Dienstag, 21. August 2012

Da gehen doch nur Bekloppte hin

"Da gehen doch nur Bekloppte hin" von Andrea Jolander



ISBN 9783453200029
221 Seite
erschienen am 15.02.2012 
bei Heyne



















Inhalt:

(K)ein ganz normaler Beruf Stimmt es, dass sich viele Patienten in ihren Psychotherapeuten verlieben und die meisten Therapeuten selbst einen an der Waffel haben? Mit 30 Jahren Berufserfahrung berichtet Andrea Jolander voller Humor und Selbstironie von ihren spannendsten Fällen und lässt uns durch das Schlüsselloch in ihren Praxisalltag schauen. Man muss nicht verrückt sein, um dieses Buch zu lieben! Angenommen, Sie sind Chirurg oder Kernphysiker: Wie würde es Ihnen gefallen, wenn tagein, tagaus Menschen zu Ihnen kämen und Ihnen mit hängenden Schultern und gesenktem Blick erzählten, sie hätten jahrelang vergebens versucht, sich selbst die Gallenblase zu entfernen oder im Keller einen kleinen Fusionsreaktor zusammenzubauen? – Davon kann Andrea Jolander ein Lied singen, denn die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass sie mit ihren psychischen Krisen alleine fertig werden. Unterhaltsam und anschaulich erzählt die erfahrene Psychotherapeutin aus dem Universum ihrer Therapiewelt, von seltsamen nächtlichen Terminabsagen und anderen skurrilen Begebenheiten, und erklärt, warum man niemals den Besuch eines Volkshochschulkurses empfehlen sollte.

Meine Rezension:

Andrea Jolander ist Psychotherapeutin und versucht mit diesem Buch gegen die typischen Klischees und Vorurteile ihres Berufes und ihrer Patienten vorzugehen. Dabei nimmt sie den Leser mit in ihr "Büro" und klärt ihn auf, was Psychotherapie bedeutet, wer sie anbieten darf, welche Unterschiede zwischen Psychoanalyse, Tiefenpsychologie, Verhaltens-psychologie und Neurologie liegen. 

Sie geht auf die allseits beliebten und stets leicht dahin gesagten Begriffe "Bekloppte" und "Normalos" ein. Sie zeigt, wer eine Therapie evtl. bräuchte und wie lange es dauert bis der Mut dazu gefunden wird (nicht ganz unschuldig sind dabei die eben genannten Vorurteile der Anderen). 

Gut erklärt sie das "Ich", "Über-Ich" und "Es" und beschreibt einige Praxissituationen und Missverständnisse. Sie zeigt, dass Fernsehen nicht immer bildet, denn häufig werden hier falsche Eindrücke geschaffen. Gut fand ich auch ihre Tipps und Informationen, wie Betroffene vorgehen können, um eine Therapie zu beantragen und vorallem wie lange es dauern kann bis sich die Erfolge einstellen. 

Insgesamt ein gutes Buch für Laien, die einfach mal wissen wollen, wie das mit der Psychotherapie so läuft und vielleicht auch bereit sind Vorurteile abzubauen oder gar nicht entstehen zu lassen.


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