Dienstag, 29. November 2016

Im Schatten des Berges

"Im Schatten des Berges" 
von 
Gregory David Roberts





Erschienen am 17.10.2016
Goldmann Verlag
988 Seiten


Inhalt:


„Shantaram“ hat Millionen Leser auf der ganzen Welt berührt. Die Geschichte von Lindsay Ford, dem Australier, der aus dem Gefängnis ausbrach, in Mumbai untertauchte, als Arzt im Slum arbeitete und um die Liebe seines Lebens kämpfte, lebt in ihren Herzen weiter. Lindsay Ford wurde zu Shantaram, und die Stadt Mumbai zu seiner Heimat. Am Ende verlor er einen Menschen, den er über alles liebte, wie einen Vater verehrte: den Mafiaboss Khaderbhai.


Zwei Jahre sind seitdem vergangen, und seit Khaderbhai nicht mehr mehr da ist, bekämpfen sich die verschiedenen Gangs der Stadt immer unerbittlicher, die Gewalt eskaliert. Auf der Suche nach einem Ausweg begegnet Lin einem heiligen Mann, der alles infrage stellt, was Lin zu wissen glaubte. Am liebsten würde er die Stadt verlassen, ein neues Leben beginnen. Doch zwei Dinge halten ihn zurück: Karla, seine große Liebe, und ein fatales Versprechen, das er nicht brechen kann.



Meine Meinung:


Wer "Shantaram" gelesen hat, wird in diesem Buch schnell die Charaktere wiedererkennen und einen leichten Einstieg haben. Ohne die Vorkenntnisse wird es wahrscheinlich etwas schwerer die Verknüpfungen zwischen den Charakteren zu verstehen. 

Auch in dem zweiten Buch zu seinem Leben hat es Gregory Roberts geschafft mich einzufangen und mitzunehmen. Sein Schreibstil ist sehr gut und flüssig und so klar und deutlich, dass man das Gefühl hat, den Straßenlärm, die Gefahren und die Freude spüren und hören zu können. Es geht auch diesmal um seine große Liebe Karla, seine Freunde und sein Leben in Indien. Die Clankämpfe, die Morde, die Brände und die Korruption sind auch diesmal wieder ein Bestandteil  der Geschichte. Trotzdem schaffte er es, dass auch der Humor bei dieser Geschichte nicht zu kurz kommt. Ich musste immer wieder über die Handlungen und Eigenheiten von Didier & Co. schmunzeln.

Einen größeren Raum gibt er den Gedankenflügen. Immer wieder wird es philosophisch und manchmal ziehen sich diese Diskussionen über mehrere Seiten. Teilweise fand ich dies zu langatmig und wenig spannend. 

Phasenweise erinnerte mich leider die Geschichte an einen amerikanischen Blockbuster. Einer gegen alle. Ein Held, der alle rettet. Ein Mann, der von der bösen Seite zur guten Seite wechselt. Kann sich ein Mensch derart ändern? Es wirkte nicht echt und realistisch und leider litt die Geschichte etwas darunter.

Trotzdem: 
Wer einfach nur eine spannende Geschichte, die in Indien spielt, lesen möchte, hat hier genügend Seiten (988) und Abenteuer, um abzutauchen.  

4 von 5 Sternen 

Mittwoch, 23. November 2016

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

"Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen" 
von 
Lars Simon




erschienen am 14.10.2016
Jumbo Verlag
ISBN: 9783833736018 
Mehr Informationen hier.
3 CD = 242 Minuten


Inhalt:

Göteborg: Für den jungen Unternehmensberater Lennart Malmkvist läuft es richtig gut. Er hat Erfolg im Beruf und bei den Frauen. Doch als er überraschend den Zauber- und Scherzartikelladen seines alten Nachbarn Buri Bolmen erbt, nehmen höchst seltsame Dinge ihren Lauf: Mit Buri verschwindet auch Lennarts Kollegin Emma und Lennart verliert erst seine Sprache, dann seinen Job. Als wäre das nicht genug, fängt auch noch Buris Mops Bölthorn an, mit Lennart zu sprechen. Er erklärt ihm, dass Zauberei keinesfalls ein Scherz, sondern eine ernste Angelegenheit ist und Buris Tod kein Zufall. Mit dem mürrischen Mops an seiner Seite bricht Lennart auf, um die Rätsel zu lösen.
Es beginnt ein durch und durch magisches Abenteuer, das Dietmar Wunder spannungs- und humorvoll interpretiert.



