Sonntag, 31. Dezember 2017

Das Licht der Insel

"Das Licht der Insel" 
von 
Jean E. Pendziwol

 


erschienen am 16.10.2017
Penguin Verlag
ISBN: 9783328101611


Inhalt:

 Elizabeth und ihre Zwillingsschwester Emily wachsen in der rauen Einsamkeit des Lake Superior auf. Ihr Vater ist Leuchtturmwärter auf Porphyry Island, einer kleinen, sturmumtosten Insel. Die beiden Mädchen sind unzertrennlich, obwohl Emily nicht spricht – doch sie hat ein bemerkenswertes Gespür für Tiere, und sie malt wunderschöne Pflanzenbilder. Ihr Bruder Charles fühlt sich für die Schwestern verantwortlich. Doch dann setzt ein schreckliches Ereignis der Idylle für immer ein Ende.

Siebzig Jahre hat Elizabeth nicht mit ihrem Bruder gesprochen, als am Ufer des Sees Charles' Boot angespült wird. Von ihm fehlt jede Spur, doch sie weiß, dass es nur einen Ort gibt, zu dem er unterwegs gewesen sein kann. Nur was hat ihn nach all den Jahren dazu gebracht, nach Porphyry zurückzukehren?


Meine Meinung:

Die Geschichte umfasst das Leben einer Leuchtturmwächterfamilie. Sie leben bescheiden und unter erschwerten Bedingungen auf einer Insel. Nach Jahren wird Elisabeth, die nun in einem Heim lebt, an das Leben der Familie erinnert. Es kommen dabei nicht nur die schönen, sondern vielmehr die dunklen Seiten ihres Lebens an die Oberfläche. Es gibt Tagebücher, die bisher verschlossen waren. Doch nun tauchen sie auf und öffnen damit die Türen zur Vergangenheit und den Familiengeheimnissen.

Die Verknüpfung von einer jungen Person aus der Gegenwart mit den Erinnerung einer älteren Frau ist als Romanvorlage nicht neu. Sie kann aber spannend sein. Diese Geschichte ist von der Idee her gut, aber die Charaktere bleiben distanziert. Man kommt als Leser nicht wirklich an sie heran. Irgendwie fühlt man sich als Beobachter, der nicht mit eingebunden wird. Aber genau dies möchte ein Leser, dabei sein und sich mittendrin fühlen, mit den Charakteren mitfühlen, mitfiedern und erleichtert aufatmen. Durch die spröden Charaktere wird dies leider verhindert.
Insgesamt ist die Geschichte gut und spannend bis zum leicht verwirrenden Ende, aber die Charaktere bleiben für mich eher emotionslos und somit nur schwer greifbar.
3 von 5 Sternen


Freitag, 29. Dezember 2017

Dame zu Fuchs

"Dame zu Fuchs"
 von 
David Garnett



 
 erschienen am 11.12.2017
 btb Verlag
192 Seiten
ISBN 9783442715572
  


Inhalt:

Die Tebricks, ein charmantes, jung verliebtes und frisch verheiratetes Paar, ziehen sich ahnungslos glücklich ins ländliche Oxfordshire zurück, um ein beschauliches Leben zu führen. Bei einem Spaziergang am Waldrand verwandelt sich Silvia Tebrick unerwartet in eine Fähe und kann trotz ihres Anstandes, ihrer Grazie und ihrer guten Erziehung den neu erlangten animalischen Instinkten nicht widerstehen. Richard tut alles in seiner Macht Stehende, um seine Füchsin zu schützen, doch all die Gefahren zu bannen wird zunehmend unmöglich.



Meine Meinung:


 Es fällt mir schwer zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben (es wird auch keine richtige Rezension, sondern nur eine Kurzmeinung). 

Das Cover hat mich direkt angesprochen und auch die Inhaltsangabe fand ich interessant. Doch die Geschichte war so strengend zäh, dass ich keinen Zugang zu ihr fand. Der Schreibstil ist (aus meiner Sicht) nicht so einfach zu lesen, da der Autor keine Kapitel, Absätze o.ä. verwendet. Gut, man darf nicht außer Acht lassen, dass das Buch erstmalig 1922 erschien und somit die Art zu schreiben auch etwas anders ist als heute. Trotzdem wurde ich mit der Geschichte nicht warm. Einige Handlungen des Mannes gegenüber seiner Frau bzw. der Fähe fand ich befremdlich und eher abstoßend als fürsorglich. Ich schaffte es leider nicht, mich in diese Geschichte hineinzuversetzen und die Gefühle der beiden Charaktere nachzuvollziehen. Für mich war es leider nicht das richtige Buch. 

