Mittwoch, 7. September 2016

Die Vegetarierin

"Die Vegetarierin" 
von 
Han Kang


erschienen am 15.08.2016
Aufbau Verlag
ISBN: 9783351036539 
190 Seiten 
 
 
Inhalt:
 
Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen.

»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«

Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist. Der Roman wurde mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet. 


Meine Meinung:

Mit dieser Geschichte kämpfe ich. 

Vieles in der Geschichte hat mich einfach nicht angesprochen, es hat mich abgestoßen und teilweise geekelt. Ich war entsetzt über die Handlungen der Männer und der Familie und die Wehrlosigkeit der jungen Frau, die schamlos für die eigene Begierde ausgenutzt wurden. Jedoch konnte man über diese Geschichte einiges über das Denken (Vegetarier) und die Traditionen koreanischer Familien erfahren, was ich wiederum interessant fand. Vieles in diesem Buch provoziert und schockiert und machte die Geschichte (für mich) zu keinem Lesevergnügen. 

Was mir an dem Buch gefallen hat, war der Schreibstil der Autorin, der ist wunderbar zu lesen und sie schreibt in Bildern, die die Geschichte lebendig macht. Auch die Covergestaltung fand ich gut und passend zur Geschichte. Es lohnt sich das Cover genau anzuschauen, um nicht nur flüchtig die Blumen wahrzunehmen. Man muss jedoch die Geschichte gelesen haben, um das Cover wirklich zu verstehen. 

Ich kann mich leider trotzdem nicht so ganz dem Jubel der Presse und den einzelnen Stimmen anschließen. Möchte ich noch einmal eine solche Geschichte lesen? Eher nicht. 



3 von 5 Sternen

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