Donnerstag, 23. März 2017

Todesmärchen

"Todesmärchen" 
von 
Andreas Gruber



erschienen 15.08.2016
Der Hörverlag
ISBN 9783844521375 
1 mp3 CD  = 10 Stunden 42 Minuten



Inhalt:

In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel.

Meine Meinung:
  
Andreas Gruber ist nichts für zarte Nerven. 
Nicht vor dem Schlafengehen hören.
Nein, wirklich nicht. 
Hier wird gemordet und zwar auf grausamste Art und Weise. Sehr detailliert werden die Leichen beschrieben und auch die Vorgehensweise des Täters. So manches Mal bin ich zusammengezuckt. Am liebsten hätte ich (wie beim Fernsehen) das Kissen vor die Augen gehalten, aber das nützt bei einem Hörbuch leider nichts.

Aber, wenn man Maarten S. Sneijder treffen möchte, muss man die Morde in Kauf nehmen. Denn ohne sie wäre Sneijder nicht in Aktion und wenn er arbeitet und nachdenkt, dann ist er wirklich gut. Zusammen mit Sabine Nemez rennt er diesmal dem Mörder lange hinterher. Man bleibt eine ganze Weile im Dunkeln und weiß nicht so recht, wie die Dinge zusammenhängen. Aber die Handlungsstränge werden immer enger miteinander verwoben und dann sieht man klar und staunt, denn damit hätte (zumindest) ich nicht gerechnet. 
Es gibt einige überraschende Wendungen, aber im Mittelpunkt stehen stets die Märchen von Hans Christian Andersen. Wer sie gelesen hat, ist im Vorteil. Wer sie nicht kennt, wird hier die grausame Interpretation kennenlernen.

Spannend, grausam, sehr gut und klug gestrickte Geschichte, wunderbare Ermittler und ein sehr guter Sprecher...mehr geht nicht. 

5 von 5 Sternen 

Montag, 20. März 2017

Das Labyrinth des Malers

"Das Labyrinth des Malers" 
von 
Carolin Römer



erschienen am 01.05.2015
  CONTE-VERLAG
ISBN: 9783956020568
 280 Seiten


 Inhalt:

Fin O Malley begibt sich unfreiwillig auf eine Art Pilgerreise. Der Croagh Patrick will bestiegen werden, doch die wilde irische Landschaft meint es nicht gut mit Fin. Er verläuft sich im Nebel des Septembertages und landet bei Séamus Le Brun, einem alten Maler, der allein in seinem Wohnwagen am Meer haust. Als dieser in die Luft fliegt, sieht die Polizei keinen Handlungsbedarf, doch Fins Spürsinn ist geweckt, besonders als im ausgebrannten Wrack zwei Goldmünzen gefunden werden. Der alte Sonderling hütet ein Geheimnis. Fin begibt sich auf Schatzsuche. Und er ist nicht der einzige. Je tiefer er gräbt, desto unübersichtlicher wird der Fall. Und Fin muss feststellen, dass Kobolde auch nicht mehr das sind, was sie einmal waren.




Meine Meinung:

Auch der dritte Fall für Fin O Malley ist alles andere als gewöhnlich. Erst bekommt er eine Pilgerreise vom Gericht aufgebrummt und dann muss er sich auch noch einem alten Kauz annehmen. Carolin Römer führt den Leser wieder in die raue Landschaft von Irland. Fin lebt immer noch mit den gleichen eigenwilligen Dorfbewohnern zusammen und auch diesmal werden wieder die Kobolde aktiviert. Die Dorfbewohner sind mittlerweile alte Bekannte und man hat sie irgendwie in das Herz geschlossen. Man freut sich wieder von ihnen zu lesen und dabei sein zu können.

Der Krimi hebt sich von den gängigen Krimis ab. Fin ist nicht so ganz korrekt mit seinen Worten und Taten, er drückt gern mal ein Auge zu und in "seinem" Dorf macht sowieso jeder, was er will. Seine Suche wird nicht so gern gesehen und so begibt er sich unfreiwillig wieder in brenzlige Situationen. Die Geschichte ist etwas verworren. Trotzdem macht sie Spaß und unterhält den Leser gut. Falls Fin noch einmal ermitteln darf, bin ich gern wieder mit dabei.




4 von 5 Sternen

Samstag, 18. März 2017

Deiner Seele Grab

"Deiner Seele Grab"
 von 
Inge Löhnig
 

 
 
erschienen am 10.03.2014
  Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783548611242
 496 Seiten


Inhalt:

"Der Dämon in dir wird siegen. Deine dunkle Seite. Das Böse. Das Teuflische. Alle Demütigungen, Verletzungen, Ungerechtigkeiten, die du erleiden musstest, formen dich. Zu dem, was du sein wirst. Sie machen dich dazu." Wer ist der Samariter, der in München alte Menschen von ihren Leiden erlöst? Ein verblendeter Erlöser, der glaubt, Gutes zu tun? Oder ein eiskalter Killer? Was hat es mit der geheimnisvollen Elena auf sich, die nur ein Ziel kennt: Rache! Sind der Samariter und sie ein Team? Plötzlich ist sie verschwunden. Als Kommissar Konstantin Dühnfort schließlich begreift, worum es wirklich geht, ist es beinahe zu spät.

