Samstag, 27. Juli 2013

Mut für zwei

"Mut für zwei" von Julia Malchow


Worum gehts?

 15000 Kilometer allein mit Baby von München durch Sibirien und die Mongolei bis nach Peking, auf der Suche nach einem individuellen, zeitgemäßen Verständnis von Familie.§Mit der Transsibirischen Eisenbahn auf der Suche nach einer Welt für zu Hause jenseits der typischen Familienklischees. Auf diese Reise begibt sich Julia Malchow mit ihrem zehn Monate alten Sohn Levi. Denn Reisen ist für sie mehr als Unterwegssein: der Schlüssel zu neuen Ideen und zum Einssein mit sich selbst. Und genau danach sucht sie nach der Geburt ihres Sohnes, der erst mal alles in Julias Leben auf den Kopf stellt. Aber funktioniert Reisen in abgelegene Winkel auch mit Kind? Ein großes Abenteuer, das mit gängigen Familienvorstellungen aufräumt und den Kopf frei macht für die Welt und für zu Hause.

Mein Eindruck:

Ich bin, was dieses Buch angeht, hin und her gerissen. Einerseits haben mir die Reisebeschreibungen, das Näherbringen von Ländern und Leuten gut gefallen. Auch die Erzählungen aus dem Leben einer Zugfahrenden haben mir gut gefallen, jedoch die Erzählende und ihre Suche nach dem Sinn des Lebens haben mich gestört. Gestört ist vielleicht der falsche Ausdruck...ich konnte die Suche, die Hast und den Zwang nicht nachvollziehen. Das ständige Betonen, dass alle gegen diese Reise waren, das sie meinten sie solle mit dem Baby zu Hause bleiben oder wenigstens eine weniger anstrengende Reise unternehmen. Das wiederholte "Jetzt-erst-Recht" konnte ich nicht verstehen. Ich fand die Bedenken der anderen durchaus angebracht und nachvollziehbar- weniger die chaotische und hektisch wirkende Organisation der Reise.
Durch das ganze Buch wollte sich mir nicht erschließen, warum sie das Ganze nun auf sich nimmt. Um den anderen zu beweisen, dass es geht? Nur deshalb? Und das Einssein mit sich selbst, hat sie es durch die Anstrengungen und Belastungen wirklich gefunden? Aber gerade das Sich-finden-mit-Kind fand ich anstrengend und teilweise nervend, da ich es teilweise nicht nachvollziehen konnte. 
Die Ländergeschichten, die verschiedenen Kulturen, die Beschreibungen der Regionen dagegen waren interessant und machen Lust auf Reisen konnten aber die Zwischentöne leider nicht ausgleichen.

Aufgrund der Zwiespältigkeit gibt es 3 Sterne von 5.

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