1 von 5 Sternen

Montag, 18. Dezember 2017

Verfolgung

"Verfolgung" 
von 
David Lagercrantz







erschienen am 07.09.2017
Random House Audio Verlag
ISBN: 9783837138832 
2 mp3-CD = 10 Stunden 40 Minuten 
Gekürzte Lesung


Inhalt:

Im Frauengefängnis Flodberga herrscht ein strenges Regiment. Alle hören auf das Kommando von Benito Andersson, der unangefochtenen Anführerin der Insassinnen. Lisbeth Salander, die eine kurze Strafe absitzt, versucht tunlichst, den Kontakt zu vermeiden, doch als ihre Zellennachbarin gemobbt wird, geht sie dazwischen und gerät ins Visier von Benitos Gang. Unterdessen hat Holger Palmgren, Lisbeth Salanders langjähriger Mentor, Unterlagen zutage gefördert, die neues Licht auf Salanders Kindheit und ihren Missbrauch durch die Behörden werfen. Salander bittet Mikael Blomkvist, sie bei der Recherche zu unterstützen. Die Spuren führen sie zu Leo Mannheimer, einem Finanzanalyst aus sehr wohlhabendem Hause. Was hat dieser mit Lisbeth Salanders Vergangenheit zu tun? Und wie soll sie den immer schärfer werdenden Attacken von Benito und ihrer Gang entgehen? 


Meine  Meinung:

David Lagercrantz kann mich mit jeder weiteren Folge mehr überzeugen. Ich dachte anfangs, dass er es wohl nicht schaffen wird, Stieg Larsson zu ersetzen. Doch nach "Verfolgung" muss ich zugeben, dass ich mich geirrt habe. Er ersetzt ihn nicht, schafft es aber die Lücke zu schließen und die Geschichte von Mikael und Lisbeth spannend weiterzuerzählen. 

"Verfolgung" hat es in sich und sorgt für Gänsehaut und Entsetzen. Die Vergangenheit holt irgendwann jeden ein, so auch Lisbeth und ihren Betreuer. David Lagercrantz erzählt ganz langsam seine Geschichte und startet mehrere Handlungsstränge gleichzeitig. Trotzdem verliert man seinen Faden nicht und kann ihm gut folgen. Die Handlungen werden immer mehr miteinander verbunden und am Ende kommt eine erschreckende und traurige Geschichte heraus. Erschreckenderweise kann man sich gut vorstellen, dass es diese Forschung auch in der Realität geben könnte. Ich habe es nicht recherchiert, ob sich Lagercrantz an einem tatsächlichen Fall orientiert hat, aber er erzählt es so realistisch und klar, als ob es dies wirklich passiert wäre. Bis zum Schluss bleibt es spannend und irgendwie auch etwas gruselig. 

Mit Dietmar Wunder hat sich der Verlag eine starke Stimme geholt. Ihm gelingt es sehr schnell, die Charaktere zu zeichnen und sie bildlich darzustellen. Ich konnte ihm gut folgen und auch über die lange Zeit wurde ich seiner Stimme nicht überdrüssig. 

Ich hoffe, dass David Lagercrantz die Geschichte von Lisbeth und Mikael fortsetzen wird, denn er hat (wie auch Stieg Larsson) die Fähigkeit den Zuhörer sofort an sich zu binden und mitzureißen. 

5 von 5 Sternen

Dienstag, 12. Dezember 2017

Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris

"Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris" 
von 
Agnès Martin-Lugand

 




erschienen am 27.11.2017
  Blanvalet Verlag
ISBN 9783764505653 
287 Seiten



Inhalt:
 
Iris droht in ihrem kleinbürgerlichen Leben zu ersticken. Ihre Ehe verläuft schon lange nicht mehr glücklich, und ihr Job in einer Bank deprimiert sie. Einziger Lichtblick ist ihre Nähmaschine, mit der sie voller Herzblut wunderschöne Kleider schneidert. Nach einem Streit mit ihrem Mann reist sie kurz entschlossen nach Paris, um sich dort ihren Lebenstraum zu erfüllen und eine professionelle Ausbildung zur Schneiderin zu beginnen. Ihre ungewöhnliche neue Chefin Marthe ist sofort begeistert von ihrem Talent und bietet ihr ein kleines Atelier an. Iris' Glück scheint sich endlich zu wenden – bis sie Gabriel kennenlernt, der alles auf den Kopf stellt.


 Meine Meinung:


Das dieses Buch keine anspruchsvolle Lektüre sein wird, war mir schon vor dem Lesen klar. Aber so eine leichte Geschichte für zwischendurch kann ja auch etwas Schönes sein. Bei diesem Buch war ich jedoch schnell von Mademoiselle Iris genervt und konnte ab der Hälfte des Buches nur noch mit dem Kopf schütteln. Hier wurden alle Klischees ausgepackt, die es so gibt. Iris ist unglücklich in ihrem Beruf und in ihrer Ehe und so nimmt sie noch einmal ihren Traum in Angriff. Nun dachte ich, dass da eine schöne Geschichte rund um die verrückte Modewelt mit einem Blick hinter die Kulissen kommt und die kleine Liebesgeschichte dazu - perfekt. 

Leider durfte Iris sich in dieser Geschichte nicht weiterentwickeln. Sie kam aus der Provinz und war verhuscht, naiv und ohne Selbstbewußtsein. Auch im Laufe der Zeit blieb sie es. Erst ließ sie sich von ihrem Mann vorschreiben, was geht und was nicht und dann schrieben es ihr andere Menschen vor. Und Iris? Sie passte sich Paris an und empfand es als stark und selbstbewußt. Da muss man sich doch wundern. Was hat sich denn geändert? Von einer Abhängigkeit in die nächste Abhängigkeit zu wechseln, hat nichts mit gewachsenen Selbstbewußtsein zu tun. 

Die Autorin versucht zudem mit Gabriel und ihr die kleine Version eines berühmten Buches nachzuspielen. Aber es wirkte nur plump und so vorhersehbar, dass man schon ahnte, was kommen wird und dadurch wurde es langweilig. Die Unterwürfigkeit von Iris nervte mich schnell, denn sie war nicht, wie man vielleicht annehmen könnte 20 Jahre, sondern schon Anfang 30 und benahm sich phasenweise wie ein Teenager. Außerdem wurde ihr mangelndes Selbstbewußtsein immer wieder in kleinen Dosen der Provinz, in der sie lebte, zugeschrieben, was für ein wunderbares Klischee.

Das Ende war zwar einerseits überraschend (Marthe), aber wenig überzeugend und aus meiner Sicht auch überzogen und unglaubwürdig. Andererseits ist das eingetreten, was man schon lange ahnte (Gabriel und Iris).

Ichhabe schon einige gute Bücher von französischen Schriftstellern gelesen. Sie hatten meistens diese typische französische Leichtigkeit und den Charme, der hier völlig fehlte. Mich konnte das Buch nicht überzeugen. Schade. 


2 von 5 Sternen

Sonntag, 10. Dezember 2017

Victoria & Abdul

"Victoria & Abdul" 
von 
Shrabani Basu







erschienen am 18.09.2017
  Goldmann Verlag
ISBN: 9783442159369
 352 Seiten




Inhalt:
  

Der stattliche, gut aussehende Abdul Karim war gerade vierundzwanzig Jahre alt, als er seine große Reise von Indien nach England antrat. Als Gesandter der indischen Kolonien kam er an den Königlichen Hof in London, um Ihrer Majestät Queen Victoria (Judi Dench), der Kaiserin von Indien, anlässlich ihres 50. Thronjubiläums (1887) im Haushalt zu dienen. Eine Begegnung mit dem jungen Muslim aus Agra, der Stadt des Taj Mahal, entflammte Victorias Neugier. Die auf die siebzig zugehende Monarchin erhob Abdul in den Stand des königlichen Lehrers und Sekretärs, es entwickelte sich eine intensive Freundschaft. Im Königshaus sorgte das für Spannungen, doch gegen alle Widerstände und Intrigen bestand die Queen darauf, sich auch auf Reisen stets von ihrem indischen Vertrauten begleiten zu lassen. Abdul sollte bis zu Victorias Tod nicht mehr von ihrer Seite weichen. Ein Skandal und zugleich eine zarte Liebesgeschichte.



Meine Meinung:


Die Beziehung zwischen Abdul und Victoria war einzigartig und für ihre Zeit fast schon etwas Unerhörtes. 
Das Buch nimmt sich dieser Beziehung an und erzählt die Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Ich bin davon ausgegangen, dass es wie ein historischer Roman (basierend auf einer wahren Begebenheit) geschrieben ist. Durch das Cover und den Covertext wurde meine Erwartung noch einmal verstärkt. Doch das Buch ist eher ein Sachbuch als ein Roman. Man erfährt hier viele interessante Fakten und Zusammenhänge. Die Geschichte zwischen Victoria und Abdul wird aber leider recht nüchtern und trocken erzählt. Ich kam nur schwer in die Geschichte rein und wurde auch immer wieder von den vielen Daten herausgerissen. 
Die Mischung von Roman und Sachbuch fand ich leider nicht so gelungen. Wer hier einen schönen historischen Roman erwartet, wird enttäuscht sein. Wer sich jedoch gern einmal mit Queen Victoria und deren Leben auseinandersetzen möchte, könnte dieses Buch als Einstieg nehmen. 

3 von 5 Sternen

Dienstag, 5. Dezember 2017

Der Buchliebhaber


"Der Buchliebhaber" 
von
Charlie Lovett







erschienen am 20.11.2017
Goldmann Verlag
ISBN: 9783442487110
  384 Seiten



Inhalt:



Arthur Prescott ist glücklich mit seinem Leben im beschaulichen Barchester. Er unterrichtet an der Universität und verbringt seine Freizeit am liebsten in der Bibliothek der Kathedrale, deren Geschichte er recherchiert. Doch ausgerechnet seine wichtigste Quelle, das ›Buch der Ewolda‹, gilt als verschollen. Seit Jahren sucht Arthur vergebens nach dieser mittelalterlichen Handschrift, als nun auch noch ein Eindringling seine Arbeit stört: Die junge Amerikanerin Bethany ist nach Barchester gekommen, um die Bestände der Bibliothek zu digitalisieren. Ein Sakrileg in den Augen des bibliophilen Arthur. Doch Bethany erobert schließlich nicht nur Arthurs Herz, sie hilft ihm auch, das Rätsel des verschwundenen Manuskripts zu lösen.



