Freitag, 11. April 2014

Triumph des Himmels

"Triumph des Himmels" 
von 
Andrea Schacht


erschienen am 24.03.2014 
Blanvalet Verlag
ISBN 9783764504595
576 Seiten


Inhalt:


Einer gewinnt, die anderen verlieren – die Liebe siegt 1925: Die Rallye »Von Triumph zu Triumph« von Paris nach Berlin verspricht, das Ereignis des Jahres zu werden, und zieht eine illustre Fahrerschaft an. Für den Abenteurer Alastair MacAlan ist ein Sieg die letzte Hoffnung vor dem endgültigen Abstieg, doch einige andere Teilnehmer haben weit dunklere Motive. Als die junge Berliner Journalistin Emmalou von der abenteuerlichen Unternehmung erfährt, ist sie wie elektrisiert – sie will das Rennen mit dem Flugzeug begleiten, um mit einem sensationellen Bericht Anerkennung zu finden. Doch bei einem Blick auf die Teilnehmerliste entdeckt sie einen Namen, der alte Erinnerungen in ihr weckt, die sie längst begraben glaubte.



Die Autorin



Meine Meinung:

 Eine Ralley als Aufhänger für eine so umfangreiche Geschichte war mal etwas Neues. Bisher kannte ich mich wenig mit Autos aus dieser Zeit 1925 aus, doch jetzt kann ich zumindest mit rudimentären Wissen glänzen. Die Autorin lässt die Ralley in Paris starten und stellt auf den ersten Seiten die ganzen wichtigen Teilnehmer der Ralley vor. Ich fand den Einstieg etwas langatmig und manchmal etwas zu sprunghaft, aber wenn man sich etwas eingelesen hatte, konnte man ihr besser folgen. Sie beschreibt ihre Figuren teilweise sehr detailiert, so dass man sich die Charaktere gut vorstellen kann. Natürlich hat sie auch tief in die Klischeekiste gegriffen, aber wer macht dies nicht? 

Zum Beispiel wirkte Alastair MacAlan wie ein Superheld. Macht fast alles richtig, sieht gut aus, ist höflich und zuvorkommend und immer auf der richtigen Seite. Auch Emmalou ist eine von den Guten in diesem Buch und auch sie benimmt sich häufig sehr ehrenhaft. Manchmal waren mir die Charaktere zu glatt und vorhersehbar. Fritz und Charlie dagegen haben mir gut gefallen. Berliner Schnauze und viel Herz. Fritz ist mit seiner Unbeholfenheit und seinem Straßenjungencharme gut gelungen. Sein Leben ist bisher nicht so glatt verlaufen, er leistet sich immer wieder kleine Schnitzer und schafft es mit seiner direkten, aber herzlichen Art den Leser zu packen. Er war in dieser Geschichte mein "Liebling". 
Fast jeder Charakter hat eine Vergangenheit, die noch Fragen offen hat. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr werden die Verbindungen der einzelnen Teilnehmer untereinander aufgedeckt. Für mich waren dies aber zuviele Zufälle, dass sie nun alle ausgerechnet an dieser Ralley teilnahmen. Interessant waren dagegen die Verstrickungen und verborgenen Probleme, die nun langsam an die Oberfläche kamen. Der erste Weltkrieg spielt hier eine wichtige Rolle. Jedoch fand ich den geschichtlichen Einsatz noch zu oberflächlich.

Andrea Schacht hat ihre Geschichte in große und kleine Kapitel eingeteilt. Sie startet mit der Ausschreibung und geht dann die einzelnen Etappen durch. Jedes große Kapitel hat noch einmal viele kleinere Kapitel, die nicht sehr lang sind. Mit jedem Kapitel wird eine kleine Geschichte abgeschlossen und so liest sich das Buch sehr zügig. Es ist sehr gut geschrieben und schafft durch die vielen Details gut vorstellbare Bilder. Gelungen fand ich die Karte im Buch auf der man die einzelnen Etappen der Ralley verfolgen konnte. Auch die Covergestaltung ist schön, da schlicht und aussagekräftig.




Insgesamt ist es eine gut zu lesende Geschichte mit ein paar geschichtlichen Elementen, die jedoch nur oberflächlich sind. Die Figuren sind teilweise sehr gut gelungen, andere leider nicht so sehr. Wer schon immer mal eine lange Geschichte rund um Autos, Liebe und Vergangenheit lesen möchte, kann bei diesem Buch gut zugreifen. Wer jedoch etwas mehr Tiefgang oder Geschichte erwarten, den wird das Buch etwas enttäuschen.

Mir hat das Buch, trotz der obengenannten Kritikpunkte, gefallen. Für mich war es ein schöner Schmöker, der mir ein paar entspannte Stunden beschert hat.


3 von 5 Sternen



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