Sonntag, 11. August 2013

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

"Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer" 
von Alex Capus




 Was passiert?

Von drei Helden wider Willen erzählt Alex Capus in seinem neuen Roman: Vom Pazifisten Felix Bloch, der nach 1933 in den USA beim Bau der Atombombe hilft. Von Laura d’Oriano, die Sängerin werden will und als alliierte Spionin in Italien endet. Und von Emile Gilliéron, der mit Schliemann nach Troja reist und zum größten Kunstfälscher aller Zeiten wird.


Nur einmal können die drei einander begegnet sein: im November 1924 am Hauptbahnhof Zürich. Doch ihre Wege bleiben auf eigentümliche Weise miteinander verbunden. Capus treibt seinen Erzählstil des faktentreuen Träumens zu neuer Meisterschaft. Heiter und elegant, lakonisch und zart folgt der Erfolgsautor aus der Schweiz den exakt recherchierten Lebensläufen seiner Helden.


Mein Eindruck?

  Wer schon mal ein Buch von Alex Capus gelesen hat, wird sich schon jetzt auf eine schöne und unterhaltsame Geschichte freuen. Alex Capus schreibt so leicht und locker, dass man fast schon durch die Geschichte gleitet. Die Figuren sind toll beschrieben und entwickeln sich innerhalb der Geschichte weiter. Man folgt ihnen durch die ganze Welt und will immer mehr mit ihnen erleben und durchstehen und entdecken.

Capus gibt jeden seiner drei Hauptfiguren etwas mit, was den Leser fasziniert bzw. bindet. Oft staunt man, wer mit wem zusammengearbeitet hat, wer mit wem befreundet war und wie etwas entstanden ist, was die Menschheit so beeinflusst hat. Ich kann nicht sagen, ob diese Fakten immer der Realität entsprechen, aber für diese Geschichte sind sie wunderbar miteinander verknüpft worden. 

Schliemanns Begleiter Emile fand ich besonders herrlich. Fälschen für den Forscher und dessen Ehrgeiz und Gier und dabei selber gut davon leben können. Die leichte Schlitzohrigkeit steckt in allen drei Figuren und man muss schon ab und zu schmunzeln, wie sie diese einsetzen und dabei (manchmal) gewinnen. Stets schwebt über dieser Geschichte dieses Treffen auf dem Bahnhof. Ob sie sich jemals gesehen haben? Ob sie sich wahrgenommen haben? Oder ist es einfach nur der Aufhänger für diese Geschichte? 
Es ist aus meiner Sicht egal, denn die Geschichte ist schön und sehr gut geschrieben. 

Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt und doch findet man sie fast jedes Mal in jedem Kapitel wieder. Alex Capus springt zwischen seinen Figuren hin und her und strickt dort mal eine Reihe weiter und da mal ein wenig. Und doch kann man ihm gut folgen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Seit längerer Zeit mal wieder ein 5 Sterne Buch, welches sehr gut unterhält, einen schönen leichten Schreibstil hat und wunderbare Bilder schafft. 


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