 Meine Meinung:


Das Cover hat mich direkt angesprochen und Geschichten über Bücher und Menschen, die sich mit Büchern beschäftigen, ziehen mich magisch an. Der Covertext hat außerdem noch von einem Geheimnis gesprochen, so dass ich dieses Buch lesen musste. 

Der Schreibstil ist gut, wenn auch etwas ungewohnt. Die Charaktere sind etwas steif, aber wir sind ja auch in Barchester, nur die Amerikanerin hüpft aus der Reihe. Somit sind auch die kleinen Klischees erfüllt und diese könnten für Humor und unterhaltsame Missverständnisse sorgen. 

Der Anfang war vielversprechend und auch den Arthur mag man (auch wenn er etwas eigen ist). Die Zeitsprünge fand ich anfangs interessant und auch spannend. Die vielen geschichtlichen Zusammenhänge waren mir noch nicht bekannt und wurden sehr ausführlich von dem Autoren beschrieben. Sehr detailliert und ausschweifend erzählt der Autor seine Geschichte und verliert leider dabei an Tempo. Je weiter die Geschichte voran schreitet, desto zäher wird sie. Man bekam das Gefühl, dass der Autor eigentlich eher ein Geschichtsbuch als einen Roman schreiben wollte. Die Liebesgeschichte fand ich etwas fad und emotionslos. Sie passte auch nicht mehr so richtig in die Geschichte. Ich muss zugeben, dass ich mich ab der Hälfte des Buches durch die Seiten gequält habe. 

Bei diesem Buch war meine Enttäuschung am Ende doch recht groß. Die Idee war sehr gut, auch der Anfang des Buches hat mir gefallen, aber leider verlor sich der Autor in den Details, der Erzählstil wurde immer sachlicher und trockener und so schleppte sich die Geschichte durch die Seiten. Schade.


 2 von 5 Sternen

Freitag, 1. Dezember 2017

Zartbitter ist das Glück

"Zartbitter ist das Glück" 
von 
Anne Østby

 

erschienen am 28.08.2017
  Wunderraum Verlag
ISBN: 9783336547913
  384 Seiten



Inhalt:


Vor Kurzem hat Kat bei einem Bootsunfall ihren Mann Niklas verloren. Nach vielen Jahren des Reisens hatten die beiden Weltenbummler aus Norwegen eine Kakaoplantage auf den Fidschiinseln auserkoren, um dort Wurzeln zu schlagen. Nun steht Kat allein da, doch so schnell ist sie nicht bereit, den Traum vom Leben im Paradies aufzugeben. Voller Tatendrang schreibt sie an vier Schulfreundinnen und lädt sie ein, dem kalten Norwegen den Rücken zu kehren und mit ihr auf Fidschi einen Neuanfang zu wagen. Gemeinsam starten sie ein abenteuerliches Vorhaben: Sie wollen nicht nur Kakao anbauen, sondern auch Schokolade herstellen. Wird es den fünf Freundinnen jenseits der fünfzig gelingen, in der Südsee zu einem harmonischen Miteinander und einem glücklicheren Leben zu finden?



 Meine Meinung:



Für mich war es ein Lesevergnügen den fünf Frauen zu folgen. Es ist keine Sex in the City-Freundinnen Geschichte, sondern eine Geschichte über Frauen, wie sie uns im Alltag immer wieder begegnen. Man erkennt sich in der einen oder anderen Handlung, in manchen Erfahrungen und Situationen, die diese Frauen erlebt haben, wieder. Es sind interessante und starke Charaktere, die hier nach Jahren wieder aufeinander treffen. 

Sie sind im Rentenalter und haben bereits einiges erlebt, was sie entweder als Ballast und/oder als Freude mit sich tragen. Sie haben zusammen die Schulbank gedrückt und sich dann teilweise aus den Augen verloren. Jetzt treffen sie sich auf Fidschi wieder und müssen sich den Gedanken, den Gefühlen und der Vergangenheit stellen. Die Autorin schreibt die Geschichte in vielen kleinen Kapiteln, die immer aus einer anderen Perspektive erzählt werden. Dadurch wiederholen sich zwar einige Punkte, aber die unterschiedlichen Wahrnehmungen sind interessant und machen die Geschichte spannend. Es gibt viel zu lachen, der Humor ist wunderbar und leicht ironisch bis sarkastisch. Es wird aber auch viel be - und geweint, verpasste Chancen, große Lieben und traurige Erfahrungen. Von der Eifersucht, der Freude über das Wiedersehen, der Trauer, den Krankheiten über den Ansporn, etwas Neues zu schaffen und es sich noch einmal zu beweisen, ist alles dabei, was eine gute Geschichte ausmacht. 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut und lässt sich leicht lesen. Man taucht sehr schnell in die Geschichte ein und man kann kaum das Buch weglegen, da man wissen möchte, wie es mit den Frauen weitergeht. Für mich war es eines der besten Bücher, die ich 2017 gelesen habe.

