Sonntag, 20. Oktober 2013

Das Wesen der Dinge und der Liebe

"Das Wesen der Dinge und der Liebe" von Elizabeth Gilbert



erschienen am 01.10.2013
Bloomsbury Verlag
ISBN 9783827011565
705 Seiten

Worum gehts?

 Nach ihrem Weltbestseller "Eat, Pray, Love" meldet sich Elizabeth Gilbert mit einem
großartigen Roman zurück. 
"Das Wesen der Dinge und der Liebe" erzählt die Geschichte
von Alma Whittaker, einer Frau, die sich den Pflanzen verschrieb, die Naturgesetze
erforschte und versuchte, das Wesen der Liebe zu ergründen.
Am Ende ihres Lebens wird Alma auf ein großes Jahrhundert zurückblicken. Sie wird in die Aufbruchsphase Amerikas geboren, die Welt wird erforscht und erobert, Altes durch Neues abgelöst. Ihr umtriebiger Vater ist mit Pflanzenhandel reich geworden und der jungen Alma wird es an nichts fehlen, auch nicht an Bildung. Und so wächst sie zwischen den Pflanzen der prächtigen Gewächshäuser heran. Ihre ganze Leidenschaft gilt der Natur, und während ihrer Studien, die sie ihr ganzes Leben begleiten, gelingen ihr ähnlich revolutionäre Einsichten, wie sie dann Charles Darwin der Welt vorführen wird. Doch Alma selbst zweifelt an ihren Erkenntnissen. Gibt es eine wissenschaftliche Erklärung, warum sich der Mensch nach Liebe sehnt? Was ist Liebe überhaupt?
Warum sind wir selbstlos und uneigennützig, wie ihre Adoptivschwester Prudence, die schon früh sich für die Befreiung der Sklaven einsetzt? Alma wird Antworten finden, ebenso wie die Liebe.



Meine Meinung: 
Ich habe bereits das Buch "Eat, pray & love" von der Autorin gelesen und fand es gut. Sie weiß den Leser zu unterhalten und die Geschichte so eindringlich und lebensnah zu beschreiben, dass man das Gefühl bekommt dabei zu sein.

Auch in diesem Buch schafft sie es, dass man sich schnell in die Familie integriert und sich mit Alma auf eine gewisse Art und Weise verbunden fühlt. 

Alma, das kleine schlaue Mädchen, das so viele Fragen hat und nicht immer die notwendigen Antworten bekommt. Alma, die eigentlich eine kleine Erwachsene ist. Ihre Eltern scheinen sie zu lieben, aber sie behandeln sie wie eine Erwachsene. Das Lernpensum ist enorm für ein so kleines Kind, aber nicht unbedingt ungewöhnlich für diese Zeit. Was hätte die Mutter zu der heutigen Erziehung gesagt? Beide Elternteile fördern das Kind auf ihre Weise und so hat man das Gefühl, dass trotz der Gefühlskälte und dem fehlenden Kuscheleinheiten das Kind glücklich ist.

Die Autorin beschreibt ihre Figuren mit so viel Liebe zum Detail, dass man ein Bild im Kopf aufbauen kann. Sie lässt den Leser auf eine lange Reise nach Liebe, dem Glück und der Erfüllung gehen und ganz nebenbei entdeckt man neue Kulturen und erobert die Moose. Alma erlebt sehr harte Jahre und viele Entbehrungen. Sie muss sich immer wieder neu motivieren und erfahren, dass sie nicht jeden Wunsch erfüllt bekommt. Auch verzichtet sie auf so vieles, was manchen Leser als unmöglich erscheinen wird. Sie scheint fast zu Scheitern an der Liebe zu einem Mann, den sie liebt, aber nicht greifen kann.
Doch sie verliert nie ihren Lebensmut, nie ihren Forscherdrang und ihre klaren Ansichten. Die strenge Erziehung und ihre Klugheit lassen sie niemals verzweifeln. So manches Mal habe ich leise beim Lesen den Hut vor ihr gezogen und ihr ab und an Mut zu gesprochen. Ihre klare, ehrliche und strukturierte Weise das Leben anzunehmen und umzugehen, hat mir am besten gefallen.

Da die Autorin die Geschichte so detailliert beschreibt, wird das Lesen zum Kino. Der Film ist manchmal etwas überladen und schwer zu greifen, aber immer wieder fesselnd und spannend, bunt und anziehend. 

Ein tolles Buch über eine bemerkenswert starke und facettenreiche Frau. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen