Mittwoch, 25. Juni 2014

Die unschuldigen Jahre

"Die unschuldigen Jahre" 
von 
Sibylle Mulot



erschienen am 01.12.2000
Diogenes Verlag
ISBN 9783257232479
231 Seiten


Inhalt:
 
Grundverschiedener könnten die beiden Schwestern nicht sein: Deïna ist weltoffen und zärtlich, Astrid kühl und unergründlich. Und doch teilen sie, von den Kleidern bis zu Geheimnissen, vieles. Auch die Wut auf ihre vitale, komische und tyrannische Mutter, die alles lenken möchte, auch den Ansturm der Verehrer und Heiratsanwärter ... Bis der eine kommt, dessen Liebe man nicht teilen kann.





Meine Meinung: 

 Warum hat dieses kleine schöne Buch so lange auf meinem SUB gelegen?
Ich weiß es nicht, aber dafür kann ich jetzt sagen, dass es sich gelohnt hat, es zu lesen. 

Sibylle Mulot erzählt von einer Familie mit drei Töchtern. Astrid,
Deïna und Mimi. Mimi ist die jüngste Tochter und bewundert ihre Schwestern, die bereits im Studium sind und stets zusammen ihre Erfahrungen machen. Obwohl sie so verschieden sind, halten sie gegen ihre Mutter zusammen. Die Mutter ist eher hart, als weich und anschmiegsam, eher streng als milde und sie sieht immer die Fehler ihrer Töchter. Selbst vor anderen stellt sie ihre Töchter nie positiv dar. Unter der Strenge und der Distanz leiden alle Töchter, doch sie finden ihre Schlupflöcher bis ein Mann ihren Zusammenhalt sprengt.

Sibylle Mulot hat einen flüssig zu lesenden Roman über eine Familie geschrieben. Man kann sich schnell in die Charaktere hineinversetzen (besonders in die Töchter). Die Figuren sind sehr gut beschrieben und man fühlt mit ihnen mit. Man hält die Luft an, wenn die Mutter wieder etwas auszusetzen hat und freut sich mit ihnen über ihre Glücksmomente. Ich fand aber auch die Darstellung der Mutter gelungen. Sie will so vieles und versucht dies auch mit aller Macht durchzusetzen und wirkt dabei so manches Mal ungewollt komisch. Die schmerzlichen Trennungen und die Folgen der Liebe stellt Mulot sehr realistisch dar. Das Tempo ist recht hoch und so erzählt Sibylle Mulot auf nur 231 Seiten von einem ganzen Leben ohne dass etwas fehlt.

4 von 5 Sternen

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