Donnerstag, 1. Oktober 2015

Zeit der Unschuld

"Zeit der Unschuld" 
von 
Edith Wharton


 


erschienen am 21.09.2015
  Manesse Verlag
ISBN: 9783717523505
  400 Seiten 
Mehr Informationen hier!



Inhalt:

Der ehrgeizige New Yorker Anwalt Newland Archer muss sich entscheiden: Will er sein Leben mit May Welland teilen, einer jungen Frau aus gutem Haus und wie geschaffen für sein berufliches Fortkommen? Oder steht er zu seinen Gefühlen für Mays Cousine Ellen Olenska, die in Begriff steht, gegen alle Konventionen zu verstoßen? Edith Wharton gelang mit dieser bewegenden Dreiecksbeziehung ein preisgekröntes Meisterwerk.
Newland soll Ellen zur Vernunft bringen. Zwar hatte man gerüchteweise von ihrem dunklem Eheleben gehört, doch was nun getuschelt wird, empört New Yorks High Society nicht minder: Ellen will sich von ihrem Mann trennen und nach Amerika zurückkehren. Ein Verhalten, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Eine Scheidung würfe zudem einen Schatten auf Newlands Verlobung mit Ellens Cousine May. Der junge Anwalt zaudert, seine Lebenspläne geraten ins Wanken.


Die Autorin:

 Edith Wharton (1862–1937) war ein Kind der Upperclass von New York. Ihre Ehe mit einem deutlich älteren Bankier endete in einer Scheidung. Nach dem Pulitzerpreis für «The Age of Innocence» wurde ihr 1923 als erster Frau die Ehrendoktorwürde der Yale University verliehen. Sie war Mitglied der American Academy of Arts and Letters und wurde mehrfach für den Literaturnobelpreis nominiert. (Quelle: BloggdeinBuch)


 Meine Meinung:

Ich bin etwas hin- und hergerissen. 
Fast wie die Hauptfigur Newland Archer.

Die Geschichte des jungen Anwaltes Newland Archer ist eigentlich eine lesenswerte und interessante Familiengeschichte. Es spielen in der verzwickten Geschichte sehr viele Figuren eine Rolle und man muss sich von Anfang an konzentrieren, diese auseinander zu halten und den richtigen Familien zuzuordnen. Es ist eine ganz typische Dreiecksgeschichte mit einem Mann zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dieser innere Kampf des Newland Archer mit seinen Gefühlen und den damaligen moralischen Vorstellungen werden durchaus gut dargestellt, aber es passiert leider nicht sehr viel. 

Man sollte zwar beim Lesen immer im Hinterkopf haben, zu welcher Zeit das Buch erstmals veröffentlicht wurde und zu welcher Zeit die Autorin gelebt hat, aber mir persönlich fehlte die Entwicklung der Charaktere. Es wurden nur wenige moralische Vorstellungen durchbrochen und die Figuren sind stets in ihrer gleichen Position geblieben. Es galt die Fassade aufrecht zu halten, die Etikette zu wahren und sich dem Gesellschaftsbild anzupassen. Leider wird genau diese Einstellung über 400 Seiten etwas anstrengend und zäh. 

Die sehr genaue Darstellung der oberen Zehntausend in New York des 19. Jahrhunderts und die Beschreibungen von der Stadt New York fand ich interessant. Es war wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Auch hat mir die Sprache durchaus gut gefallen, aber die Charaktere (Ellen, May und Newland) waren mir zu fad. Sie entwickelten sich nicht, aber vielleicht war genau dies ein Problem jener Zeit. Das Menschen nicht einfach so ausbrechen konnten und ihr Leben so gestalten konnten, wie sie es gern möchten. Sie waren mehr oder weniger gefangen in ihrem gesellschaftlichen Status und jeder Ausbruch wäre nicht nur für sie, sondern auch für den Ruf der gesamten Familie schädigend gewesen. 

Lesenswert ist dieses Buch wegen seiner Sprache und den sehr detaillierten Beschreibungen der amerikanischen Gesellschaft. Jedoch sollte man sich auf einige Längen einstellen, die die Geschichte leider etwas zäh werden lassen.

3 von 5 Sternen


Herzlichen Dank an BloggdeinBuch und den Manesse Verlag für das Rezensionsexemplar!

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