Mittwoch, 28. Dezember 2016

Die Seideninsel

"Die Seideninsel" 
von 
Kelli Estes 



erschienen am 19.09.2016
  Goldmann Verlag
ISBN: 9783442484300
 448 Seiten 
Inhalt: 
 Als Inara Erickson die alte Villa ihrer Tante erbt, kehrt sie nach Jahren wieder auf Orcas Island im Nordwesten der USA zurück. In ihrer Kindheit hatte sie hier ihre Sommer verbracht, ohne zu ahnen, welches Geheimnis das Haus hütete. Nun aber entdeckt Inara unter einer losen Treppenstufe ein seltsames Stück Stoff, kunstvoll mit chinesischen Stickereien bedeckt. Sie scheinen von einer Frau zu erzählen, die im 19. Jahrhundert auf der Insel lebte. Fasziniert beschließt Inara, deren Geschichte zu entschlüsseln, und kommt so dem Schicksal der Chinesin Mei Lien auf die Spur. Doch je mehr sie sich damit befasst, umso tiefer dringt sie in ein dunkles Geheimnis ihrer Familie ein. Bis sie vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens steht. 
Meine Meinung:
 
 Die Geschichte ist gut geschrieben und lässt sich leicht lesen. Es werden zwei Handlungsstränge parallel erzählt. Der Leser hüpft immer kapitelweise vom 19. Jh ins 21. Jh. und erfährt so, wie die Seide zwei Familien verbindet. Am besten haben mir die Kapitel über die Menschen und Geschehnisse aus dem 19. Jh gefallen. Sie wirkten realistischer, greifbarer und traurig. Es wurde ein Stück amerikanischer Geschichte erzählt und das fand ich interessant.  

Ich hatte zudem auf ein etwas spannenderes Geheimnis gehofft, aber durch den Erzählstrang aus dem 19. Jh wurde oft das Geheimnis für Inara (21. Jh) verraten, was ich schade fand. So konnte man nur verfolgen, wie sie das Geheimnis entdeckte und die Puzzelteile, die man schon kannte, zusammensetzte.  

Was mich etwas gestört hat, war die Liebesgeschichte. Bereits nach der ersten Beschreibung des Mannes wird offentsichtlich, dass hier noch eine (leider doch recht vorhersehbare und klischeehafte) Liebesgeschichte aufgebaut werden soll. 
 Für die Geschichte wäre ein anderes Ende realistischer und besser gewesen. So muss man sagen, ist es leider wieder ein typisch amerikanisches Ende.   
3 von 5 Sternen

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Die schwedischen Gummistiefel

"Die schwedischen Gummistiefel"
 von 
Henning Mankell




  erschienen am 22.08.2016
Der Hörverlag
ISBN 9783844523492
1 mp3-CD = 10 Stunden 31 Minuten
gelesen von Axel Milberg


Inhalt:

In jener Herbstnacht wecken Fredrik Welin lodernde Flammen. Nichts von seinem alten, abgelegenen Haus auf der Schäreninsel, nichts von seinem bisherigen Leben ist zu retten. Die Polizei mutmaßt Brandstiftung. Und plötzlich sieht sich Welin nicht nur mit dem Verdacht des Versicherungsbetrugs konfrontiert, er muss sich auch der Frage stellen, ob es mit beinahe siebzig Jahren überhaupt noch möglich ist, neu anzufangen. Oder ist bereits die Zeit des Abschieds angebrochen?



Meine Meinung:

Ich war so gespannt auf das Hörbuch. Voller Vorfreude habe ich mich auf das Hörbuch eingelassen und wurde doch am Ende etwas enttäuscht. Ich habe fast alle Bücher von Mankell gelesen. Die nachdenklichen und kritischen Afrika-Bücher ebenso wie die vielen Krimis. Oft haben sie mich begeistert, weil sie kritisch und nachedenklich und menschlich waren. Aber leider fehlte mir hier das gewisse Etwas. Der Funke wollte nicht überspringen und mich mitnehmen. Vielleicht liegt es an der erzählten Version, die die Themen noch schwerer wiegen lässt. Ich weiß es nicht.


Für mich war die Geschichte zu langatmig, zu zäh und konnte mich dadurch nur phasenweise begeistern.  Die Geschichte verlor sich in den Gedanken von Fredrik und den Diskussionen mit seiner Tochter. Man hatte das Gefühl sich im Kreis zu drehen. Es werden viele nachdenkliche Themen angesprochen wie die Einsamkeit, das Altern und der Tod. Es ist kein Krimi, wie man ihn von Mankell kennt. Wer Mankells Afrika-Bücher kennt, wird mit diesem Buch/Hörbuch zurecht kommen. Wer jedoch nur die Krimis gelesen hat, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. 

Ich bin noch etwas unschlüssig, was ich von der Geschichte halten soll. 
3 von 5 Sternen 

Samstag, 10. Dezember 2016

Das Nest


"Das Nest" 
von
Cynthia  D'Aprix Sweeney

erschienen am 25.11.2016
Klett-Cotta Verlag
ISBN: 9783608980004 
 410 Seiten


Inhalt:

Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und sie haben immer gewusst, sie würden eines Tages erben. Aber was, wenn die Erbschaft ausbleibt? Ein warmherziger, humorvoller und scharfsinniger Roman darüber, wie der Kampf ums Geld Lebensentwürfe und Familien durcheinanderbringen kann.


Meine Meinung:

"Das Nest" ist eine Geschichte, die so gut geschrieben ist, dass man sie kaum aus der Hand legen kann. Häufig können Familien-Problem-Geschichten anstrengend und kompliziert werden. Hier hat jedoch die Autorin eine gute Mischung aus Alltagsproblemen, skurrilen Eigenheiten und Geschwisterliebe geschaffen. Die vier Geschwister haben eigentlich kaum noch miteinander zu tun und eigentlich interessiert sie nur ihr eigenes Vorankommen. Das Nest (ein gutes Finanzpolster von den Elterm) bringt nun die Geschwister wieder zusammen an einen Tisch, denn es kommt anders als erwartet. 

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Auch die vielen Perspektiven, die Wendungen und die langsame Annäherung der Geschwister fand ich gut. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut und leicht zu lesen. Ich fand die Entwicklung der Geschichte und der Beziehung zwischen den Geschwistern gelungen. Der Humor ist leise und manchmal recht sarkastisch, jedoch passt er gut zu den Figuren und der Geschichte.

Eine schöne Geschichte über vier Geschwister, die sich neu aufstellen müssen, weil das Nest ihre Planungen zerstört.

4 von 5 Sternen

Sonntag, 4. Dezember 2016

Sterntaler

"Sterntaler" 
von 
Kristina Ohlsson




  Erstausgabe: 08.10.2013
aktuelle Ausgabe erschienen am 21.07.2014
  Blanvalet Verlag
ISBN: 9783442381289
544 Seiten 
 Inhalt:

Seit vielen Jahren hat die einst gefeierte Kinderbuchautorin Thea Aldrin mit niemandem mehr gesprochen. Doch jeden Samstag schickt ihr ein Fremder einen Strauß Blumen und eine Karte, auf der ein einziges Wort steht: Danke. Dann besucht eine Studentin sie im Pflegeheim – und verschwindet kurz danach spurlos. Zwei Jahre später wird die Leiche der jungen Frau in einem Waldstück in Midsommarkransen gefunden. Daneben: eine weitere Leiche, die schon deutlich länger tief in der Erde liegt. Und schließlich: eine dritte. Welches Geheimnis verschweigt die stumme Autorin?