 5 von 5 Sternen

Donnerstag, 23. November 2017

Pawlowa

"Pawlowa" 
von 
Brian Sewell



erschienen am 06.03.2017
  Insel Verlag
ISBN: 9783458177005
  172 Seiten


Inhalt:

Die bezaubernde Geschichte von einem Mann, der alles stehen und liegen lässt, um eine junge Eselin zu retten. Ein wunderbares Geschenkbuch für alle Reisenden und Fernwehleidenden, für alle Liebhaber von Eseln, von englischen Gentlemen und Geschichten, die man sein Leben lang mit sich trägt – so elegant, augenzwinkernd und charmant geschrieben, wie es nur die Briten können. Auf einer Reise in Pakistan sieht Mr B, ein britischer Gentleman, eine kleine Eselin: Ihr Rücken ist vollbepackt, ihre dünnen Beine zittern unter der schweren Last. Kurzerhand springt Mr B aus dem Wagen, fest entschlossen, sich um das Tier zu kümmern und es mit nach Hause zu nehmen. Das einzige Problem: Sein Zuhause liegt in London und ein Esel kann nicht im Flugzeug reisen. Also begeben sich Mr B und Pawlowa, wie er die Eselin von nun an nennt, auf eine lange Reise durch den Nahen Osten bis nach Europa – zu Fuß. Sie werden über Grenzen geschmuggelt, von Drogendealern aufgegabelt, sie entspannen im Hamam, kreuzen die Seidenstraße und speisen mit Diplomaten. 



Meine Meinung:

Eine wunderbare Geschichte über einen englischen Herrn (Mr. B), der sehr viele Strapazen und Umwege in Kauf nimmt, um einer jungen Eselin das Leben zu retten. Die Geschichte klingt erstmal eigenartig und etwas skurril, aber sie entpuppt sich als eine herzliche, sensible und trotzdem abenteuerreiche Geschichte, die den Leser auf eine spannende Reise durch den Nahen Osten Richtung Europa mitnimmt. 

Mr B hat die junge Eselin unter seinen Schutz genommen und läuft nun mit ihr gen Heimat (England). Was er anfangs nicht bedachte, die Eselin kann und darf nicht viel und nicht zu anstrengende Wege laufen, da sie noch zu klein und schwach ist. Also muss Mr. B andere Mittel und Wege finden, um nach England zu kommen. Im Laufe der Reise begegenet er den verschiedensten Menschen und erfährt, was Herzlichkeit, Fürsorge und Gastfreundschaft ist. Der Autor schafft durch diese Geschichte auch ein anderes Bild vom Nahen Osten und man erfährt einiges über die Länder und deren Kultur. 

Brian Sewell erzählt die Geschichte mit einer guten Portion trockenen englischen Humor. Sein leichter und gut zu lesender Schreibstil lässt den Leser durch die Geschichte gleiten. Er beschreibt viele kleine Details, die die Geschehnisse bunt und laut und dem Leser sehr nahe bringen. Man kann den Tee förmlich riechen, das Essen fast schon schmecken und man fühlt die Wärme, die die Menschen an Mr. B und Pawlowa weitergeben.

Die vielen kleinen liebevollen Zeichnungen unterstreichen die Geschichte und sorgen für ein schönes Kopfkino beim Lesen.




5 von 5 Sternen

Montag, 20. November 2017

Vor Mitternacht

"Vor Mitternacht" 
von
 Ida Simons




  erschienen am 03.10.2016
  Luchterhand Verlag
ISBN: 9783630875071
224 Seiten

Inhalt:

Ida Simons überlebte die Nazis, musste eine Karriere als Konzertpianistin wegen der Folgen ihrer KZ-Haft abbrechen und schrieb einen Roman, der ganz Holland bewegte. Nach dem frühen Tod der Autorin im Jahr 1960 fiel der Roman über fünfzig Jahre in Vergessenheit, bevor er 2014 wiederentdeckt wurde – mit riesengroßem Erfolg.

Antwerpen, in den 1920er Jahren: Als die zwölfjährige Gittel nach dem Besuch der Synagoge zu der Bankiersfamilie Mardell eingeladen wird, weiß sie noch nicht, dass dies der Anfang vom Ende ihrer Kindheit ist. Sie, die leidenschaftlich gern Klavier spielt, darf endlich auf einem Steinway-Flügel spielen. Immer häufiger verbringt sie ihre Vormittage in dem vornehmen Haus auf der anderen Seite der Allee. Genießt die ernsthaften Gespräche über Kunst und Musik, die Eleganz des großbürgerlichen Lebens, nur um danach wieder in die umtriebige Welt ihrer eigenen Großfamilie zurückzukehren. Mit Lucie, der einzigen Tochter der Mardells, die fast dreißig und immer noch unverheiratet ist, verbindet sie rasch eine Freundschaft. Die soll jedoch schon bald auf den Prüfstand gestellt werden.

Mit großer Sprachkraft, Sensibilität und feinem Humor schildert Ida Simons die berührende Geschichte eines jüdischen Mädchens, das sich die Frage stellen muss, wem man noch vertrauen kann. Und hält dabei ein lebendiges Bild jüdischen Lebens in der Zeit zwischen den Kriegen fest.



Meine Meinung:

 Die Geschichte um Gittel hatte ich mir anders vorgestellt. Sie liest sich gut und flüssig. Der Schreibstil ist toll, aber die Geschichte hat mich nicht so sehr ergriffen, wie ich es erwartet hatte. Der Covertext verspricht mehr als die Geschichte am Ende bietet. 

