Montag, 6. Juni 2016

Das Schlossgespinst

"Das Schlossgespinst" 
von 
Hans-Henner Hess



  erschienen am 14.01.2016
  DuMont Buchverlag
ISBN: 9783832163488 
 320 Seiten 
 3. Fall
 
 
Inhalt:
 
Nach seinem turbulenten Ausflug in die Welt des Oberhofer Bobsports ist der Fickel froh, wieder in heimischen Gefilden zu weilen. Jetzt kann alles seinen gewohnt ruhigen Gang gehen. Doch zu früh gefreut! Ausgerechnet im Meininger Schloss Elisabethenburg, in dessen Schloss-Stuben der Fickel immer so gemütlich Gänsebrust verzehrt, machen sich kriminelle Energien bemerkbar. Die Partitur eines unbekannten Brahms-Konzertes ist aufgetaucht und entfesselt einen Streit zwischen der Meininger Stadtverwaltung und der Adelsfamilie. Das könnte dem Fickel herzlich egal sein. Doch schon bald gibt es im Schloss einen Toten zu beklagen – und ausgerechnet er soll es als Anwalt mal wieder richten. Notgedrungen macht sich der Fickel daran, den Fall aufzuklären, und wünscht sich schon bald, seine kulturelle Ader niemals entdeckt zu haben.
 
 
Meine Meinung:
 
 
Endlich einmal ein Buch dessen Fußnoten sich lohnen zu lesen. 
Anwalt Fickel ist ein Anwalt, den man als Leser mag, aber nicht unbedingt als Verteidiger haben möchte. So mancher Laie kennt sich da besser mit dem Gesetz aus als Anwalt Fickel. Doch ausgerechnet er wird wieder in einem Fall hineingezogen. Er, der sich doch einfach nur etwas Ruhe sich gönnen möchte und gern einmal nichts tut. Die Umstände verlangen jedoch etwas mehr Einsatz für den Menschen, den Hund und die Musik.

Hans-Henner Hess kann seine Leser bestens mit Fickel und Co. unterhalten. Ein Krimi, der nicht nur gut gestrickt, sondern auch mit viel Humor, Satire und Ironie ausgestattet ist. Wie schon gesagt, die Fußnoten müssen hier beachtet werden und man sollte stets auf das Augenzwinkern des Autoren beim Lesen achten. Nicht immer kommen die Juristen hier gut weg, aber da der Autor selbst ein solcher ist, kann man wohl von aufgehübschten Insiderinformationen ausgehen ;-). 
Eine gute Protion Ostalgie werden ebenso geliefert wie eine kleine Brise klassische Musik. Beides nicht zu verachten und sehr unterhaltsam. Die Geschichte wird nur langsam aufgerollt und bis dahin lernt man jede Menge skurrile Figuren aus der Meininger High Society kennen. Bis zum Schluss kann Hans-Henner Hess die Spannung halten und am Ende den Leser noch überraschen.

Man sollte (nicht wie ich) bei dieser kleinen Krimiserie mit dem ersten Band "Herrentag" starten. So bringt man sich nicht um viele komische Momente und kann auch so manche Nebenbemerkung besser vestehen. Der "Herrentag" liegt bei mir schon bereit und auch der zweite Band wird bald folgen.
 
 
 
 
 5 von 5 Sternen

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