Meine Meinung:


Nachdem ich von dem zweiten Band etwas enttäuscht war, hat mich diesmal Kristina Ohlsson wieder eingefangen. Der dritte Band ist aus meiner Sicht ihr bisher bestes Buch. Die Geschichte hat alles, was ein Leser sich von einem Thriller wünscht. Viele zwielichtige Charaktere, die nach außen hin, die Wirtschaft und die Bildung darstellen, aber im Inneren Geheimnisse haben, die schwarz wie die Nacht sind. Es gibt viele persönliche Krisen und traurige Momente für die Ermittlergruppe sowie Ermittlungen, die sehr emotional und nicht immer regelkonform durchgeführt werden. Es gibt Morde, die ganz frisch sind und Morde, die Jahrzehnte zurückliegen. Und dazwischen sitzt eine Frau und schweigt. 

Spannend bis zum Schluß, immer wieder werden Wendungen und Sackgassen, die den Frust der Ermittler hochhalten, neue Informationen, die schockieren und die Objektivität verlieren lassen, eingebaut. Die Charaktere dürfen sich weiterentwickeln und noch mehr von sich zeigen. 

Das Buch endet wieder mit einigen offenen Fragen (das kann die Autorin gut), so dass man direkt den nächsten Band starten möchte, um zu erfahren, was als nächstes geschieht.



5 von 5 Sternen

Freitag, 2. Dezember 2016

Das Schönste von Pittiplatsch


 "Das Schönste von Pittiplatsch" 
von 
Ingeborg Feustel




Spannende Kobold-Abenteuer mit Schnatterinchen und Moppi
Gelesen von Heinz Schröder, Friedgard Kunze, Günter Puppe, Günther Stiffel 
erschienen am 16.11.2016
cbj Audio
1 CD = 1 Stunde
Hörspiel


Inhalt:

Die Abenteuer von Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi wurden 1956 zum ersten Mal im DDR-Kinderfernsehen ausgestrahlt, später wurden die drei Stars zum festen Bestandteil des Sandmännchen-Abendgrußes. Die lustigen Geschichten des frechen Kobolds und seiner Freunde haben auch heute nichts von ihrem Charme verloren!


Meine Meinung: 


Bei dieser CD werden Kindheitserinnerungen wach. Ich bin mit Pttiplatsch & Co. groß geworden und ich fand die Geschichten immer toll. Jetzt als Erwachsene konnte ich noch mal abtauchen und in den Erinnerungen schwelgen. Die Geschichten sind einfach, leicht zu verfolgen und kindgerecht. Sie wirken vielleicht etwas angestaubt, aber sie sind trotzdem noch lustig, spannend und unterhaltsam. Mir persönlich hat der zweite Moppi-Sprecher besser gefallen, aber dies ist Geschmackssache. Wer die Geschichten aus dem Fernsehen kennt, wird vielleicht etwas die Bilder zu den Geschichten vermissen. Zumindest geht es mir so, denn obwohl ich die CD sehr gut fand, mag ich den kleinen Kobold noch viel lieber im Fernsehen. 

4 von 5 Sternen 


Dienstag, 29. November 2016

Im Schatten des Berges

"Im Schatten des Berges" 
von 
Gregory David Roberts





Erschienen am 17.10.2016
Goldmann Verlag
988 Seiten


Inhalt:


„Shantaram“ hat Millionen Leser auf der ganzen Welt berührt. Die Geschichte von Lindsay Ford, dem Australier, der aus dem Gefängnis ausbrach, in Mumbai untertauchte, als Arzt im Slum arbeitete und um die Liebe seines Lebens kämpfte, lebt in ihren Herzen weiter. Lindsay Ford wurde zu Shantaram, und die Stadt Mumbai zu seiner Heimat. Am Ende verlor er einen Menschen, den er über alles liebte, wie einen Vater verehrte: den Mafiaboss Khaderbhai.


Zwei Jahre sind seitdem vergangen, und seit Khaderbhai nicht mehr mehr da ist, bekämpfen sich die verschiedenen Gangs der Stadt immer unerbittlicher, die Gewalt eskaliert. Auf der Suche nach einem Ausweg begegnet Lin einem heiligen Mann, der alles infrage stellt, was Lin zu wissen glaubte. Am liebsten würde er die Stadt verlassen, ein neues Leben beginnen. Doch zwei Dinge halten ihn zurück: Karla, seine große Liebe, und ein fatales Versprechen, das er nicht brechen kann.