Für mich hätte die Geschichte ein paar Seiten mehr haben können. Mehr Details, mehr Handlung, die mich mehr in die Geschichte eintauchen lassen. So, war sie mir zu oberflächlich und zu hastig erzählt. 

3 von 5 Sternen  

Sonntag, 19. November 2017

Liebe zwischen den Zeilen

"Liebe zwischen den Zeilen" 
von
Veronika Henry




 erschienen am 14.08.2017
  Diana Verlag
ISBN: 9783453359307
  368 Seiten




 Inhalt:

Die kleine Buchhandlung Nightingale Books hat Emilia von ihrem geliebten Vater übernommen. Im Herzen des verschlafenen Städtchens Peasebrook ist sie eine Begegnungsstätte für die unterschiedlichsten Menschen mit ihrem Kummer und ihren Träumen. Doch Julius Nightingale war ein großer Buchliebhaber und kein Buchhalter – der Laden steht kurz vor dem Ruin. Emilia bleiben nur wenige Monate, um diesen besonderen Ort vor einem Großinvestor zu retten. Denn nicht nur sie findet hier Freundschaft und Liebe.


Meine Meinung:


Ich hatte mich auf eine nette Buchhändlergeschichte gefreut und wurde leider etwas enttäuscht. Die Geschichte ist nett und lässt sich gut lesen, aber der "Bücheranteil" war mir zu gering. Die vielen kleinen Nebengeschichten haben (aus meiner Sicht) die Hauptfigur Emilia verdrängt und blaß aussehen lassen. Auch die Liebesgeschichte war eher flach und sehr vorhersehbar. Leider waren die Momente mit der Buchhandlung sehr kurz, aber immerhin schön. Man erhielt einen kleinen Einblick in das Leben der Buchhändler. Es wurde deutlich gemacht, dass die Buchhändler wesentlich mehr zu tun haben als "nur" Bücher zu verkaufen. Vieles ist dem Leser bekannt und trotzdem waren diese Abschnitte für mich die interessantesten. 

Veronica Henry hat nette Charaktere geschaffen, die zusammenhalten und freundlich untereinander sind. Selbst der Bösewicht wird ganz schnell zahm und somit leider auch unglaubwürdig. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass die Autorin den Handlungsstrang nicht zu Ende erzählt hat. Sie hört einfach auf und geht zum nächsten Kapitel, zur nächsten Person über, was für mich leider etwas enttäuschend war.

Insgesamt kann am sagen, dass dieses Buch ein "Bettbuch" ist.
Man nimmt es mit ins Bett, schmökert ein wenig, lernt nette Figuren und eine hübsche kleine Stadt kennen und schläft dann ganz entspannt ein (da man schon ahnt, wie es ausgehen wird).


3 von 5 Sternen


 

Freitag, 10. November 2017

Der Fall Kallmann

"Der Fall Kallmann" 
von 
Hakan Nesser





erschienen am 30.10.2017
  Der Hörverlag
ISBN 9783844528312 
1 mp3-CD = 11 Stunden 48 Minuten
gekürzte Lesung

Gelesen von Dietmar Bär, Oliver Siebeck, Robert Frank, Sinja Dieks, Britta Steffenhagen, Oliver Brod und Simone Kabst.



Inhalt:

Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? War es wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann, er könne in den Augen anderer Menschen erkennen, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen – und seine Ermittlungen erschüttern schließlich die ganze Kleinstadt.


Meine Meinung:

Hakan Nesser hat es wieder geschafft. Schon seit einigen Jahren lese und höre ich gern seine Geschichten. Es sind nicht immer die einfachsten Geschichten, die er erzählt, doch viele bleiben im Kopf und regen zum Nachdenken und Hinterfragen an.  

Auch in diesem Fall beschreibt Kallmann eine Kleinstadt und seine Einwohner so genau und so realistisch, dass man direkt ein Bild im Kopf hat. Es werden mehrere Handlungsstränge parallel geführt, was anfangs vielleicht etwas verwirrt, aber je weiter die Geschichte voran schreitet, desto mehr verbinden sich die Handlungen. Es entsteht dabei ein Bild, welches überrascht und vielleicht sogar in eine andere Richtung zeigt, als man es selber erwartet hätte. Die Hauptcharaktere werden von verschiedenen Sprechern gesprochen, was die Geschichte noch interessanter werden lässt. Hakan Nesser fängt stets langsam an und bringt nur nach und nach die Wahrheit ans Licht. Bis dahin werden immer mehr Geheimnisse und totgeschwiegene Begebenheiten ausgegraben und offengelegt, was für Unruhe in der Kleinstadt sorgt. Immer wieder legt Hakan Nesser seinen Daumen in die Wunden der (heutigen) Gesellschaft und fordert den Zuhörer zum Nachdenken auf.

Für mich war es eine gelungene und interessante Geschichte. Es ist kein typischer Krimi, obwohl es Leichen gibt, sondern eher ein kritischer Blick auf die Gesellschaft. 

