Freitag, 24. Februar 2017

Provokateure

"Provokateure" 
von 
Martin Walker






erschienen am 29.04.2015
Diogenes Verlag
ISBN: 9783257069280
 384 Seiten


Inhalt:

Saint-Denis im Périgord ist ein Sehnsuchtsort für viele. Auch für einige, die hier aufgewachsen sind. Doch als ein autistischer Junge aus Saint-Denis auf einer französischen Armeebasis in Afghanistan auftaucht und nach Hause möchte, ist unklar, ob als Freund oder Feind. Dies herauszufinden ist die dringende Aufgabe für Bruno, Chef de police, ehe sich verschiedene Provokateure einmischen und alle in tödliche Gefahr bringen können.


Meine Meinung:

Es ist bereits der siebte Fall von Bruno und seinem Team und diesmal ziehen viele dunkle Wolken über Saint-Denis. Die Geschichte ist aktuell (auch wenn das Buch vor 2 Jahren veröffentlicht wurde) und brisant. Es lässt den Leser nicht los und viele Grausamkeiten werden aufgedeckt und erschrecken.
 Aber Martin Walker verschafft dem Leser immer wieder kleine positive Momente. Denn das Liebeskarussell bei Bruno nimmt etwas Fahrt auf. Es gibt eine neue interessante und starke Frau, die für ein kleines Gefühlschaos bei Bruno sorgt. Die anderen Frauen (Pamela und Fabiola) sind natürlich auch wieder mit dabei und auch das gemeinsame Essen und Kochen hat wieder seinen Platz in der Geschichte. Im Vordergrund stehen jedoch ein autistischer Junge, ein muslimischer Undercover-Agent und eine amerikanische FBI-Agentin, die alle irgendwie miteinander verbunden sind. 

Man sollte sich etwas für die Politik und die Vorkommnisse in Afghanistan interessieren, denn Martin Walker geht stark darauf ein. Auch die Nebengeschichte (versteckte Kinder) ist gut und interessant und deckt eine andere geschichtliche Zeit von Saint-Denis ab. 

Insgesamt fand ich den Krimi spannend, interessant und Bruno ist (aus meiner Sicht) wieder mehr Polizist als Frauenversteher, was mir gut gefällt.





4 von 5 Sternen

Montag, 20. Februar 2017

Zapfig

"Zapfig" 
von 
Felicitas Gruber




erschienen am 13.02.2017
  Diana Verlag
ISBN: 9783453358515
304 Seiten



Inhalt:

In der Giesinger Privatbrauerei Rößlbier führt Uschi Roßhaupter seit Jahrzehnten ein strenges Regiment. Und ihr Sohn Tobias macht immer noch brav, was die Mama sagt. Eigentlich – denn die Heirat mit Sekretärin Nathalie war nicht vorgesehen. Wen wundert’s, dass die junge Dame kurz vor der Trauung einer bedauerlichen Vergiftung zum Opfer fiel? Dr. Sofie Rosenhuth jedenfalls nicht. Sie hat die Roßhaupter Uschi gleich im Verdacht, doch ihr Kommissar Joe weiß sie zu bremsen. Also wird ordentlich ermittelt in der Münchner Schickeria. Ärgerlich nur, dass die grimmige Uschi kurz darauf ertrunken in einem ihrer Braukessel liegt.


Meine Meinung:

Ja mei, mit der Sofie kann man schon ganz gut ermitteln. Und die Fälle sind interessant und teilweise gut verstrickt. Es gibt viele Verdächtige und mögliche Motive, so dass man als Leser nicht direkt weiß, wer der Mörder ist. Felicitas Gruber (zwei Autorinnen) lässt den Leser wieder eintauchen in das bayrische Leben inklusive feinsten Dialekt. Aber keine Sorge sie schreibt den Hauptteil des Regionalkrimis in Hochdeutsch. Jedoch fand ich die Dialekteinschübe recht unterhaltsam. Man ist schnell in der Geschichte drin und hat diese auch ruckzuck gelesen, da das Autorenpaar einen schönen Schreibstil hat. Der Humor kommt trotz der Leichen nicht zu kurz (besten Dank an Frau Dr. Falk), auch etwas Herzschmerz muss sein, aber auch gute Polizeiarbeit und der Beziehungsstress sind in dieser Geschichte vertreten. Für mich ist der neue alte Mann an Sofies Seite die einzige Figur, die mir nicht so recht symphatisch ist. Er ist mir zu laut, zu ungehobelt und viel zu besitzergreifend. Da ist doch der Gegenspieler viel interessanter. 
Mit der Sofie würde ich noch einmal ermitteln und hoffentlich dann erfahren, dass sie ihre privaten Entscheidungen noch einmal überdacht hat.