Meine Meinung:


Wer "Shantaram" gelesen hat, wird in diesem Buch schnell die Charaktere wiedererkennen und einen leichten Einstieg haben. Ohne die Vorkenntnisse wird es wahrscheinlich etwas schwerer die Verknüpfungen zwischen den Charakteren zu verstehen. 

Auch in dem zweiten Buch zu seinem Leben hat es Gregory Roberts geschafft mich einzufangen und mitzunehmen. Sein Schreibstil ist sehr gut und flüssig und so klar und deutlich, dass man das Gefühl hat, den Straßenlärm, die Gefahren und die Freude spüren und hören zu können. Es geht auch diesmal um seine große Liebe Karla, seine Freunde und sein Leben in Indien. Die Clankämpfe, die Morde, die Brände und die Korruption sind auch diesmal wieder ein Bestandteil  der Geschichte. Trotzdem schaffte er es, dass auch der Humor bei dieser Geschichte nicht zu kurz kommt. Ich musste immer wieder über die Handlungen und Eigenheiten von Didier & Co. schmunzeln.

Einen größeren Raum gibt er den Gedankenflügen. Immer wieder wird es philosophisch und manchmal ziehen sich diese Diskussionen über mehrere Seiten. Teilweise fand ich dies zu langatmig und wenig spannend. 

Phasenweise erinnerte mich leider die Geschichte an einen amerikanischen Blockbuster. Einer gegen alle. Ein Held, der alle rettet. Ein Mann, der von der bösen Seite zur guten Seite wechselt. Kann sich ein Mensch derart ändern? Es wirkte nicht echt und realistisch und leider litt die Geschichte etwas darunter.

Trotzdem: 
Wer einfach nur eine spannende Geschichte, die in Indien spielt, lesen möchte, hat hier genügend Seiten (988) und Abenteuer, um abzutauchen.  

4 von 5 Sternen 

Mittwoch, 23. November 2016

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

"Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen" 
von 
Lars Simon




erschienen am 14.10.2016
Jumbo Verlag
ISBN: 9783833736018 
Mehr Informationen hier.
3 CD = 242 Minuten


Inhalt:

Göteborg: Für den jungen Unternehmensberater Lennart Malmkvist läuft es richtig gut. Er hat Erfolg im Beruf und bei den Frauen. Doch als er überraschend den Zauber- und Scherzartikelladen seines alten Nachbarn Buri Bolmen erbt, nehmen höchst seltsame Dinge ihren Lauf: Mit Buri verschwindet auch Lennarts Kollegin Emma und Lennart verliert erst seine Sprache, dann seinen Job. Als wäre das nicht genug, fängt auch noch Buris Mops Bölthorn an, mit Lennart zu sprechen. Er erklärt ihm, dass Zauberei keinesfalls ein Scherz, sondern eine ernste Angelegenheit ist und Buris Tod kein Zufall. Mit dem mürrischen Mops an seiner Seite bricht Lennart auf, um die Rätsel zu lösen.
Es beginnt ein durch und durch magisches Abenteuer, das Dietmar Wunder spannungs- und humorvoll interpretiert.



Meine Meinung:



Meine Erwartungen an Lennart Malmkvist und an den Mops waren hoch, denn der Autor hat mit „Rentierköttel“ schon eine kleine Marke gesetzt, die es nun zu toppen galt. Da ich Lars Simon schon nach Lappland begleiten durfte, ahnte ich schon, dass es auch in Schweden nicht so ganz normal ablaufen wird. Und tatsächlich konnte auch der „normale“ Romanstart nicht darüber hinweg täuschen, dass die Geschichte wieder leicht skurril und verwirrend und herrlich komisch wurde. Lennart Malmkvist ist eigentlich ein ganz normaler karriereorientierter junger Mann, der nur seine Ziele erreichen will. Doch, wenn man das „Auserwählten-Gen“ in sich trägt, kann man so manches Ziel wieder von der Liste streichen. Karriere als Unternehmensberater zum Beispiel.