4 von 5 Sternen

Sonntag, 5. November 2017

Happy Minutes

"Happy Minutes" 
von 
Rebekah Borucki






erschienen am 18.09.2017
  Integral Verlag
ISBN: 9783778792827
 288 Seiten 

Inhalt:

Veränderung kann so einfach sein ─ die 4-Minuten-Glücksformel
So nah am Leben war Meditation noch nie: Niemand muss dafür stundenlang auf dem Meditationskissen sitzen – nur vier Minuten täglich reichen aus, damit sich die positive Wirkung entfaltet. Richtig praktiziert, macht Meditation nachweislich glücklicher, attraktiver und gelassener, lindert emotionale und körperliche Beschwerden und verschafft ein wohliges, zufriedenes Lebensgefühl. Das innovative Meditationsprogramm von Rebekah Borucki lässt sich ganz einfach in jeden Alltag integrieren. Die hochwirksamen 4-Minuten-Meditationen sind jeweils auf konkrete Lebensthemen und -bereiche zugeschnitten. Sie beinhalten kleine Mantras, stärkende Affirmationen, leichte Atemtechniken und kurze Reflexionsübungen. Ohne Vorwissen für jeden anwendbar – die kleine Dosis Glück und Entspannung für jeden Tag.


Meine Meinung:

 Die 4-Minuten-Glücksformel klang so verlockend, dass ich das Buch zur Hand nehmen musste. Die Autorin ist Mutter von 4 Kindern, arbeitet und hat in ihrem Leben schon einiges erlebt. Sie erzählt in den einzelnen Kapiteln von sich und der Meditation und wie sie (dank Meditation) so manche Krise bewältigt hat. Ich hatte mir vor dem Lesen den Buchtrailer angeschaut und war nun gespannt auf die Meditationen. 

Ich habe das Buch gelesen, aber leider konnte mich keine der 4-Minuten-Glücksformeln einfangen. Es war mir zu trocken, zu theoretisch und nicht greifbar. Ich kann mir nicht vorstellen mit einem Buch in der Hand zu meditieren. Die Sätze (Mantren) sind teilweise recht lang und diese auswendig zu lernen, fand ich weniger schön. Ständig nachzulesen hat mich jetzt auch nicht begeistert. Es kam keine wirkliche Ruhe und Gelassenheit auf. 

Für mich wäre eine CD mit geführten Meditationen besser gewesen. Es hätten nicht gleich alle 27 sein müssen, aber eine kleine Auswahl, gesprochen von der Autorin (gern auch auf englisch) wäre schön und vorallem hilfreich gewesen. Im Buchtrailer war dies auch zu sehen und ich empfand die Stimme von Rebekah Borucki auch angenehm, so dass ich mir gut vorstellen kann, dass eine beiliegende (gesprochene) Anleitung helfen könnte. Wer nicht so geübt im Meditieren ist (wie ich), benötigt vielleicht doch eher das gesprochene als das geschriebene Wort. Für Menschen mit mehr Erfahrung könnten die verschiedenen Mantren hilfreich und gut umsetzbar sein.

3 von 5 Sternen

Donnerstag, 2. November 2017

Die Entdeckung des Glücks

"Die Entdeckung des Glücks" 
von 
Isabell Prophet






erschienen am 11.09.2017
Mosaik Verlag
ISBN: 9783442393237
 350 Seiten





Inhalt:

„Bist du glücklich mit deinem Job?“ 
Auf diese einfache Frage eine klare Antwort zu geben, fällt den meisten Menschen schwer. Gerade wenn es um den Beruf geht, schwanken wir oft zwischen Freude und Disziplin, Ehrgeiz und Überforderung. Doch glücklich sein kann man lernen – es hat uns nur noch niemand gezeigt, wie. Isabell Prophet analysiert und erklärt fundiert und unterhaltsam, welche Weichen wir stellen müssen, um glücklich in unserem Tun zu werden.


Meine Meinung:

Isabell Prophet nimmt den Leser bei der Hand und erzählt, was Glück bedeutet, welche Forschungsansätze es gibt und warum manche Menschen glücklicher sind. Sie hat einen leicht verständlichen Schreibstil, bleibt häufig an der Oberfläche, aber für eine grobe Orientierung ist es auch ausreichend. Wer sich mehr mit dem Glück und der eigenen inneren Einstellung dazu beschäftigen möchte, kann sich auf das ausführliche Quellenverzeichnis am Ende des Buches stürzen.

Für mich war es wichtig einen neuen Blickwinkel und neue Möglichkeiten aufgezeigt zu bekommen. Manchmal ist man so verfahren und schon so blind, dass ein externer Anstoß helfen kann. Wie funktioniert Glück? Was ist Glück? Welchen Einfluss hat mein Gehirn auf das Glücksgefühl und ist der monetäre Anteil am Glück wirklich so hoch, wie viele Menschen annehmen? 

