Sonntag, 20. Mai 2012

Fische füttern

"Fische füttern" von Fabio Genovesi


ISBN 9783785724453
432 Seiten
erschienen am 01.03.2012 
bei Bastei Lübbe 








Inhalt:

Fiorenzo träumt von der großen Liebe und will mit seiner Band berühmt werden. Tiziana hat nach einem Studium im Ausland hochfliegende Pläne. Mirko ist ein Ass auf dem Rennrad und macht sich Hoffnungen auf eine Profikarriere. In einem kleinen Dorf in der toskanischen Provinz treffen die drei durch einen Zufall aufeinander und erleben einen Sommer, der ihr Leben für immer verändern wird. Mit Humor, Ironie und Weisheit zeigt Fabio Genovesi, wie seine Helden ihren Platz im Leben finden. Er erzählt von Freundschaft, erster Liebe und Enttäuschung, von Musik, Radsport und Angelei - und davon, dass die besten Dinge oftmals gerade dann geschehen, wenn man sie am wenigsten erwartet.

Meine Rezension:

Mir hat das Cover und der Titel schon gut gefallen. "Fische füttern" ist nun nicht der typische Titel für eine toskanische Geschichte über die Lieben und Leiden von pubertierenden Jungen und schon gar nicht, wenn es um den Radsport geht. 

Gut, ab und an erfährt man etwas über das Angeln - besonders das Angeln im Kanal, deren Fische man vielleicht nicht so wirklich essen möchte und Gott sei Dank wirft Fiorenzo diese auch wieder ins Wasser zurück, aber das Angeln macht hier nicht die komplette Geschichte aus. 

Fiorenzo hat als 14jähriger mit Sachen gespielt, die man lieber liegen lassen sollte und so fehlt ihm nun eine Hand. Doch seinem Lebenswillen hat es nicht geschadet. Er ist schließlich der Sänger einer aufstrebenden Metal Band, die zwar noch keinen Auftritt hatte, aber dafür schon ordentlich von der Bühne gepuht worden ist. Neben der Band sollte sich Fiorenzo noch um sein Abi kümmern und mit seinem Vater ein Angelgeschäft führen, doch so richtig begeistern kann er sich nur für das Angeln, denn Radfahren (seine zweite Leidenschaft) kann er nicht mehr. Dafür rückt Mirko an seine Stelle. Mirko ist ein Einzelgänger, denn er ist zu klug, zu gut und ihm fällt vieles einfach zu leicht, so dass viele ihn nicht mögen, weil er ihnen überlegen zu sein scheint. Dabei ist er nur ein kleiner verschüchterter Junge, der Anerkennung sucht. Mit seinem Radrennerfolg versucht er seinen Platz zu finden und verdrängt dabei Fiorenzo und die anderen Jungs von ihren Positionen.

Das Licht geht so richtig auf, als Fiorenzo Tiziana kennenlernt und so seine geheimen Jungenwünsche in Erfüllung gehen bzw. gehen könnten. Es ist witzig zu lesen, wie linkisch er sich dabei anstellt und immer wieder ins Stottern kommt, wenn es ernst wird. Aber auch Tiziana hat so ihre Probleme mit der Situation, denn sie ist 32 und er erst 19 Jahre. Und sie hatte doch so viel vor...in ihrem Leben. 

Die Geschichten verlaufen parallel und sind doch miteinander verbunden. Genovesi nimmt den Leser mit in ein unbedeutendes Dorf und lässt ihn teilhaben am Leben der Hauptfiguren, welche nicht nur die jungen Leute sind, sondern auch die Alten, die sich gegen Banden wehren, die sie sich selbst erschaffen haben. Witzige und skurille Szenen wechseln sich ab mit traurigen und nachdenklichen Momenten...alles in allem, ein gut zu lesendes Buch, welches ich gern weiterempfehlen kann.

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