Die Geschichte startet harmlos normal und witzig. Es dauert diesmal etwas länger bis man im skurrilen Teil ankommt. Doch bis dahin wird man schon wunderbar unterhalten. Die Wortschöpfungen von Lars Simon finde ich einzigartig und schon darüber konnte ich herzlich lachen. Ein sprechender Mops gibt dieser Geschichte noch einen kleinen Extrakick. Ich konnte mir den leicht sabbernden und stark zerknautschten Hund gut vorstellen. Und ausgerechnet dieser Mops soll helfen des Rätsels Lösung zu finden. Für Lennart nur schwer begreifbar. So wie Bölthorn (der Mops) stark an den Fähigkeiten von Lennart zweifelt. Wie sich diese Beziehung entwickelt, ist unterhaltsam und man mag beide Charaktere schnell sehr gern. Am Ende der Geschichte bekommt man ganz unauffällig mitgeteilt, dass es wohl weitergehen wird, denn das Böse ist noch besiegt und Lennart und Bölthorn haben noch nicht alle Rästel gelöst.

Dietmar Wunder, der die Geschichte erzählt hat, konnte die Charaktere so gut vermitteln, dass man sich sehr schnell in mitten in der Geschichte befand. Die Figuren wurden durch seine Stimme lebendiger und besser vorstellbar.

Es ist eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Krimi-Fantasy-Geschichte mit sympathischen und düsteren Charakteren, einem wunderbaren Mops und vielen herrlichen Wortschöpfungen.



5 von 5 Sternen



 Vielen Dank an den Jumbo Verlag und  für das Rezensionsexemplar. 
 

Sonntag, 20. November 2016

Meine 500 besten Freunde

"Meine 500 besten Freunde" 
von 
Johanna Adorján



256 Seiten  
btb Verlag
erschienen am 09.03.2015
ISBN: 9783442742943

Inhalt:

Eine angetrunkene Jungschauspielerin. Eine schillernde Theaterdiva. Eine aggressive Yogalehrerin. Eine vergessene Filmlegende. Eine durchtriebene Feuilleton-Praktikantin. Zwei Freundinnen, die sich wahrscheinlich zum letzten Mal treffen. Ein eitler Journalist, der fest damit rechnet, die Goldene Edelfeder verliehen zu bekommen. Ein verunsicherter Bestsellerautor, der seinen Lektor von den Qualitäten seines miserablen zweiten Romans zu überzeugen versucht.


Meine Meinung:

Eine nette Sammlung von Geschichten, die einen (mal mehr, mal weniger) gut unterhalten.
Es gab Geschichten über die konnte ich herrlich lachen. Sie waren voller Klischees und Macken, Zickereien und Eigenheiten der Charaktere. Man konnte wie bei einem Theaterstück gemütlich von außen zuschauen und sich amüsieren.
 Hier passte alles gut zusammen, die Figuren, der Humor und die ganze Handlung.

Bei den anderen Geschichten war mir die Handlung zu gestellt und konstruiert. Die Charaktere waren zu blaß und die Handlung leider etwas zu belanglos, um mich zu fesseln. Da fehlte der Funke zum Überspringen. Diese Geschichte kann man jedoch gut überblättern und sich der nächsten Geschichte widmen. 

Es werden aber immer wieder Menschen aus der Kunst-, Literatur- und Theaterwelt dargestellt. Wer sich nicht in den Kreisen bewegt, wird sich wohl so manches Mal wundern oder seine Klischees bestätigt bekommen. Es ist auch ein Abtauchen hinter die Kulissen, die natürlich etwas üebrspitzt dargestellt werden (oder doch nicht?). 

Die Geschichten lassen sich gut lesen, denn die Autorin hat einen schönen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Nur leider waren nicht alle Geschichten gut und amüsant.