Meine Meinung:



Meine Erwartungen an Lennart Malmkvist und an den Mops waren hoch, denn der Autor hat mit „Rentierköttel“ schon eine kleine Marke gesetzt, die es nun zu toppen galt. Da ich Lars Simon schon nach Lappland begleiten durfte, ahnte ich schon, dass es auch in Schweden nicht so ganz normal ablaufen wird. Und tatsächlich konnte auch der „normale“ Romanstart nicht darüber hinweg täuschen, dass die Geschichte wieder leicht skurril und verwirrend und herrlich komisch wurde. Lennart Malmkvist ist eigentlich ein ganz normaler karriereorientierter junger Mann, der nur seine Ziele erreichen will. Doch, wenn man das „Auserwählten-Gen“ in sich trägt, kann man so manches Ziel wieder von der Liste streichen. Karriere als Unternehmensberater zum Beispiel.

Die Geschichte startet harmlos normal und witzig. Es dauert diesmal etwas länger bis man im skurrilen Teil ankommt. Doch bis dahin wird man schon wunderbar unterhalten. Die Wortschöpfungen von Lars Simon finde ich einzigartig und schon darüber konnte ich herzlich lachen. Ein sprechender Mops gibt dieser Geschichte noch einen kleinen Extrakick. Ich konnte mir den leicht sabbernden und stark zerknautschten Hund gut vorstellen. Und ausgerechnet dieser Mops soll helfen des Rätsels Lösung zu finden. Für Lennart nur schwer begreifbar. So wie Bölthorn (der Mops) stark an den Fähigkeiten von Lennart zweifelt. Wie sich diese Beziehung entwickelt, ist unterhaltsam und man mag beide Charaktere schnell sehr gern. Am Ende der Geschichte bekommt man ganz unauffällig mitgeteilt, dass es wohl weitergehen wird, denn das Böse ist noch besiegt und Lennart und Bölthorn haben noch nicht alle Rästel gelöst.

Dietmar Wunder, der die Geschichte erzählt hat, konnte die Charaktere so gut vermitteln, dass man sich sehr schnell in mitten in der Geschichte befand. Die Figuren wurden durch seine Stimme lebendiger und besser vorstellbar.

Es ist eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Krimi-Fantasy-Geschichte mit sympathischen und düsteren Charakteren, einem wunderbaren Mops und vielen herrlichen Wortschöpfungen.



5 von 5 Sternen



 Vielen Dank an den Jumbo Verlag und  für das Rezensionsexemplar. 
 

Sonntag, 20. November 2016

Meine 500 besten Freunde

"Meine 500 besten Freunde" 
von 
Johanna Adorján



256 Seiten  
btb Verlag
erschienen am 09.03.2015
ISBN: 9783442742943

Inhalt:

Eine angetrunkene Jungschauspielerin. Eine schillernde Theaterdiva. Eine aggressive Yogalehrerin. Eine vergessene Filmlegende. Eine durchtriebene Feuilleton-Praktikantin. Zwei Freundinnen, die sich wahrscheinlich zum letzten Mal treffen. Ein eitler Journalist, der fest damit rechnet, die Goldene Edelfeder verliehen zu bekommen. Ein verunsicherter Bestsellerautor, der seinen Lektor von den Qualitäten seines miserablen zweiten Romans zu überzeugen versucht.


Meine Meinung:

Eine nette Sammlung von Geschichten, die einen (mal mehr, mal weniger) gut unterhalten.
Es gab Geschichten über die konnte ich herrlich lachen. Sie waren voller Klischees und Macken, Zickereien und Eigenheiten der Charaktere. Man konnte wie bei einem Theaterstück gemütlich von außen zuschauen und sich amüsieren.
 Hier passte alles gut zusammen, die Figuren, der Humor und die ganze Handlung.

Bei den anderen Geschichten war mir die Handlung zu gestellt und konstruiert. Die Charaktere waren zu blaß und die Handlung leider etwas zu belanglos, um mich zu fesseln. Da fehlte der Funke zum Überspringen. Diese Geschichte kann man jedoch gut überblättern und sich der nächsten Geschichte widmen. 

Es werden aber immer wieder Menschen aus der Kunst-, Literatur- und Theaterwelt dargestellt. Wer sich nicht in den Kreisen bewegt, wird sich wohl so manches Mal wundern oder seine Klischees bestätigt bekommen. Es ist auch ein Abtauchen hinter die Kulissen, die natürlich etwas üebrspitzt dargestellt werden (oder doch nicht?). 

Die Geschichten lassen sich gut lesen, denn die Autorin hat einen schönen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Nur leider waren nicht alle Geschichten gut und amüsant.


3 von 5 Sternen

Freitag, 18. November 2016

Die Frau des Zoodirektors

"Die Frau des Zoodirektors" 
von 
Diane Ackerman

erschienen am 31.10.2016
Random House Audio
ISBN: 9783837136616 
 6 CD = 7 Stunden 35 Minuten


Inhalt:

Während der Zweite Weltkrieg tobt, wird der Warschauer Zoo Schauplatz einer dramatischen Rettungsaktion, die über 300 Juden vor dem sicheren Tod bewahrt. Jan und Antonina Zabinski, der Zoodirektor und seine Frau, schmuggeln Juden aus dem Warschauer Ghetto auf das brachliegende Zoogelände, wo sie die Todgeweihten in den leeren Tierkäfigen vor den Nazis verstecken und ihnen damit das Leben retten. Eine wahre Geschichte aus dem besetzten Warschau des zweiten Weltkriegs.

Bibiana Beglau liest mit der richtigen Mischung aus Empathie und Ernsthaftigkeit.



Meine Meinung: 

Ein beeindruckende Geschichte, die unter die Haut geht und den Zuhörer nachdenklich zurücklässt. 

Eine besondere Biografie von einem Ehepaar, welches sich sowohl für die Menschen als auch für die Tiere eingesetzt hat. Leider sind sie etwas in Vergessenheit geraten. Doch mit diesem Hörbuch wird ihre Geschichte erzählt. Die Autorin hat sehr gut die biografischen Elemente (aus Tagebüchern) und geschichtliche Fakten miteinander verbunden. So entstand eine gelungene und beeindruckende Geschichte rund um die grausamen und schweren Jahre der Polen während der Nazizeit. Die Sprecherin des Hörbuches schaffte es mich mitzunehmen und festzuhalten. Die Charaktere wurden sehr gut herausgearbeitet und man konnte sich die Situationen gut vorstellen. Man litt und freute sich mit ihnen und erschrak ebenso, wenn wieder grausame Details erzählt wurden. Trotz aller Traurigkeit, Grausamkeit und Krieg fand die Autorin auch immer einen kleinen Weg etwas Freude, Optimismus und Humor in die Geschichte einzubauen. 

Ein Hörbuch, was sich lohnt und eine Geschichte, die Kopf bleibt, weil sie zwei gegensätzlichen Seiten (Grausamkeit und Menschlichkeit) aufzeigt.

5 von 5 Sternen 

 

Mittwoch, 9. November 2016

Die vielen Leben des Jan Six

"Die vielen Leben des Jan Six" 
von 
Geert Mak


erschienen am 17.10.2016
Siedler Verlag
ISBN: 9783827500878
512 Seiten

Inhalt:

Sie sind die Buddenbrooks der Niederlande: Die Six-Dynastie gehört seit dem Goldenen Zeitalter zu den politisch und kulturell bedeutendsten Familien des Landes. Bestsellerautor Geert Mak folgt den Spuren dieser Familie, die seit mehr als vierhundert Jahren in Amsterdam ansässig ist, und erweckt ihre Geschichte und Geschichten zu neuem Leben. Er erzählt die Biographie der Familie bis heute und entwirft zugleich ein ebenso farbiges wie schillerndes Panorama ihrer unterschiedlichen Epochen.

Jan Six – Mäzen, Aufklärer, Kunstsammler, Amsterdamer Regent und verewigt auf einem der schönsten Porträts, das Rembrandt je schuf – gilt als Begründer der Dynastie und hatte eine ganze Reihe von Nachkommen, von denen der jeweils Erstgeborene seinen Namen trug. Wie er gelangten viele von ihnen in den darauffolgenden Jahrhunderten in Kunst, Politik und Wissenschaft zu Reichtum und Ruhm. Andere Familienmitglieder wiederum verbrachten ihr Leben in Armut und Einsamkeit. Zahlreiche Tagebücher, Briefe, Notizen und Aufzeichnungen, die sich zusammen mit dem Rembrandt-Bildnis bis heute im Besitz der Familie befinden, zeugen davon. »Die vielen Leben des Jan Six« ist die Geschichte einer Familie und ihrer Stadt über viele Generationen hinweg. Es ist eine Geschichte von Ambitionen und Scheitern, von Größe und der ewigen Angst vor dem Niedergang.


