verlag und BloggdeinBuch!

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