3 von 5 Sternen

Freitag, 18. November 2016

Die Frau des Zoodirektors

"Die Frau des Zoodirektors" 
von 
Diane Ackerman

erschienen am 31.10.2016
Random House Audio
ISBN: 9783837136616 
 6 CD = 7 Stunden 35 Minuten


Inhalt:

Während der Zweite Weltkrieg tobt, wird der Warschauer Zoo Schauplatz einer dramatischen Rettungsaktion, die über 300 Juden vor dem sicheren Tod bewahrt. Jan und Antonina Zabinski, der Zoodirektor und seine Frau, schmuggeln Juden aus dem Warschauer Ghetto auf das brachliegende Zoogelände, wo sie die Todgeweihten in den leeren Tierkäfigen vor den Nazis verstecken und ihnen damit das Leben retten. Eine wahre Geschichte aus dem besetzten Warschau des zweiten Weltkriegs.

Bibiana Beglau liest mit der richtigen Mischung aus Empathie und Ernsthaftigkeit.



Meine Meinung: 

Ein beeindruckende Geschichte, die unter die Haut geht und den Zuhörer nachdenklich zurücklässt. 

Eine besondere Biografie von einem Ehepaar, welches sich sowohl für die Menschen als auch für die Tiere eingesetzt hat. Leider sind sie etwas in Vergessenheit geraten. Doch mit diesem Hörbuch wird ihre Geschichte erzählt. Die Autorin hat sehr gut die biografischen Elemente (aus Tagebüchern) und geschichtliche Fakten miteinander verbunden. So entstand eine gelungene und beeindruckende Geschichte rund um die grausamen und schweren Jahre der Polen während der Nazizeit. Die Sprecherin des Hörbuches schaffte es mich mitzunehmen und festzuhalten. Die Charaktere wurden sehr gut herausgearbeitet und man konnte sich die Situationen gut vorstellen. Man litt und freute sich mit ihnen und erschrak ebenso, wenn wieder grausame Details erzählt wurden. Trotz aller Traurigkeit, Grausamkeit und Krieg fand die Autorin auch immer einen kleinen Weg etwas Freude, Optimismus und Humor in die Geschichte einzubauen. 

Ein Hörbuch, was sich lohnt und eine Geschichte, die Kopf bleibt, weil sie zwei gegensätzlichen Seiten (Grausamkeit und Menschlichkeit) aufzeigt.

5 von 5 Sternen 

 

Mittwoch, 9. November 2016

Die vielen Leben des Jan Six

"Die vielen Leben des Jan Six" 
von 
Geert Mak


erschienen am 17.10.2016
Siedler Verlag
ISBN: 9783827500878
512 Seiten

Inhalt:

Sie sind die Buddenbrooks der Niederlande: Die Six-Dynastie gehört seit dem Goldenen Zeitalter zu den politisch und kulturell bedeutendsten Familien des Landes. Bestsellerautor Geert Mak folgt den Spuren dieser Familie, die seit mehr als vierhundert Jahren in Amsterdam ansässig ist, und erweckt ihre Geschichte und Geschichten zu neuem Leben. Er erzählt die Biographie der Familie bis heute und entwirft zugleich ein ebenso farbiges wie schillerndes Panorama ihrer unterschiedlichen Epochen.

Jan Six – Mäzen, Aufklärer, Kunstsammler, Amsterdamer Regent und verewigt auf einem der schönsten Porträts, das Rembrandt je schuf – gilt als Begründer der Dynastie und hatte eine ganze Reihe von Nachkommen, von denen der jeweils Erstgeborene seinen Namen trug. Wie er gelangten viele von ihnen in den darauffolgenden Jahrhunderten in Kunst, Politik und Wissenschaft zu Reichtum und Ruhm. Andere Familienmitglieder wiederum verbrachten ihr Leben in Armut und Einsamkeit. Zahlreiche Tagebücher, Briefe, Notizen und Aufzeichnungen, die sich zusammen mit dem Rembrandt-Bildnis bis heute im Besitz der Familie befinden, zeugen davon. »Die vielen Leben des Jan Six« ist die Geschichte einer Familie und ihrer Stadt über viele Generationen hinweg. Es ist eine Geschichte von Ambitionen und Scheitern, von Größe und der ewigen Angst vor dem Niedergang.


