Dienstag, 29. April 2014

Dreimal im Leben



"Dreimal im Leben" von Arturo Pérez-Reverte






erschienen am 04.08.2013 
Insel Verlag
ISBN 9783458175803 
525 Seiten


Autor:


Inhalt:
Auf einem Ozeandampfer begegnen sie sich das erste Mal. Es ist das Jahr 1928, Max jung und von wildem Charme arbeitet als Eintänzer in der ersten Klasse. Mecha zieht ihn augenblicklich in den Bann, ihre aparte Schönheit, der weltberühmte Komponist an ihrer Seite, das funkelnde Collier um ihren schlanken Hals. Es folgt ein Tanz, ein nichtssagender Smalltalk, der verheißungsvoller nicht sein könnte. In Buenos Aires angekommen, führt Max das Paar durch die zwielichtigen Tangobars seiner Geburtsstadt. Doch in dieser Nacht geraten die Dinge außer Kontrolle, und für Max und Mecha beginnt das Abenteuer ihres Lebens: die große Liebe. Eine Liebe, die erst viele Jahre später auf der Promenade Nizzas zwischen entrücktem Glamour und den Wirren des Krieges eine zweite Chance erhält


Meine Meinung:

Eine Frau, ein Mann, ein Tanz und drei Begegnungen.


Meine ersten Gedanken zu diesem Buch waren: hoffentlich wird es nicht zu schnulzig und kitschig. Nein, das wird es nicht. Es sind noch immer ein Mann, eine Frau und ein Tanz, aber verpackt in eine interessante Geschichte rund um den Tango und Schach. 

Der Autor nimmt den Leser mit auf eine Schiffstour und lässt dort den Eintänzer Max die Hauptrolle übernehmen. Er erzählt von seinem Leben und wie er sich durch die gefährlichen Kriegsjahre gekämpft und immer wieder auf Kosten anderer Menschen sein Leben gelebt hat. Auf dem Schiff begegnet er 1928 einem bekannten Komponisten und dessen Frau Mecha. Beide spüren eine Zuneigung zueinander und doch halten sie sich (noch) auf Abstand. Mecha tanzt mit der gleichen Leidenschaft Tango wie der Eintänzer und so verbringen sie die Abende auf dem Schiff und bald schon auch in den Clubs von Argentinien. Stets mit dabei ist der Ehemann, der nach Inspiration sucht. Der Eintänzer zeigt ihnen das „echte“ Leben ohne viel Geld, Ruhm und Anerkennung. 

Nach der Reise trennen sich die Wege der Reisenden und des Eintänzers und der Leser springt in der Zeit nach vorn. 30 Jahre später treffen sie sich zufällig wieder und sind nun in einem reiferen Alter. Das Leben hat sie gezeichnet. Wieder werden Erinnerungen wach und so erfährt der Leser, was in den Jahren dazwischen geschehen ist. Die zweite Begegnung wird beschrieben, die Erfahrungen, die Ängste und die Wut. Es dreht sich dabei vieles um Missverständnisse, Hoffnung und die Liebe. 


Die Geschichte ist rundum gelungen.  Der leichte Schreibstil von Pérez-Reverte lässt sich gut lesen und so kann man ohne viele Probleme in die Geschichte eintauchen. Die Beschreibungen sind teilweise sehr detailliert, so dass man sich auch gut in die verschiedenen Zeiten hinein versetzen kann. Schwierig fand ich die Zeitsprünge, da sie ohne Zwischenüberschriften stattfanden. Vom hier und jetzt wieder auf das Schiff in das Jahr 1928 zurück und dann wieder zum Schachturnier gegen die Russen. Kleine Kapitelüberschriften hätten diese Zeitsprünge vereinfacht. 


Wer sich für den Tango und Schach interessiert, kann in diesem Buch vieles davon lesen. Ich fand beides manchmal zu detailliert beschrieben, so dass die Passagen etwas lang wurden. Die Konkurrenz zwischen den Schachspielern bzw. deren Nationen fand ich wiederum interessant und spannend. Auch die Strategien, die die Charaktere verfolgten, waren gut, wenn auch manchmal etwas übertrieben. 


Insgesamt ein lesenswertes Buch, welches so manche Überraschung bereit hält und durch seine verschiedenen Blickwinkel immer wieder neue Eindrücke entstehen lässt.





4 von 5 Sternen

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