Mittwoch, 3. August 2016

Der Sündenfall von Wilmslow

"Der Sündenfall von Wilmslow" 
von 
David Lagercrantz



erschienen am 18.01.2016
Random House Audio Verlag
ISBN: 9783837133318 
2mp3-CD = 11 Stunden 3 Minuten 
gelesen von Devid Striesow

Inhalt:

England 1954: ein toter Mathematiker, ein mit Zyankali versetzter Apfel — alles deutet auf Selbstmord hin. Oder hat der Tod des weltbekannten Alan Turing doch etwas mit seiner Arbeit für den Geheimdienst zu tun? Detective Sergeant Leonard Corell setzt die Teile eines Puzzles zusammen, das vielleicht eines der am besten gehüteten Geheimnisse des Krieges offenbart.



Meine Meinung:


Wer mit der Mathematik, der (Computer-)Technik und der Logik nichts anfangen kann, wird es mit diesem Hörbuch schwer haben. Denn dies sind neben dem Mord und der Homosexualität die Hauptthemen in dieser Geschichte.

Ein Mann in den besten Jahren begeht scheinbar Selbstmord. Er ist ein verurteilter Homosexueller und damit scheint der Fall für viele Menschen geklärt. Jedoch Detective Sergeant Leonard Corell will nicht so recht daran glauben. Durch einen nicht abgeschickten Brief wird er neugierig auf den Mann, der sich sehr viel mit dem Lügenparadoxon, mit der Mathematik und der "Maschine" beschäftigt hat. Leonard Corell recherchiert und befragt und findet so ganz langsam ein Puzzlestück nach dem anderen. 

Zwischendurch bekommt der Zuhörer einen Exkurs durch die Mathematik und Logik. Diese Passagen sind recht lang und können auch anstrengend sein. Wer keine großen Kenntnisse hat, könnte den Faden (und vielleicht auch die Lust) verlieren. 

Spannend dagegen ist es zu hören, wie der  Detective Sergeant seine Recherchen betreibt, denn die Handlung spielt im Jahr 1954. Ohne Internet, E-Mail, Handy, Twitter, Facebook & Co. muss er die Lösung des Falles finden. Diese Seite der Geschichte fand ich sehr gut. Auch die Ansichten bezüglich der Homosexualität sind aus heutiger Sicht befremdlich. Die Homosexualität stand noch unter Strafe und wurde teilweise von ehrgeizigen Polizisten sogar verfolgt. Auch dieser Aspekt wird von dem Autor sehr stark beleuchtet. 

Der Autor hat eine interessante Geschichte geschrieben, die mal anders ist als das bisher gehörte. Jedoch hätte man manche Passage kürzen oder vereinfachen können. Es gab recht lange und zähe Abschnitte, die der Spannung der Geschichte nicht gut taten. Die Suche nach dem Mörder tritt hier etwas in den Hintergrund, aber trotzdem lohnt es sich dieses nicht ganz so leichte Hörbuch anzuhören, um einfach mal etwas mehr zur Mathematik, der Geschichte aus dem 50ern und den Anfängen der Computertechnik (die Maschine) zu erfahren.

3 von 5 Sternen

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