Donnerstag, 29. Mai 2014

Münsters Fall

"Münsters Fall" von Hakan Nesser



 
erschienen am 23.08.2006
Random House Audio Verlag
gelesen von: Dieter Moor
6 CD = 420 Minuten


Inhalt:

 Vier Rentner feiern in einer Kneipe ihren Lottogewinn. Wenige Stunden später ist einer von ihnen tot, durch zahlreiche Messerstiche in seiner eigenen Wohnung ermordet. Kommissar Münster übernimmt den Fall, doch die Ermittlungen gehen nur schleppend voran, die ganze Geschichte wird von Tag zu Tag undurchsichtiger: ein Toter, zwei Verschwundene und eine Ehefrau, die einen Mord gesteht, den sie gar nicht begangen hat. Hilfesuchend wendet sich Münster an seinen Kollegen Van Veeteren, der eigentlich für ein Jahr vom Dienst beurlaubt ist. Doch bei diesem Fall sind der Spürsinn und die Intuition des eigenwilligen Ermittlers Van Veeteren gefordert.


Meine Meinung:


Wer Hakan Nesser kennt, weiß, dass der Schwede gute verworrene und wenig vorhersehbare Krimis schreibt. Wie die meisten schwedischen Krimis ist auch dieser wieder undurchsichtig, düster und gekennzeichnet durch familiäre Probleme als auch die ganz eigenen Probleme des Kommissars. 


Der Fall in dem Münster steckt, ist alles andere offensichtlich, auch wenn sich eine Person zu der Tat bekennt, hat Münster seine Zweifel an der Aussage. Auch die nachfolgende Handlung passt nicht in das Bild und so muss Münster dranbleiben und weitersuchen. Er holt sich dabei die Hilfe von dem beurlaubten Altkommissar Van Veeteren. Dieser genießt die Ruhe und den Abstand zur Polizeiarbeit. Seine Gedanken kreisen nicht mehr um Leichen, Mörder, Opfer und Gewalt. Er hat innerlich bereits seinen Ruhestand eingenommen, auch wenn die Kollegen auf seine Rückkehr hoffen. 

Münster sucht seine Hilfe und beide gehen sie die Fakten des Falls immer wieder durch. Langsam erkennen sie die Zusammenhänge und verstehen das Grauen, welches sich hinter den einzelnen Puzzelteilen verstecken. Schicht für Schicht wird die Familientragödie aufgedeckt und offengelegt. Doch ist dies gut? Sollte man die Vergangenheit nicht ruhen lassen? Münster und Moreno (seine Partnerin) müssen weitergraben, um den Mord aufzuklären. Dann findet Münster den „Schlüssel“, das letzte kleine Puzzelstück. Zwar erkennt er die Zusammenhänge und zieht somit die richtigen Schlüsse, jedoch unterschätzt er die Gefahr, der er sich nun aussetzt. 


Neben der Aufklärung des Mordes machen Münster immer wieder Selbstzweifel und Zweifel an seine Liebe zu seiner Frau zu schaffen. Er fühlt etwas, was nicht gut für die Beziehung ist und kämpft mit Gedankenspielen, die nicht seine Frau und ihn, sondern Moreno und ihn betreffen. Immer wieder erwischt er sich dabei, dass er abschweift und den Tagträumen hinterherrennt, um später mit einem schlechten Gewissen wieder in die Realität zurückzukehren.


Die bedrückende Stimmung wurde durch die tiefe raue Stimme von Dieter Moor noch stärker. Er schaffte es eine stetige Spannung zu erzeugen, die für eine beklemmende Stimmung sorgte. Moor gab dem Kommissaren Van Veeteren und Münster die richtige Tonlage, um die älteren, verbrauchten und abgekämpften Männer sehr gut darzustellen.


Insgesamt ein gelungener düsterer Schwedenkrimi, der wieder ein paar kleine Details offen lässt, um die Anschluss zum nächsten Fall zu schaffen.

 


4 von 5 Sternen

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