Mittwoch, 13. Juli 2016

Die Grammatik der Rennpferde

"Die Grammatik der Rennpferde" 
von 
Angelika Jodl






erschienen am 24.05.2016
  Random House Audio
ISBN: 9783837133936 
6 CD = 7 Stunden 56 Minuten
Gelesen von Martina Gedeck




Inhalt:



Grammatik ist öde? Stimmt nicht. Ein Zoo voll Wortarten, eine Theaterbühne für Satzglieder, Pronomen mit Rhythmus — für die Studenten von Salli Sturm ist die Grammatikstunde täglich großes Kino. Für Salli wird daraus eine echte Liebesgeschichte, mit der sie im Leben nicht mehr gerechnet hätte. Weil sie die Altersgrenze für Romanzen überschritten hat und weil sich ihr Privatschüler Sergey, der russische Ex-Jockey, so hartnäckig gegen Konjunktive und Artikel stemmt.



Meine Meinung:


 Salli Sturm hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Sie lebt für ihren Beruf, für ihre Studenten und schwärmt so ein kleines bißchen für den neuen Kollegen Anselm. Doch mehr passiert nicht. Dann trifft sie auf Sergey und vieles in ihrem geordneten Leben ändert sich. 

Wer sich auf diese Geschichte einlässt, wird sehr gut unterhalten. Es ist eine Liebesgeschichte, aber hier sucht man vergebens Kitsch und Herzschmerz. Das liegt vielleicht auch daran, dass sowohl Sallie als auch Sergey bereits einiges im Leben erfahren haben und nicht mehr ganz so jung sind. Wie sie sich annähern und auch missverstehen, wie sie mit den Worten und um die Wörter kämpfen und sich dabei näher kennenlernen, wird von Martina Gedeck so gut erzählt, dass man sich das Paar gut vorstellen kann.  

Die Geschichte ist ungewöhnlich und interessant. Die deutsche Grammatik wird ganz nebenbei aufgefrischt und man muss schon schmunzeln, wie Sallie versucht ihren ausländischen Studenten die Stolpersteine der Grammatik zu erklären und brauchbar zu machen. Beide Hauptfiguren (Salli und Sergey) sind symphatisch und authentisch. Es könnten die eigenen Nachbarn sein. Aber auch über Anselm und sein Abenteuer sowie die Kollegen von Sallie konnte ich mich gut amüsieren.

Martina Gedeck hat die verschiedenen Stimmen sehr gut herausgearbeitet und besonders gut hat mir der russische Akzent gefallen. Sie schaffte es, den Charakteren Leben und Gefühle einzuhauchen und sie so dem Zuhörer näher zubringen. Dank ihrer Stimme konnte ich so manches Mal sogar das Augenrollen von Salli oder das Kopfschütteln von Sergey hören. Ihre abwechslungsreiche Stimme trug mich ganz leicht durch die Geschichte und schaffte es dadurch, dass ich Spaß beim Zuhören hatte.

Eine rundum gelungene liebevolle (nicht kitschige!) Geschichte über zwei Menschen, die die Liebe neu entdecken, über Rennpferde und die deutsche Grammatik.
Von diesen Geschichten darf es gern mehr geben.

5 von 5 Sternen



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