Dienstag, 12. Dezember 2017

Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris

"Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris" 
von 
Agnès Martin-Lugand

 




erschienen am 27.11.2017
  Blanvalet Verlag
ISBN 9783764505653 
287 Seiten



Inhalt:
 
Iris droht in ihrem kleinbürgerlichen Leben zu ersticken. Ihre Ehe verläuft schon lange nicht mehr glücklich, und ihr Job in einer Bank deprimiert sie. Einziger Lichtblick ist ihre Nähmaschine, mit der sie voller Herzblut wunderschöne Kleider schneidert. Nach einem Streit mit ihrem Mann reist sie kurz entschlossen nach Paris, um sich dort ihren Lebenstraum zu erfüllen und eine professionelle Ausbildung zur Schneiderin zu beginnen. Ihre ungewöhnliche neue Chefin Marthe ist sofort begeistert von ihrem Talent und bietet ihr ein kleines Atelier an. Iris' Glück scheint sich endlich zu wenden – bis sie Gabriel kennenlernt, der alles auf den Kopf stellt.


 Meine Meinung:


Das dieses Buch keine anspruchsvolle Lektüre sein wird, war mir schon vor dem Lesen klar. Aber so eine leichte Geschichte für zwischendurch kann ja auch etwas Schönes sein. Bei diesem Buch war ich jedoch schnell von Mademoiselle Iris genervt und konnte ab der Hälfte des Buches nur noch mit dem Kopf schütteln. Hier wurden alle Klischees ausgepackt, die es so gibt. Iris ist unglücklich in ihrem Beruf und in ihrer Ehe und so nimmt sie noch einmal ihren Traum in Angriff. Nun dachte ich, dass da eine schöne Geschichte rund um die verrückte Modewelt mit einem Blick hinter die Kulissen kommt und die kleine Liebesgeschichte dazu - perfekt. 

Leider durfte Iris sich in dieser Geschichte nicht weiterentwickeln. Sie kam aus der Provinz und war verhuscht, naiv und ohne Selbstbewußtsein. Auch im Laufe der Zeit blieb sie es. Erst ließ sie sich von ihrem Mann vorschreiben, was geht und was nicht und dann schrieben es ihr andere Menschen vor. Und Iris? Sie passte sich Paris an und empfand es als stark und selbstbewußt. Da muss man sich doch wundern. Was hat sich denn geändert? Von einer Abhängigkeit in die nächste Abhängigkeit zu wechseln, hat nichts mit gewachsenen Selbstbewußtsein zu tun. 

Die Autorin versucht zudem mit Gabriel und ihr die kleine Version eines berühmten Buches nachzuspielen. Aber es wirkte nur plump und so vorhersehbar, dass man schon ahnte, was kommen wird und dadurch wurde es langweilig. Die Unterwürfigkeit von Iris nervte mich schnell, denn sie war nicht, wie man vielleicht annehmen könnte 20 Jahre, sondern schon Anfang 30 und benahm sich phasenweise wie ein Teenager. Außerdem wurde ihr mangelndes Selbstbewußtsein immer wieder in kleinen Dosen der Provinz, in der sie lebte, zugeschrieben, was für ein wunderbares Klischee.

Das Ende war zwar einerseits überraschend (Marthe), aber wenig überzeugend und aus meiner Sicht auch überzogen und unglaubwürdig. Andererseits ist das eingetreten, was man schon lange ahnte (Gabriel und Iris).

Ichhabe schon einige gute Bücher von französischen Schriftstellern gelesen. Sie hatten meistens diese typische französische Leichtigkeit und den Charme, der hier völlig fehlte. Mich konnte das Buch nicht überzeugen. Schade. 


2 von 5 Sternen

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