Meine Meinung:

Inge Löhnig hat auch diesmal wieder einen spannenden und wenig durchschaubaren Krimi geschrieben. Kommissar Dühnfort muss neben seinen privaten Problemen und einer internen Untersuchung auch noch mehrere Todesfälle aufklären. Löhnig lässt mehrere Handlungsstränge parallel laufen, so dass man nie so richtig weiß, welche Spur, welcher Verdächtige am Ende zum Ziel führen. Die Hauptcharaktere entwickeln sich weiter und haben ebenfalls mit ganz alltäglichen Problemen zu kämpfen. Das Thema ist aktuell und ist in vielen Familien vorhanden. Es macht teilweise nachdenklich und traurig und es zeigt, welche Macht Geld hat und wie Gier einen Menschen verändern kann.

Es ist bereits der sechste Fall für Konstantin Dühnfort. Man kann in die Serie einsteigen, da die Autorin stets kleine Rückblenden einbaut. Jedoch ist es wohl interessanter die Entwicklung der Charaktere zu erlesen, da man dann erst die kleinen Eigenheiten besser versteht und zu interpretieren weiß.

Für mich wird es auch einen siebten Fall geben, denn Inge Löhnig verschafft mir immer wieder ein Lesevergnügen.




  4 von 5 Sternen

Sonntag, 12. März 2017

Vierundzwanzig Stunden

"Vierundzwanzig Stunden" 
von 
Guillaume Musso



erschienen am 01.06.2016 
Pendo Verlag
ISBN: 9783866124011
 384 Seiten 


Inhalt:


Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind - die Zeit.


Meine Meinung:


Mein zweites Buch von Guillaume Musso hat mich nicht mehr ganz so sehr begeistert. Musso kann sehr gut schreiben. Man liest die Geschichte in einem Rutsch durch. Auch die Idee der Geschichte an sich fand ich gut. Ein Mann, der durch die Jahre fällt und stets nur einen Tag pro Jahr bei der Familie leben darf. Die Verwicklungen und das Geheimnis, welches sich dahinter verbirgt, sind gut ausgedacht. Jedoch hat mich die Liebesgeschichte zwischen Lisa und Arthur nicht begeistert. Der Anfang war noch gut, aber zum Ende wurde sie mir zu weinerlich und kitschig. Auch wiederholt sich Musso und schafft damit etwas langatmige Phasen, die der Geschichte nicht so gut getan haben. Am Besten hat mir noch der Großvater gefallen, der das Leben noch einmal so richtig schön in die Hand genommen hat. Der Rest ist Geschmackssache.




3 von 5 Sternen

Donnerstag, 9. März 2017

Schlaflied

"Schlaflied" 
von
Cilla & Rolf Börjlind





 480 Seiten
btb Verlag
erschienen am 20.02.2017
ISBN 9783442757169


Inhalt:

Am Stockholmer Hauptbahnhof herrscht Chaos. Ein Mädchen im Strom der Asylsuchenden schlägt sich ganz alleine durch. Aus Angst vor den Behörden lebt sie mehr schlecht als recht auf den Straßen Stockholms – bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft, die sich ihrer annimmt. Gemeinsam suchen sie Zuflucht in einer einsamen Hütte auf dem Land. Aber ist es in den Wäldern Smalands wirklich sicherer als auf den Straßen von Stockholm? Zur selben Zeit versucht der frühere Kriminalkommissar – und frühere Obdachlose – Tom Stilton seinen Polizeikollegen zu beweisen, dass er wieder ganz auf der Höhe ist. Er soll dabei helfen, den grausamen Tod eines Jungen aufzuklären, der vergraben im Wald gefunden wurde. Wenig später bittet ihn Muriel um Hilfe, weil sie ihren Schützling in Gefahr glaubt. Haben die Fälle etwa miteinander zu tun? Tom Stilton und Olivia Rönning kommen der Wahrheit nur langsam auf die Spur.


Meine Meinung:

Endlich ein weiterer Fall für Tom Stilton und Olivia Rönning. 
Das Autorenpaar beherrscht den schwedischen Krimistil wie kein anderer Autor. 
Spannend, fesselnd, undurchsichtig und düster zeigen sie, was in einer scheinbar toleranten Gesellschaft alles geschehen kann. Sie öffnen die Augen für das Versteckte, das Böse und die Gier im Menschen. Dabei bleiben sie beängstigend realistisch und sorgen für Nachdenklichkeit und Gänsehaut.

