Sonntag, 29. März 2015

Die Königin der Orchard Street

"Die Königin der Orchard Street" 
von 
Susan Jane Gilman



erschienen am 07.03.2015
Insel Verlag
ISBN 9783458176251 
600 Seiten
Mehr Informationen hier!


Inhalt: 

 New York, 1913. 
Die kleine Malka lebt mitten im Trubel der dicht gedrängten Straßen und übervölkerten Mietskasernen im Einwandererviertel auf der Lower East Side. Die meisten hier sind arm, haben zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, leben von der Hand in den Mund. Doch listig und raffiniert, wie sie ist, lernt Malka schnell, sich im Viertel durchzuschlagen. Und genau da, mitten im abenteuerlichen Gemenge, wo die jiddischen und italienischen Rufe der fahrenden Händler durch die Straßen schallen, wendet sich Malkas Schicksal. Denn dort trifft sie Papa Dinello, der sie in das köstlichste Geheimnis der Welt einweiht: das Wunder der Eiscreme, die Verführung der süßen Magie. 
Für Malka beginnt eine wahre Tour de Force durch das Leben – und aus dem pfiffigen und erfinderischen Mädchen wird die Grand Dame Lillian Dunkle, die »Eiskönigin von Amerika« und berühmt-berüchtigte Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium.


Meine Meinung:


Wie wird man eine Eiskönigin?

Susan Jane Gilman erzählt in ihren Buch von dieser Eiskönigin, die es geschafft aus einem Auswandererkind eine erfolgreiche reiche Frau zu werden. Alles fängt mit den vertauschten Tickets an und dann werden Mut, Ehrgeiz und Intelligenz ihren Weg bahnen. Aber auch eine gute Portion Glück hatte Malka gehabt, dass sie nicht wie ihre Familie endete. 

Die Anfänge der Geschichte erinnerten mich stark an das Buch von Frank McCourt „Die Asche meiner Mutter“. Auch hier wanderten arme irische Familien aus, um ihr Glück in Amerika zu finden. Der etwas raue und direkte Ton verdeutlicht die Armut, den Kampf um das Essen und die Not noch mehr. Der unbedingte Lebenswillen von Malka wird noch einmal mehr angeschoben, als sie durch einen Unfall ein verkrüppelten Fuß behält. Aber auch hier hat sie Glück im Unglück und findet dadurch die Möglichkeit bei einer italienischen Familie zu leben und zu arbeiten. Das Eis beginnt in ihrem Leben eine große Rolle zu spielen und so baut sie sich ein Leben auf, welches durch Eisherstellung, Eisverkauf, Konkurrenzkampf, Staatsaufträge geprägt ist. Doch wie so oft, mit jedem Erfolg wachsen auch die Neider und die eigene Wahrnehmung verschiebt sich.


Susan Jane Gilman hat einen umfassenden Roman über die Eiskönigin Amerikas geschrieben. Die Geschichte wird teilweise sehr detailliert beschrieben, so dass sich etwas Zähheit eingeschlichen hat. Gerade zum Ende wird es immer langatmiger und man hofft einfach nur auf das Ende, welches man schon ahnt. Sie schreibt jedoch gut und der Leser kann flüssig durch die Geschichte gleiten. Auch hat sie die Figuren gut aufgebaut und ihnen interessante Charaktere gegeben. Der Wechsel von der Vergangenheit in die Gegenwart ist nicht immer gelungen und war manchmal etwas sprunghaft, aber trotzdem konnte man ihr folgen. 


Insgesamt ist es eine schöne dicke Geschichte über eine Familie und den Kampf um das Eisimperium in den USA. 




3 von 5 Sternen

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