Montag, 10. März 2014

Freiheit für Anfängerinnen

"Freiheit für Anfängerinnen" 
von 
Daniel Oliver Bachmann

erschienen im Februar 2014
ISBN 9783955204709
 ca. 146 Seiten
dotbook Verlag
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Inhalt:


Jedes Mal, wenn ich zurückstoße, kracht der Rolls Royce gegen die Felswand. Doch darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Ich habe schon auf viel zu viel Rücksicht genommen.
Man sagt es nicht gerne, aber Theo war ein Schwein. 
Nicht nur, dass er den 50. Geburtstag seiner Ehefrau durch einen plötzlichen Herzinfarkt ruiniert hat – kaum ist er unter der Erde, stehen die Schuldner bei Martha Schlange. Wofür brauchte der auf den ersten Blick so biedere Weinhändler all die Kredite? Wie sich herausstellt, hat Theo seine Ausflüge nach Italien nicht nur genutzt, um edle Tropfen einzukaufen, sondern auch, um diverse Geliebte zu beglücken. 35, um genau zu sein. Und Kinder haben die meisten auch. Das wäre nun der passende Moment für einen kleinen Nervenzusammenbruch –aber Martha beschließt: so nicht! Kurzentschlossen macht sie sich auf den Weg, um jenseits der Alpen nach dem Rechten zu sehen. Doch das hat ungeahnte Folgen…


Autor:


Quelle: BloggdeinBuch


Daniel Oliver Bachmann, geboren 1965 in Schramberg, ist leidenschaftlicher Weltenbummler und Autor zahlreicher Romane, Erzählungen, Reiseberichte und Drehbücher. Ist er gerade nicht quer durch Afrika, Amerika oder Europa unterwegs, dreht der Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg entweder Filme, z.B. für das ZDF und für ARTE, oder verschanzt sich in einer einsamen Hütte im Schwarzwald und schreibt. Daniel Oliver Bachmann erhielt für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Münchner-Kurzgeschichten-Literaturpreis, den Georg-Sand-Literaturpreis und den Literaturpreis der Akademie Ländlicher Raum. (Quelle: dotbooks)

 
Meine Meinung:
 

Ursel und Martha sind zwei Frauen, die ein Schicksal teilen. Beide haben die 50 erreicht und müssen feststellen, dass nichts mehr so ist, wie sie es bisher annahmen. Genau an ihrem 50. Geburtstag verabschiedet sich ihr Ehemann Theo ins Himmelreich und lässt sie mit Schulden, einem Weingeschäft und vielen Geliebten zurück. Dass dies nicht so gut zu verkraften ist, kann man sich vorstellen. Es öffnen sich die Schleusen für Martha und so erfährt sie, dass ihr Mann sein „Grand Cru“ an viele Frauen verteilt hat. Scheinbar wahllos. Auf seinen Einkaufstouren durch die Weingebiete beglückte er die einsamen Herzen der Pensionsfrauen und seiner eigenen Ehefrau brachte er den guten Wein aus Italien und Österreich mit. Nun steht sie vor den Scherben ihrer Ehe und fasst einen Entschluss. 

Jede einzelne Frau will sie sehen und kennenlernen und macht sie sich mit Ursel, der Frau mit den grünen Haaren und der rosafarbenen Brille, auf die gleiche Einkaufstour ihres eigentlich lieber biertrinkenden Mannes. 


Es hätte ein witziger und vielleicht auch leicht böser Roman werden können. Wenn zwei betrogene Frauen reisen und die Vergangenheit besuchen, kann dies für den Leser interessant werden. In dieser Geschichte leider nicht. Für mich sind die Frauen zu oberflächlich, zu hysterisch und wenig sympathisch. Allein Ursel mit ihrer direkten Art konnte anfangs manchmal noch das Ruder herumreißen. Martha war für mich einfach nur irrational und wenig ansprechend. Ich kann auch leider nicht ihre Reaktionen und Handlungen mit den Geliebten ihres Mannes nachvollziehen. 

Übertreibungen können einer Geschichte durchaus eine gute Würze geben, hier ist es nicht würzig, sondern eher langweilig. Der Autor wollte zu viele Klischees und Übertreibungen in diese kleine Geschichte packen und scheiterte leider damit. Der Humor geht verloren mit jeder Seite mehr, weil die Geschichte einfach zu weit weg vom realen Leben ist. Auch die ständigen Wiederholungen waren nervig und brachten die Geschichte nicht voran. Im Gegenteil, die Geschichte wirkte dadurch künstlich aufgebläht und verlor schnell an Spannung und Vorfreude. 


Insgesamt hat mich die Geschichte nicht angesprochen. Sie war mir zu plump, zu vorhersehbar und ohne Charme. Die Charaktere haben mich nicht angesprochen und entwickelten sich auch in der Geschichte nicht wirklich weiter. Dafür waren es wahrscheinlich auch zu viele Figuren für diese Geschichte. Auch der Einschub eines behinderten Kindes fand ich nicht passend und wurde dafür zu schnell abgefertigt. Einzig Ursel mit ihrer derben-direkten Art hat sich ab und an hervorgehoben. Doch auch sie konnte die Geschichte nicht allein tragen und so wurde sie zum Schluss auch nur eine der vielen traurigen Figuren dieser Geschichte.


2 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dotbook Verlag und 
http://www.bloggdeinbuch.de/
für dieses Rezensionsexemplar.


 

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