Freitag, 1. November 2013

Die Melodie des Todes

"Die Melodie des Todes" 
von 
Jorgen Brekke

erschienen am 14. 10.2013
Heyne Verlag
ISBN 9783641113865 
352 Seiten




Worum gehts?

Hochspannung aus Skandinavien – düster, grausam, raffiniert 

Ein grausiger Leichenfund versetzt das winterliche Trondheim in Angst und Schrecken. Das Opfer ist eine junge Frau. Ihr fehlen die Stimmbänder, und auf ihrem Leichnam steht eine Spieldose, aus der eine seltsame Melodie ertönt. Kommissar Odd Singsaker nimmt die Ermittlungen auf. Kurz darauf verschwindet ein junges Mädchen in unmittelbarer Nachbarschaft des ersten Tatorts. Hat der Täter wieder zugeschlagen? Als die Eltern des Mädchens im Garten ihres Hauses eine mysteriöse Spieluhr finden, scheint es daran keinen Zweifel mehr zu geben.

Meine Meinung:

Wer, wie ich, gern skandinavische Krimis liest, freut sich immer wieder über diese Krimis, die düster, undurchsichtig, kalt und raffiniert sind. Keine glatten Charaktere, die schon am Anfang des Buches signalisieren, dass alles gut wird. Keine Verbrecher mit alltäglichen Problemen. Nein, hier wird noch in den Tiefen gegraben und das Böse im Menschen hervorgeholt. 

Schon der Prolog ist ein heftiger Einstieg und anfangs konnte ich auch keine Verbindung zur (Haupt-)Geschichte finden. Doch so langsam werden die Knoten gelöst und es wird klarer das Bild...bis man merkt, dass sich Odd verrannt hat.

Der zweite Fall von Odd Singsaker ist verzwickt und so richtig, will sich kein Ermittlungserfolg einstellen. Dann verschwindet auch noch ein junges Mädchen aus der direkten Nachbarschaft des Tatortes. Ist sie abgehauen? Oder doch entführt? Warum? Und vorallem, wer sollte sie entführen wollen? Und was bedeutet das unbekannte Lied aus der Spieluhr?

Spannend bis zum Schluss unterhält Brekke seine Leser. Lässt sie teilhaben an der frustierenden Suche nach dem Mörder, der irgendwie immer ein Schritt voraus ist. Dazu reist man als Leser immer wieder in die Vergangenheit, denn auch 1767 wird ein Mord begangen und der Polizeimeister muss den Mörder eines Mannes finden, der vor den Stadtmauern liegt. Wer war er? Was machte er in Trondheim? Womit verdiente er sein Geld? Die Ermittlungen laufen so ganz anders als in der Parallelgeschichte. Keine Technik, keine (Blut-)Analysen und Spurenhunde. Nein, zu Fuß bzw. auf einem alten Gaul wird ermittelt. Die zwei Geschichten laufen parallel und so erfährt man etwas über die Bänkellieder und deren Bedeutung, denn diese spielen in diesem Krimi eine große Rolle. 
Die Verbindung zwischen den beiden Geschichten wird mit jeder Seite klarer und verständlicher und bald schon findet Odd die Spur.
"Kleiner Carl, schlaf süß, in Fried;
bald wird man dich wecken,
bald lässt unsre Zeit perfid
dich ihre Galle schmecken.
Erde ist ein Jammertal:
Kaum man atmet, kommet fahl
Tod mit seinem Schrecken."
Carl Michael Bellmann

Mir hat das Buch gut gefallen. Einzig die Vergangenheitsgeschichte fand ich etwas langatmig. Aus meiner Sicht könnte sie kürzer sein, doch ansonsten, ist Herrn Brekke eine tolle Geschichte gelungen und ich bin fast schon geneigt mir den ersten Band noch zu organisieren. Denn (nur am Rande) die private Geschichte von Odd ist auch nicht uninteressant.



Ein herzliches Dankeschön an Random House / Heyne!!

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