Sonntag, 14. Februar 2016

Taking Chances

"Taking Chances" 
von 
Molly McAdams



erschienen am 11.01.2016
MIRA Taschenbuch Verlag
ISBN 9783956492686 
475 Seiten
Mehr Informationen hier!
 


Inhalt:

 Harper wächst unter dem strengen Regiment ihres Marine-Dads auf. Sie zählt die Tage, bis sie aufs College gehen kann, um endlich die Dinge zu erleben, von denen sie bislang nur gehört hat: Flirten, Daten, Küssen. Gleich auf der ersten Party trifft sie Chase, der all das ist, was ihr Vater hasst: sexy, wild, verwegen. Nur mühsam widersteht Harper seinem Bad-Boy-Charme. Obwohl sie sich kurz darauf in seinen attraktiven Mitbewohner Brandon verliebt, scheint ihr Körper jedes Mal vor Verlangen zu vibrieren, sobald Chase in der Nähe ist. Sie ist überglücklich mit Brandon, aber auch ihre Gefühle für Chase werden immer stärker. Ein unvergessliches Wochenende lang gibt sie der Versuchung nach - und plötzlich ist nichts mehr, wie es war.


Meine Meinung:


Das Buch habe ich in drei Tagen gelesen. Nicht, weil es so gut war, sondern um es endlich weglegen zu können. Das gesamte Buch ist voller Klischees, Oberflächlichkeiten und wenig Realität. Über die gesamten 475 Seiten kam ich nicht aus dem Kopfschütteln heraus. Die Klischees beginnen mit einer jungen Frau, die bei einem lieblosen Vater ohne Mutter aufwächst. Sie zieht jungfräulich nach Kalifornien und erlebt dort in binnen von 2 Jahren, was manch andere in ihrem ganzen Leben nicht schaffen. Dafür, dass sie so schüchtern, zurückhaltend und unerfahren ist, legt sie ein ordentliches Tempo beim Styling (eher nuttig als schick) und den Jungs hin. Natürlich trifft sie nur auf die gutgebauten, tätowierten und prügelfreudigen Jungs. Die es auch in binnen kurzer Zeit schaffen ihr den Kopf derart zu verdrehen, dass der Leser nur die Augen dazu verdrehen kann. Die beschriebenen Liebesszenen beginnen und enden immer gleich, keine Spannung, keine Überraschung - alles wirkt mechanisch. Gut bei Harper kribbelt es und so lernen die jungen Menschen hier, dass Kondome Nebensache sind. Schade! Das Ergebnis ist jetzt schon absehbar. 

Die angekündigte Wende in der Geschichte ist dann das Sahnehäuchen auf der klischeehaften Geschichte. Unglaublich, wie schnell man sich von dem Schock und der Leere erholen kann (worum es geht, kann ich hier nicht verraten, sonst ist auch noch die letzte Spannung weg). Aber auch hier greift die Autorin ganz tief in die Schnulzenkiste. 

Auch die Eltern der verschiedenen Jungs sind für mich unbegreiflich naiv und wenig realistisch. Wer im Leben steht, weiß, dass Eltern in der Regel so nicht reagieren und agieren würden. Harper, der Hauptcharakter der Geschichte, wurde mir während der ganzen Geschichte nicht einmal symphatisch. Sie ist unglaublich oberflächlich, anstrengend und naiv. Erstaunlicherweise wollen alle Jungs sie beschützen, was wohl daran lag, dass sie so unglaublich zierlich und klein (wurde mehrfach betont) war. Sind größere und normalgewichtige Mädchen nicht beschützenswert? Und Jungs, die nicht tätowiert und muskelbepackt sind weniger attraktiv? Müssen Jungs sich prügeln und stets ihr Revier "markieren" damit sie echte Kerle sind? Die ständigen Besitzansprüche gegenüber eines Mädchens/einer Frau fand ich auch befremdlich. 

Vielleicht bin ich schon zu alt für diese Bücher, vielleicht hinterfrage ich die Geschichten zu sehr oder vielleicht ist das Buch einfach nur nicht gut. Für mich war es eine Enttäuschung und kein Lesevergnügen, deshalb gibt es auch nur einen Stern.

 


1 von 5 Sternen

 Vielen Dank an BloggdeinBuch und den MIRA Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Au wei, da habe ich ja was vor mir; ich fange gerade an es zu lesen. Dieses ständige Beschützen und Revier markieren ging mir schon bei Abbi Glines so auf die Nerven, dass ich zu keinem ihrer Bücher mehr greifen will. Naja abwarten, vielleicht finde ich ja doch noch etwas Positives daran...

    AntwortenLöschen
  2. Pfft, und das soll auch noch ein Jugendbuch sein? Klingt ja wirklich unglaublich platt und in mehr als einer Hinsicht bedenklich.
    Danke für die Warnung!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin davon ausgegangen, dass bei diesem Thema, der Umsetzung und dem Schreibstil Jugendliche bzw. junge Erwachsene angesprochen werden sollen.

      Löschen
  3. Huhu!
    Ich habe gerade bei BdB deine Rezi gefunden, weil ich geguckt habe, ob schon jemand das Buch durchgelesen hat. Ich bin gerade 25 Seiten nach dem grossen Wendepunkt (von dem ich leider vorher schon wusste dank nicht spoilerfreien Rezensionen) und ich bin geschockt! Wie kann sie einfach die letzten 300 Seiten vergessen? Bisher fand ich das Buch nicht schlecht, Klischee-gespickt, ja, aber es ist halt YA.. Da erwarte ich eigentlich Klischees :D Aber gerade habe ich nur noch Lust das Buch gegen die Wand zu pfeffern. Schade..
    Alles Liebe
    Henny von bellezza-ribelle

    AntwortenLöschen
  4. Hey :) Habe mich gerade auf die Suche nach Rezis zu diesem Buch gemacht und bin über BdB bei deiner gelandet. Ich habe das Buch sehr ähnlich anstrengend empfunden wie du und bin froh, mit meiner sehr negativen Rezi nicht allein dazustehen. :) Jetzt wartet bei mir noch Love&Lies von der Autorin als Rezi-Exemplar. Das soll ja deutlich besser sein, aber nach Taking Chances ist mir da etwas bange. ;D Jedenfalls eine gute Rezi, die du da geschrieben hast. Freue mich, auf deinem Blog gelandet zu sein. :)

    Viele liebe Grüße, Viktoria von diary-of-a-booklover.tumblr.com

    AntwortenLöschen