Das Buch ist in viele kleinere Kapitel aufgeteilt und so kann man sich immer wieder Auszeiten nehmen, um darüber nachzudenken. Viele Dinge weiß man bereits und vielleicht praktiziert(e) man sie auch schon bzw. sollte dies wieder einführen. Ich habe mir ein paar kleine Punkte herausgesucht, die ich jetzt versuche in meinem Alltag einzubauen und kann schon jetzt bestätigen, dass Kollegen käuflich, aber nicht sehr teuer sind (ein Kapitel im Buch). 

Dieses Buch rettet kein Leben, es schafft nur etwas mehr Glück, wenn man nach dem Lesen und Reflektieren es selbst in die Hand nimmt und umsetzt. Nicht alles passt auf jeden und nicht alles ist umsetzbar, aber es ist informativ und interessant.

4 v0n 5 Sternen

Montag, 30. Oktober 2017

Das Haus ohne Männer

"Das Haus ohne Männer" 
von 
Karine Lambert





erschienen am 09.10.2017  
Random House Audio 
4 CD = 4 Stunden 40 Minuten
 Ungekürzte Lesung

Gelesen von Katrin Fröhlich


Inhalt:

Die Bewohnerinnen eines verwunschenen Hauses mitten in Paris haben der Liebe abgeschworen. Kater Jean-Pierre ist das einzige männliche Wesen, dem sie Zutritt zu ihrer Welt gestatten. Als die junge Juliette einzieht, stellt sie das Leben der unterschiedlichen Frauen auf die Probe. Denn sie hat die Männer noch nicht aus ihrem Herzen verbannt.


Meine Meinung:

Es ist eine leise, humorvolle, teilweise traurige und nachdenkliche Geschichte über Frauen, die sich einer Regel "Keine Männer" unterworfen haben. Diese Regel wurde von der Königin festgelegt und wird nun mit eisernem Willen durchgesetzt. Doch je länger man den Geschichten der Bewohnerinnen folgt, desto mehr stellt man fest, dass nicht alle Frauen so strikt sein wollen. Sie trauen sich jedoch nicht etwas zu ändern oder haben es fast schon verlernt mit Männern zu flirten und auszugehen. Die Königin dominiert das Haus, eine ehemalige Primaballerina, die mit dem Altern und den Folgen nicht zurecht kommt. Sie kapselt sich ab und schwelgt nur noch in der Vergangenheit. Doch mit dem Einzug von Juliette werden die starren Regeln immer mehr zum Wanken gebracht. 

Die Autorin lässt jede der Frauen ihre Geschichte erzählen und so erfährt man schöne und lustige, aber auch traurige Erlebnisse, die dafür sorgten, dass das Haus ohne Männer seine Bewohnerinnen bekam. Mir hat die Geschichte, welche in Paris spielt, gut gefallen. Sie war trotz mancher trauriger Passage nicht schwermütig. Sie hatte die typisch farnzösische Leichtigkeit und den feinen versteckten Humor.

4 von 5 Sternen




Donnerstag, 26. Oktober 2017

Finger-Qigong

"Finger-Qigong" 
von 
Bernadett Gera




erschienen am 21.03.2016
  Irisiana Verlag
ISBN: 9783424152920 
96 Seiten 


Inhalt:

Qigong-Übungen für die Finger und Hände sind eine einfache und schnelle Möglichkeit, die alternative Heilmethode Qigong für sich zu nutzen. Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Berufstätige mit wenig Zeit und auch Kinder können Finger-Qigong anwenden, überall und zu jeder Zeit. Die kurzen Fingerübungen wirken prophylaktisch und in akuten Situationen auf den ganzen Körper, sie lösen Nackenverspannungen, helfen bei Fieber, Erkältungen, Verdauungsstörungen und können Beschwerden bei chronischen Erkrankungen lindern. Auch für Musiker sowie für am Computer und handwerklich arbeitende Menschen ist Finger-Qigong gut geeignet, da es die Fingerfertigkeit verbessert und die Hände entspannt. Nicht zuletzt schulen die Übungen das Denk- und Konzentrationsvermögen.


Meine Meinung:

Qigong? Ist das nicht etwas für alte Leute? Das ist doch langweilig. 
Neben einem mitleidigen Lächeln sind das die meisten Reaktionen, wenn ich über Qigong spreche. Ja, ich glaube daran, dass die jahrhundertalten Bewegungsabläufe einen Nutzen und vorallem eine Wirkung haben. Aus diesem Grund praktiziere ich es auch und fühle mich gut dabei. Das Büchlein hat mich deshalb natürlich auch direkt angesprochen. Qigong für die Finger und Hände kannte ich nur aus einzelnen Übungen, die in den verschiedenen Bewegungsabläufen mit enthalten sind.

Das Buch ist leicht verständlich und die Bilder geben gut wieder, was gemacht werden muss. Es wird alles sehr genau beschrieben und wenn man der Anleitung folgt, ist es nicht so schwer. Man darf keine Wunder erwarten, sondern muss sich immer wieder damit auseinandersetzen. Die Regelmäßigkeit bringt den (kleinen) Erfolg. 

Es ist ein gutes Einstiegsbuch mit vielen Bildern. Ich bleibe jedoch u.a. bei meinen 8 Brokatübungen, da hier der ganze Körper angesprochen wird.


4 von 5 Sternen