Meine Meinung:

Ich hatte bei diesem Buch gehofft, dass es eine runde Familiengeschichte wie die Buddenbrooks oder die Wertheims wird. Doch so ganz erfüllte sich meine Hoffnung nicht. Es ist sehr detailliert und umfassend recheriert worden und der Autor hat jedes noch so kleine Detail mit in die Geschichte eingefügt. Dadurch wird jedoch die Geschichte der Familie Six sehr lang und phasenweise auch zäh. Gerade die ersten 100 Seiten fand ich schleppend und es dauerte leider recht lang bis ich mich mit der Geschichte wohlfühlte. Der große Begeisterungsfunke konnte trotz guter Recherche und interessanten Details nicht überspringen. Dafür war die Geschichte der Familie zu trocken, zu geschichtsbuchmäßig erzählt wurden. Die Fakten waren interessant, hätten jedoch auch etwas gestrafft werden können.

Wer (wie ich) eine große Familiengeschichte wie oben genannt erwartet, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht werden. Wer gern Geschichtsbücher mit ein bißchen Roman liest, könnte mit diesem Buch seinen Spaß haben.

3 von 5 Sternen
 

Sonntag, 6. November 2016

Das Geheimnis der Schwimmerin

"Das Geheimnis der Schwimmerin" 
von 
Erika Swyler




erschienen am 17.10.2016
Random House Audio
ISBN: 9783837136265 
gelesen von Sascha Rotermund
7 Stunden 47 Minuten


Inhalt:

Simon Watson lebt allein in einem alten Haus an der Küste Long Islands. Ein altes Buch, das er vor seiner Tür fi ndet, zieht ihn in seinen Bann: Es erzählt von einer großen Liebe, dem dramatischen Tod einer Schwimmerin und dem tragischen Schicksal einer ganzen Familie – Simons Familie. Wie es scheint, finden Watson-Frauen seit 250 Jahren im Wasser den Tod – immer am 24. Juli. Auch Simons Mutter ertrank. Als seine Schwester zu Besuch kommt, scheint sie seltsam verändert – und der 24. Juli steht unmittelbar bevor.


Meine Meinung:

Es klang so gut. Geheimnsvoll, spannend, komplizierte Familiengeschichte und Schicksale. 
Ein schönes ansprechendes Cover mit einem Wirbelsturm im Wasserglas, welcher neugierig machte. Eigentlich ist es eine perfekte Mischung für ein Hörbuch auf langen Autofahrten
Jedoch die Enttäuschung war groß. Leider war die Geschichte weder geheimnisvoll noch spannend. Erschreckenderweise wollte ich schon ab der dritten CD nicht mehr das Ende wissen, aber ich habe mich trotzdem durch die Geschichte gequält.

 Leider schaffte es der Sprecher nicht, den Figuren Leben einzuhauchen. Die Hauptcharaktere blieben farblos und wenig ansprechend. Sie zeigten, aus meiner Sicht, wenig Emotionen. Sie wirkten teilnahmslos und ich konnte leider keine Bindung zu ihnen aufbauen. Sie waren einfach nicht greifbar. Ich fand die Übergänge der einzelnen Handlungsstränge nicht so gelungen und teilweise waren die Kapitel recht zäh und kamen nur schleppend voran. Die Geschichte hatte keine wirklich spannenden Momente und so lief sie leider über sieben Stunden seicht dahin.

Die Idee war nicht schlecht, vielleicht ist das Buch etwas spannender als die erzählte Version, aber mich konnte sie leider nicht überzeugen.
 
 2 von 5 Sternen

Mittwoch, 2. November 2016

Tausendschön

 "Tausendschön"
 von 
Kristina Ohlsson





erschienen am 10.09.2012 
Blanvalet Verlag
ISBN: 9783442375813 
 480 Seiten


Inhalt:

Ein junges Mädchen wird am Mittsommerabend überfallen und vergewaltigt. Fünfzehn Jahre später stirbt ein Mann bei einem Unfall mit Fahrerflucht, doch niemand scheint ihn zu vermissen. Zeitgleich begehen ein Pfarrer und seine Frau Selbstmord. Oder hat es nur den Anschein?

