Montag, 25. März 2013

Die nachhaltige Pflege von Holzböden

"Die nachhaltige Pflege von Holzböden" von Will Wiles





erschienen am 25. März 2013
im carl`s books Verlag
285 Seiten 
ISBN 9783570585054


Inhalt:

Britischer Humor par excellence: sehr skurril, höchst originell

Oskar ist Komponist moderner Stücke, wie etwa seinen Variationen über Trambahnfahrpläne, und mit einer amerikanischen Kunsthändlerin verheiratet. Er lebt in einer osteuropäischen Hauptstadt mit seinen beiden Katzen, die er nach russischen Komponisten benannt hat. Aber eigentlich geht es in diesem Buch nicht um Oskar, denn der ist gerade in Kalifornien, um sich scheiden zu lassen. Deshalb beauftragt er einen alten Freund aus Studienzeiten, in seiner Abwesenheit auf die exquisit eingerichtete Wohnung aufzupassen, auf dass seine Katzen und besonders der kostbare Holzboden keinen Schaden nehmen. Aber natürlich geht schief, was schiefgehen kann, eine Katastrophe reiht sich an die nächste, und trotzdem geht die Geschichte dann am Ende gut aus.

Meine Rezension:

Schräg, schräger, Oskar. 
Der alte Freund weiß nicht worauf er sich eingelassen hat. Oder doch? Er hat doch mit Oskar zusammengelebt. Früher einmal. Doch es schreckt ihn nicht ab und so übernimmt er die verantwortung für eine Wohnung, zwei Katzen und den Holzboden. Er reist an und muss feststellen, dass die Wohnung sehr edel und teuer eingerichtet ist. Also macht er erstmal einen Rundgang und erfährt, dank der vielen kleinen zauberhaften Post-Its, was er machen darf und was nicht. Dumm nur, dass er die Zettelchen meist erst dann liest, wenn es schon zu spät ist. 

"Sie dürfen aufs Bett, ABER KEINESFALLS AUFS SOFA... Mist. Ich sah hinüber zum Sofa. Die Katzen flackten dort noch immer hochzufrieden und genossen die verbotenen Freuden."

Wer Katzen hat, kann sich jetzt deren kleines feines (fieses) Grinsen sehr gut vorstellen.

Und so geht es munter weiter, was muss er tun, wenn er dieses oder jenes nutzen möchte. Was darf er keinesfalls benutzen. DAS PIANO. Klipper! Und was passiert, wenn etwas auf den guten Boden kommt. 
Es stellt sich ganz automatisch die Frage, wie kann man denn in einer solchen Wohnung leben? Schwebt Oskar über den Boden? Und wer ist er, dass er eine solche Macke hat? 

"Frage: Was nimmt Oskar mit ins Grab?"
Antwort: Einen Untersetzer."

Und so kommt, was kommen muss. Es geht so einiges schief und der arme Freund schlittert von einer Katastrophe in die nächste und kann einem fast schon wieder leid tun. Wenn man nicht immer wieder über genau diese Patzer lachen müsste und schon auf das nächste Malheur warten würde. Auch Oskar wird dem Leser vorgestellt und aus der gemeinsamen Vergangenheit erzählt. Hier erfährt man dann, warum ein Holzboden so wichtig sein kann.

Anfangs sind die Missgeschicke und Katastrophen noch recht witzig und gut geschrieben. Zum Ende zu werden die Gags etwas flacher und zu slapstickmäßig. Zu viel gewollt, zu wild und zu unrealistisch werden die Handlungen von dem Freund und so verschwindet am Ende leider auch etwas von dem Charme des Buches. 



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