Montag, 16. März 2015

Ismaels Orangen

"Ismaels Orangen" 
von 
Claire Hajaj




448 Seiten  
Blanvalet Verlag
erschienen am 16.03.2015
ISBN 9783764505165


Inhalt:



Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben. Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe.


Meine Meinung: 

"Ismaels Orangen" ist eine bewegende und starke Geschichte von zwei Menschen, die sich den Vorurteilen der Menschen, der Religion und der eigenen Familien stellen. 

Claire Hajaj reist mit dem Leser nach Palästina und zeigt die andere Seite des Krieges. Die Menschen, die im Krieg leben, die vertrieben werden, weil sie einer anderen Religion angehören, die ihr Land verlieren und teilweise von vertrauten Menschen verraten werden. Auch ihre zwei Hauptcharaktere müssen sich dem Neuanfang stellen, um zu überleben und vorallem, um zusammen leben zu können. Claire Hajaj schreibt gefühlvoll ohne kitschig zu werden, sie öffnet den Blick für das Leben in diesem Gebiet. Obwohl es keine Biografie von ihr ist, merkt man, dass sie sich gut auskennt und ebenfalls ein Leben zwischen den Religionen und "Welten" führt. So ergeht es in Hauptcharakteren, die sich in England etwas aufbauen und weiterentwickeln und doch nicht zufrieden sind bzw. sich nicht angekommen fühlen. Auch das nagende Gefühl nicht anerkannt zu werden, kein vollwertiges Mitglied zu sein, wird hier sehr gut dargestellt. Sie beschreibt, wie anstrengend diese Verbindung zwischen einer Jüdin und einem Palästinenser ist, auch und besonders für die gemeinsamen Kinder. Es ist ein steter Kampf um Anerkennung, Freiheit und Rechte, der scheinbar von keiner Seite zu gewinnen ist. Es wird auch deutlich, dass festgefahrene Einstellungen und negativen Erfahrungen der eigenen Familie nur schwer zu überwinden sind und die Liebe es dabei schwer hat.  

Der Schreibstil von Claire Hajaj zieht den Leser in die Geschichte und lässt ihn schon fast hautnah dabei sein, aber man bleibt auch nachdenklich zurück. 






Absolut lesenswert!

5 von 5 Sternen

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