Sonntag, 30. September 2012

Der Ginsengjäger

"Der Ginsengjäger" von Jeff Talarigo


ISBN 9783630621364
187 Seiten
erschienen am 04.04.2008 
bei Sammlung Luchterhand 









Inhalt: 

Poetisch, ergreifend, erhellend An der Grenze zwischen China und Nordkorea lebt einer der letzten Ginsengjäger, der die Kunst, diese seltene und wertvolle Wurzel aufzuspüren, von seinem Vater gelernt hat, wie dieser wiederum von dem seinen. Der schon ältere Mann führt ein bescheidenes Leben, nur einmal im Monat verlässt er seine Hütte im Wald, um in der nächstgelegenen Stadt einzukaufen und das dortige Bordell zu besuchen. Als er sich in eine junge Prostituierte verliebt, die aus Nordkorea hierher geflohen ist, bekommt seine festgefügte kleine Welt Risse, und er muss schwerwiegende Entscheidungen treffen … Eine bewegende Geschichte über Menschen, die an der Grenze leben – an der Grenze zum Nichts und an der Grenze zum Glück.

Meine Rezension:

Traurig, beklemmend, bedrückend und aufwühlend ist dieses Buch und doch sollte man es lesen. 

Es geht um den Machtkampf zwischen China und Nordkorea und wie dieser auf dem Rücken der Menschen ausgetragen wird. Der letzte Ginsengjäger lebt genau an der Grenze und sucht jedes Jahr aufs neue die Wurzel. Er richtet sein Leben nach der Wurzel und den Jahreszeiten. Bescheiden und sehr zurückgezogen lebt er für sich allein. Einzig sein monatlicher Besuch in der Stadt und der damit verbundene Gang zum Bordell sind seine Abwechslung im Leben. Bis er eine Prostituierte kennenlernt, die ihn durcheinander bringt. Er muss feststellen, dass es ein trauriges und teilweise menschenverachtendes Leben außerhalb seines Radiuses gibt. Die Prostituierte ist eine Geflohene aus Nordkorea. Würde man sie finden, sie müsste sofort wieder zurück. Dann aber erwartet sie wieder das Elend, der Hunger, die Not. Sie erzählt dem Ginsengjäger aus ihrem Leben und ihrem Land...und ab diesem Moment muss der Ginsengjäger erkennen, dass sein Weltbild immer mehr wackelt.

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