Die "alten" Charaktere dürfen sich weiterentwickeln und binden dadurch den Leser immer mehr an sich. Man möchte wissen, wie es ihnen geht, was sie erleben und wie sie das Erlebte verarbeiten und verkraften. Es tauchen neue Figuren auf, die genauso realistisch sind wie die Hauptfiguren. Das Autorenpaar lässt wieder verschiedene Handlungsstränge parallel laufen, die vielleicht anfangs verwirrend und undurchsichtig wirken, aber es lohnt sich bis zum Ende den Handlungen zu folgen, denn der Kreis wird sich schließen und so manche Verknüpfung sorgt für einen Aha-Effekt. 

Das Buch kann man "solo" lesen, aber man sollte dies nicht tun. Die vielen kleinen Verbindungen, die gemeinsamen Erlebnisse und der ganz eigene Humor sind das Besondere an den Figuren und deren gemeinsamer Geschichte. Wer die Zusammenhänge nicht kennt, wird so manche Verbindung, Situation und Kommentar nicht verstehen, was schade wäre. 

 Ein rundum gelungener Fall mit allem, was man sich unter einem sehr guten Schwedenkrimi vorstellt.


5 von 5 Sternen

Dienstag, 7. März 2017

Das Vermächtnis des Vaters

"Das Vermächtnis des Vaters"
 von 
Jeffrey Archer





  erschienen am 06.11.2015
  Random House Audio 
2 mp3-CD = 9 Stunden 27 Minuten

Inhalt:

Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schifffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma, macht sich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt.


Meine Meinung: 

 Der zweite Teil der Clifton Saga nimmt den Zuhörer mit nach New York und in den Krieg. Während Emma ihrer großen Liebe und dem Vater ihres Sohnes hinterherreist, zieht Harry in den Krieg. Emmas Suche und ihr unerschütterlicher Wille Harry zu finden, nehmen einen großen Teil der Geschichte ein. Sie trifft auf Gauner und Männer, die sie betrügen wollen, aber auch auf Befürworter und Freunde. Wie so oft sind die Gauner und die Bösewichte das Salz in der Geschichte und auch hier fand ich sie am gelungensten. Von Emma und ihrer Art hatte ich bald genug und war dann auch froh, als sich die Geschichte wieder um Harry und Giles drehte. Die Spannung war dann schon wieder etwas mehr vorhanden und man hatte auch eher das Gefühl, dass die Geschichte wieder an Fahrt zu legt. 

Insgesamt ist es eine gute Fortsetzung der Saga, jedoch muss die Geschichte wieder etwas an Tempo zu legen, um wirklich acht Folgen durchhalten zu können. Ich bin gespannt.

3 von 5 Sternen

Donnerstag, 2. März 2017

Der Mörder und das Mädchen

"Der Mörder und das Mädchen" 
von 
Sofie Sarenbrant





erschienen am 17.02.2017 
Aufbau Verlag
ISBN: 9783352008931
 368 Seiten 
eBook


Inhalt:

Noch einen Tag noch – dann, glaubt Cornelia, hat ihr Martyrium ein Ende, dann zieht sie mit Astrid, ihrer sechsjährigen Tochter, aus ihrem Haus aus und kann Hans, ihren gewalttätigen Mann, endlich verlassen. Doch am Morgen findet sie Hans tot im Gästezimmer. Emma Sköld, hochschwanger und sehr ehrgeizig, übernimmt den Fall: Für sie ist Cornelia die erste Verdächtige, doch es gibt auch eine andere Spur: Die kleine Astrid will in der Nacht einen Mann neben ihrem Bett gesehen haben, der sie gestreichelt hat. Packend und sehr atmosphärisch – der neue Bestseller aus Schweden.


Meine Meinung:
  

  Wenn Camilla Läckberg das Buch empfiehlt, dann muss es doch spannend und gut sein. Doch leider konnte es meinen Erwartungen nicht standhalten. Die Autorin hat einen guten und flüssigen Schreibstil. Die Geschichte war auch größtenteils spannend und gut aufgebaut. Jedoch haben mich die Charaktere nicht angesprochen. Während der gesamten Geschichte konnte ich keine Beziehung zu den Figuren aufbauen. Zum einen fand ich, waren es zu viele Personen für die Geschichte und zum anderen traten sie dann auch nur oberflächlich auf. Der Anfang war gut und ein schöner Spannungsbogen wurde aufgebaut, jedoch zog er sich dann und am Ende musste alles ganz schnell gehen. Es wirkte gehetzt als dürfte Sofie Sarenbrant nur noch 10 Seiten schreiben. Es ist ein Debüt, so dass man hier vielleicht noch eine Steigerung zum nächsten Buch erwarten kann. Mich hat es leider nicht so gepackt wie die Bücher von Camilla Läckberg. Schade.

3 von 5 Sternen