Meine Meinung:

Ich hatte bei diesem Buch gehofft, dass es eine runde Familiengeschichte wie die Buddenbrooks oder die Wertheims wird. Doch so ganz erfüllte sich meine Hoffnung nicht. Es ist sehr detailliert und umfassend recheriert worden und der Autor hat jedes noch so kleine Detail mit in die Geschichte eingefügt. Dadurch wird jedoch die Geschichte der Familie Six sehr lang und phasenweise auch zäh. Gerade die ersten 100 Seiten fand ich schleppend und es dauerte leider recht lang bis ich mich mit der Geschichte wohlfühlte. Der große Begeisterungsfunke konnte trotz guter Recherche und interessanten Details nicht überspringen. Dafür war die Geschichte der Familie zu trocken, zu geschichtsbuchmäßig erzählt wurden. Die Fakten waren interessant, hätten jedoch auch etwas gestrafft werden können.

Wer (wie ich) eine große Familiengeschichte wie oben genannt erwartet, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht werden. Wer gern Geschichtsbücher mit ein bißchen Roman liest, könnte mit diesem Buch seinen Spaß haben.

3 von 5 Sternen
 

Sonntag, 6. November 2016

Das Geheimnis der Schwimmerin

"Das Geheimnis der Schwimmerin" 
von 
Erika Swyler




erschienen am 17.10.2016
Random House Audio
ISBN: 9783837136265 
gelesen von Sascha Rotermund
7 Stunden 47 Minuten


Inhalt:

Simon Watson lebt allein in einem alten Haus an der Küste Long Islands. Ein altes Buch, das er vor seiner Tür fi ndet, zieht ihn in seinen Bann: Es erzählt von einer großen Liebe, dem dramatischen Tod einer Schwimmerin und dem tragischen Schicksal einer ganzen Familie – Simons Familie. Wie es scheint, finden Watson-Frauen seit 250 Jahren im Wasser den Tod – immer am 24. Juli. Auch Simons Mutter ertrank. Als seine Schwester zu Besuch kommt, scheint sie seltsam verändert – und der 24. Juli steht unmittelbar bevor.


Meine Meinung:

Es klang so gut. Geheimnsvoll, spannend, komplizierte Familiengeschichte und Schicksale. 
Ein schönes ansprechendes Cover mit einem Wirbelsturm im Wasserglas, welcher neugierig machte. Eigentlich ist es eine perfekte Mischung für ein Hörbuch auf langen Autofahrten
Jedoch die Enttäuschung war groß. Leider war die Geschichte weder geheimnisvoll noch spannend. Erschreckenderweise wollte ich schon ab der dritten CD nicht mehr das Ende wissen, aber ich habe mich trotzdem durch die Geschichte gequält.

 Leider schaffte es der Sprecher nicht, den Figuren Leben einzuhauchen. Die Hauptcharaktere blieben farblos und wenig ansprechend. Sie zeigten, aus meiner Sicht, wenig Emotionen. Sie wirkten teilnahmslos und ich konnte leider keine Bindung zu ihnen aufbauen. Sie waren einfach nicht greifbar. Ich fand die Übergänge der einzelnen Handlungsstränge nicht so gelungen und teilweise waren die Kapitel recht zäh und kamen nur schleppend voran. Die Geschichte hatte keine wirklich spannenden Momente und so lief sie leider über sieben Stunden seicht dahin.

Die Idee war nicht schlecht, vielleicht ist das Buch etwas spannender als die erzählte Version, aber mich konnte sie leider nicht überzeugen.
 
 2 von 5 Sternen