Mittwoch, 20. November 2013

Frauen und Bücher

"Frauen und Bücher" von Stefan Bollmann
 


 
erschienen am 08.10.2013
DVA Verlag
ISBN 9783421045614
414 Seiten (ohne Anhang)


Worum geht es?
 
Wussten Sie, dass Marilyn Monroe eine passionierte Leserin war und eines ihrer Lieblingsbücher der »Ulysses« von James Joyce? Dass der Studienabbrecher Friedrich Gottlieb Klopstock 1750 die Dichterlesung erfand, als er einer Schar junger Frauen seine Oden vortrug und dafür Küsse kassierte? Dass Jane Austen nur Frauen für voll nahm, die Romane lieben? Oder dass vor 150 Jahren Eugenie Marlitt, eine entlassene Vorleserin, zur ersten Bestsellerautorin der Welt aufstieg?

Diese und eine Fülle anderer Begebenheiten lässt Stefan Bollmann in einem unterhaltsam geschriebenen Panorama lebendig werden, das von Klopstocks Zeit bis in die Gegenwart führt und von aktuellen Phänomenen wie Fanfiction und "Shades of Grey" berichtet. Zugleich erzählt er eine überraschend andere Geschichte des Lesens, seiner Macht und Magie. Lesen kann Leben und Lieben verändern. Ein Buch für Frauen, die leidenschaftlich gern lesen – und aus dem Männer erfahren, was ihre Frauen meinen, wenn sie sagen: »Jetzt nicht! Ich lese!«



Meine Meinung:

Ich lese unheimlich gern Bücher, die eine Geschichte über Bücher, Buchliebhaber oder ähnliches zum Thema haben. Das ist dann wie doppeltes Lesevergnügen. Zweifacher Lesespaß sozusagen. Und genau, dass ist Stefan Bollmann gelungen. Das Abtauchen in verschiedene Lesezeiten, Lesegewohnheiten, Leser und Schriftsteller. Er schafft es den Leser auf eine interessante Zeitreise durch das Leseverhalten der letzen Jahrhunderte mitzunehmen. Wie entstand die Sucht "Lesen"? Und ab wann war es erlaubt öffentlich zu seiner Sucht zu stehen? Vorallem Frauen hatten es anfangs nicht leicht sich dem Lesestoff zu nähern, denn lesende Frauen waren nicht beliebt und nicht erwünscht. Doch schon bald sprengten die Frauen die Lesefesseln und gaben sich dem Vergnügen hin. Bis heute sind Frauen, die wichtigste Lesergruppe für den Buchmarkt und so ist es nicht überraschend, dass sich Stefan Bollmann mit dem Phänomen lesende Frauen beschäftigt hat.

Das Buch ist in insgesamt vier Teile aufgebaut, welche die verschiedenen Jahrhunderte näher betrachten. Bollmann startet mit den 18. Jahrhundert und taucht dann in das 19. Jahrhundert zu Jan Austen und Madame Bovary ein. Spaziert zur E. Marlitt und schlendert dann nach kleinen Abstechern ins 20. Jahrhundert. Dort angekommen, begegnet er Virginia Woolf und landet danach in Paris 1922. Auch Marilyn Monroe wird näher betrachtet und danach kommt Susan Sonntag zu Wort. Es geht weiter ins hier und heute und natürlich zu Shades of Grey. 


Mit viel Vergnügen und Spaß erzählt Bollmann Geschichten rund um die Frau, das Lesen, die Schriftstellerinnen und deren Entwicklung. Es liest sich nicht wie ein Sachbuch, sondern eher wie ein Roman. Die Kapitel werden immer von einem Bild eingeleitet. Zudem kann man auch zwischen durch Bilder finden, die in einem engen Zusammenhang mit der Geschichte stehen. Leider sind die Details der Bilder nicht so gut zu erkennen, denn Bollmann geht öfter auf diese ein. So manches Bild, was man schon kannte, erscheint nach der Erklärung in einem anderen Licht.
Die Mischung aus Anekdoten, geschichtlichen Fakten und literarischen Bonbons ist hier gut gelungen. Viele neue Anregungen bezüglich Autoren, Bücher und Epochen habe ich bekommen und werde mir jetzt und später einige davon zum Lesen bereithalten.


Kommentare:

  1. Hey :)

    Schöne Rezension! Hört sich nach einem lesenswerten Buch an und mir geht es ähnlich in Büchern, in denen das Lesen hochgelobt wird.

    Das Text-Bild-Verhältnis bei diesem Post ist allerdings ein wenig anstrengend für die Augen, sofern der Text nebe dem Bild aufscheint, da man dann immer nur wenige Worte lesen kann ehe man in die nächste Zeile muss etc. Würd sich anbieten die Bilder entweder ober/unterhalt des Textes zu stellen oder den mittleren Teil des Blogs länger zu machen :)

    Liebe Grüße!

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    1. Hey Misty,

      danke für deinen Tipp. Beim nächsten Post werde ich etwas mehr darauf achten.

      Viele Grüße

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