Donnerstag, 5. Juni 2014

Der Garten über dem Meer

"Der Garten über dem Meer" 
von 
Jane Corry



erschienen am 26.05.2014
Blanvalet Verlag
ISBN 9783764504939
604 Seiten

Inhalt:

Ein alter Garten. Ein verwunschener Ring. Ein dunkles Geheimnis.
Südengland am Meer. Die Londonerin Laura Marchmont und ihr frisch angetrauter Ehemann Charles ziehen in ein restauriertes Haus mit einem alten Garten direkt über den Klippen. Als Laura auf einem Sticktuch ihrer Großmutter ein ähnliches Haus und einen geheimnisvollen Schriftzug entdeckt, macht sie sich auf die Spuren der Vergangenheit.

Devon, 1866. Die junge Mary Rose erbt von ihrer Mutter einen Rubinring. Er soll sie beschützen, doch fällt er in die falschen Hände, wird er Unglück über die ganze Familie bringen.
Eine spannende, atmosphärische Familiensaga vor der malerischen Küste Südenglands.


 Die Autorin:




Meine Meinung:



Zwei Handlungen in unterschiedlichen Zeiten, ein Ring mit einem Fluch und rätselhafte Sticktücher haben mich neugierig gemacht. Geheimnisse aus der Vergangenheit aufzudecken und die Verbindungen zu der heutigen Zeit herzustellen, klang spannend und interessant. 

Jane Corry kann schreiben und hat einen sehr angenehmen Schreibstil, jedoch reichte dies nicht aus, um aus den Ideen einen fesselnden Roman zu machen. Sie erzählt immer abwechselnd die Geschichte um Laura, die in der heutigen Zeit lebt und ihr Leben noch einmal umkrempelt. Sie heiratet sehr schnell einen Mann, den sie kaum kennt und zieht mit ihm und seinen Töchtern aus erster Ehe um. Jedoch versteht sie sich mit den Töchtern nicht so gut und so schwebt stets ein Schatten über dem gemeinsamen Glück. 


Auf der anderen Seite der Geschichte befindet sich Mary Rose. Sie lebt im 19. Jahrhundert und muss miterleben, wie ihre tote Mutter durch ihre ehemalige Gouvernante ersetzt wird. Das Verhältnis zwischen den beiden ist schwierig und wird noch kälter als der versprochene Rubinring nicht am Finger der Tochter, sondern der neuen Hausherrin steckt. Der Fluch des Ringes wird ausgelöst und so nimmt die Geschichte seinen Lauf. Mary Rose muss 20 Jahre für etwas büßen, was sie nicht begangen hat. Um nicht durchzudrehen und ihre Unschuld immer wieder zu beteuern, bestickt sie Tücher.


Laura erhält von ihrer Großmutter genau diese bestickten Tücher und entdeckt darauf den mysteriösen Spruch. Sie forscht in der Vergangenheit der Familie und muss dabei etwas Schreckliches erfahren. 


Die Geschichte hätte fesselnd und gut verstrickt sein können, jedoch schafft es Jane Corry nicht den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Sie verliert sich zu sehr in ausschweifenden Beschreibungen über den Alltag von Mary Rose und Laura und so geht die Suche nach dem Geheimnis unter. Ab und an schrieb sie wieder von der Recherche/Suche nach Informationen und der Familiengeschichte, aber stets war dies eher oberflächlich und zu schnell abgehandelt. Ich fand es schade, dass der Fokus zu sehr auf die Alltagsgeschichten gelegt und der eigentlich spannende Teil, die Verknüpfung von gestern und heute, nicht so verfolgt wurde. Was am Anfang sehr langsam, fast schon zäh voranging und sehr detailliert beschrieben wurde, musste am Ende sehr schnell und fast schon überstürzend gehen. Die Balance fehlte aus meiner Sicht und so war es am Ende nur ein Abhandeln der offenen Handlungsstränge. 

Schade, denn die Idee war gut, nur leider hat die Umsetzung mich nicht so sehr begeistert. 



3 von 5 Sternen

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