4 von 5 Sternen

Mittwoch, 15. Februar 2017

Spiel der Zeit

"Spiel der Zeit" 
von 
Jeffrey Archer




erschienen am 6.09.2016
Random House Audio
ISBN: 9783837135862
2 mp3-CD = 11 Stunden 23 Minuten

Gelesen von Erich Räuker, Richard Barenberg, Britta Steffenhagen
1. Teil der Clifton-Saga
Inhalt:
England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind. 
Meine Meinung:
Über die Clifton Saga hatte ich schon einiges gelesen. Doch sieben Bände und alle recht dick haben mich etwas abgeschreckt. Am Ende siegten die Neugier und das Hörbuch. Mit 11,5 Stunden schon recht lang, aber diese Zeit verging wie im Flug. Die Geschichte hatte ein paar Kapitel benötigt, um mich einzufangen, aber dann war ich in der Geschichte drin. Sie ist interessant und ausschweifend. Die vielen Personen (mal mehr und mal weniger wichtig) und auch die Handlungsorte sind sehr verschieden. Vom Hafen über Old Jacks Bleibe zur Schule und der Villa der Barrington, zum Tee Cafe waren fast alle Wohn-, Arbeits- und Lebensschichten dabei. Die Hauptcharaktere werden sehr detailiert beschrieben und schnell hat man seinen ganz persönlichen "Liebling" gefunden. Die Liebesgeschichte zwischen Harry und Emma wurde nicht zu stark in den Focus gerückt, so dass genügend Zeit für die Freundschaft zwischen Giles, Dickens und Harry sowie die familiären Intrigen war.
Durch den Wechsel der Sprecher kam noch einmal mehr Spannung und Abwechslung auf, denn die Geschichte wurde aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptfiguren erzählt. Manchmal hatte man das Gefühl die Geschichte doppelt zu hören, aber der Autor schaffte es immer wieder kleine Details einzubauen, die bisher unerwähnt waren. Auch so manche Lüge oder Schummelei wurde dabei aufgedeckt. Das letzte Drittel der Geschichte hätte etwas temporeicher sein dürfen. Dafür hat das Ende einen echten Cliffhanger...man muss weiterhören.

4 von 5 Sternen
 

Freitag, 10. Februar 2017

Reiner Wein

"Reiner Wein"
 von 
Martin Walker



erschienen am 30.04.2014
  Diogenes Verlag
ISBN: 9783257068962
  416 Seiten


Inhalt:
Bruno, Chef de police, muss eine Serie von Raubüberfällen aufklären. Deren Spuren führen zurück in den Sommer 1944, als die Résistance einen Geldtransport überfiel und mit der Beute das Weite suchte.


Meine Meinung: 

Der sechste Fall von Bruno ist wieder etwas spannender und interessanter als der letzte Fall. Während ich von dem letzten Fall nicht so begeistert war, konnte mich dieser Band einfangen. 
Martin Walker packt in seinen Fall sehr viel Geschichte, die er geschickt mit der heutigen Zeit verbindet. Auch das Privatleben von Bruno entwickelt sich etwas weiter und offenbart auch weniger schöne Seiten. Wie immer findet auch in diesem Band Bruno noch genügend Zeit zu kochen und seine Freunde einzuladen bzw. den Einladungen zu folgen. 

Trotz der guten Geschichte muss sich Martin Walker langsam etwas Neues einfallen lassen, damit die Geschichten rund um Bruno nicht zu eintönig werden. Die Themen ähneln sich sehr und auch die Frauengeschichten um Bruno müssen langsam mehr an Fahrt gewinnen, wenn die nächsten Fälle interessant bleiben sollen.


4 von 5 Sternen

Freitag, 3. Februar 2017

San Miguel

"San Miguel"
von 
T.C. Boyle






erschienen am 26.08.2013
Der Hörverlag
ISBN: 9783844512953 
1 mp3-CD = 9 Stunden 46 Minuten
Sprecher: Jan Josef Liefers
 

 
Inhalt:


Drei Generationen von Frauen leben vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Weltwirtschaftskrise auf San Miguel, einer kargen, einsamen Insel vor der kalifornischen Küste. Marantha Waters entbehrt dort alles, was sie sich vom Leben gewünscht hat, und ihre schöne, lebenshungrige Tochter sucht so rasch wie möglich zu entfliehen. Für Elise Lester jedoch, die spät ihre erste und einzige Liebe geheiratet hat, wird der Ort für viele Jahre zum Paradies. Doch die Idylle wird bedroht.


Meine Meinung:


 T.C.Boyle ist ein guter Beobachter und Erzähler. Er erzählt aus drei weiblichen Perspektiven, wie das Leben auf einer kleinen und sehr einsamen Insel empfunden wird. Während es für zwei der Frauen die Hölle und eine Qual ist, möchte die dritte Frau die Insel am liebsten nie mehr verlassen. Für Marantha und Edith ist es eine Belastung ohne Gesellschaft und Gespräche, ohne Komfort und Abwechslung zu leben, während für Elise die Ruhe, die wiederholenden Tätigekiten das ideale Leben sind. Boyle lässt kein Detail und keine Regung aus. Zum einen ist es gerade diese Präzision, die die Geschichten so besonders machen, zum anderen jedoch verliert sich Boyle manchmal in ihr, so dass es etwas langatmig werden kann. Dank Jan Josef Liefers sehr guten Erzählweise kann man diese langen Strecken jedoch ganz gut wegstecken.

Ich weiß nicht, ob ich das Buch gelesen hätte, aber in erzählter Form fand ich es gut und unterhaltsam.

4 von 5 Sternen