Freitag, 7. Juni 2013

Warten auf die Barbaren

"Warten auf die Barbaren" von J.M.Coetzee




erschienen am 01.10.2003 (erstmals 1988)
  Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 9783596155859
284 Seiten

 
Inhalt:

Jahrzehntelang ist der Magistrat ein loyaler Diener des Staates gewesen und hat die Amtsgeschäfte der winzigen Garnisonsstadt in einem Grenzdistrikt des Reiches geführt, ohne sich von der vermeintlichen Bedrohung durch die "Barbaren ", einem benachbarten Nomadenstamm, beirren zu lassen. Als jedoch eine Spezialeinheit der Staatspolizei eintrifft, um den Nachweis für kriegerische Absichten der "Barbaren "zu erbringen, wird er Zeuge der grausamen und ungesetzlichen Behandlung von Gefangenen. Vom Mitleid mit den Opfern aufgerüttelt, will der alte Mann ein Zeichen setzen. Gleichsam in einem Akt privater Wiedergutmachung nimmt er ein schwer misshandeltes "Barbaren "-Mädchen bei sich auf, um es schließlich zu seinem Volk zurückzubringen. Diese Expedition brandmarkt ihn als Verräter, er wird nun seinerseits Opfer von öffentlicher Demütigung und Folter.
 


Meine Rezension:


Ein, für mich, stark beklemmendes und schwer zu lesendes Buch, welches mit seinem Schreibstil und den Worten unter die Haut geht. Man ist mittendrin und leidet mit, ist entsetzt und genauso hilflos wie der Magistrat. Zwischendurch musste ich das Buch beiseite legen, um das Gelesene zu verarbeiten und die Bilder im Kopf zu ordnen. Es ist kein leichtes Buch, es erschüttert, auch wenn man weiß, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt. Denn die Parallelen zu bestimmten Ländern und deren Regierungen sind da und machen deutlich, dass in der Realität so manches beschriebene Verhalten leider doch stattfindet.

Bewertung: 4 ****

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