Das Team um Alex Recht und Fredrika Bergman beginnt zu ermitteln. Nicht nur der augenscheinliche Doppelselbstmord des Ehepaars wirft bald Fragen auf. Die Zeit läuft den Ermittlern davon, doch diejenigen, die ihnen die entscheidenden Hinweise geben könnten, hüllen sich in Schweigen.



Meine Meinung:

Der zweite Fall für Fredrika Bergman und Alex Recht ist sehr aktuell und brisant.
Es geht um Flüchtlinge und wie manche Menschen deren Not ausnutzen. 
Dabei rückt eine Familie stärker in den Fokus. Der schöne Schein der Familie bröckelt während der Untersuchungen immer mehr. Es gibt diesmal sehr viele Verwicklungen und Nebenhandlungen, die die Geschichte etwas undurchsichtig werden lässt. Manchmal kam ich mit den Charakteren durcheinander und musste dann noch einmal nachlesen. Spannung gab es jedoch bis zum Schluss, auch wenn sie zwischendurch etwas nachließ. Die dunklen Seiten von manchen Personen in dieser Geschichte konnte man erahnen, aber Kristina Ohlsson baute trotzdem noch einige überraschende Wendungen mit ein. 

Gut hat mir die Weiterentwicklung von Fredrika Bergman gefallen. Doch auch sie kommt trotz Schwangerschaft nicht zur Ruhe. Peder und auch Alex Recht kämpfen beide um ihre Ehen bzw. Frauen und verlieren dabei manchmal die Ermittlungen aus den Augen. 

Insgesamt ein gut gestrickter Thriller, der wieder die dunklen Seiten der Gesellschaft zeigt. Aber er ist leider nicht ganz so stark und klar geschrieben wie der erste Band. Ich werde jedoch den dritten Band lesen, um zu sehen, wie sich das Team weiterentwickeln wird.


3 von 5 Sternen

Dienstag, 1. November 2016

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

"Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke"
 von
 Joachim Meyerhoff



  erschienen am 11.10.2016
Random House Audio
ISBN: 9783837135589
 10 CD = 12 Stunden


Inhalt:

Zu seiner eigenen Überraschung wird Joachim Meyerhoff auf der Schauspielschule in München angenommen und zieht in die großbürgerliche Villa seiner Großeltern ein. Tagsüber wird er an der Schauspielschule in seine Einzelteile zerlegt, abends ertränkt er seine Verwirrung auf opulenten Möbeln in diversen Alkoholika. Aus dem Kontrast zwischen großelterlichem Irrsinn und ausbildungsbedingtem Ich-Zerfall entstehen Situationen, die den Erzähler oft überfordern und seinen Zuhörern Lach- und Rührungstränen in die Augen treiben.


Meine Meinung:

Meyerhoffs Geschichte über seine Schauspielausbildung und das Leben mit den Großeltern hat mich amüsiert und berührt. Er beschreibt seine Großeltern sehr detailliert und lässt auch keine Marotten und Eigenheiten aus, aber man merkt auch stets seine Liebe und Zuneigung zu ihnen. 

Ich konnte herzlich über seine Erlebnisse in der Schauspielschule lachen. Schon das Vorsprechen (Bewerbung) war herrlich und eigentlich nicht zu topen, aber so manche Gesangs- und Improvisationsstunde haben es geschafft. Diese Ehrlichkeit und Ironie mit der er sich und seine fehlenden Talente beschreibt, haben mir gut gefallen. Je mehr man von ihm erfuhr, desto eher konnte man die nahenden Katastrophen erahnen. 

Neben der Schauspielausbildung waren die Großeltern noch im Mittelpunkt. Herrlich, diese zwei älteren Herrschaften. Die Großmutter (keinesfalls Oma) und ihre etwas überkandidelte Art waren für mich das Highlight. Der stets gleiche Tagesablauf und die vielen kleinen Eigenheiten haben mich auch an meine Großeltern erinnert. So manche Stelle in diesem Hörbuch (besonders am Ende) machte mich etwas melancholisch, da sie mich an so viele eigene Erlebnisse erinnerten. 

Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Neben einer sehr ironischen Schauspielausbildung bekommt man einen sehr privaten Einblick in das Familienleben des Autors.

5 von 5 Sternen