Freitag, 23. März 2018

Eiskalter Hund

"Eiskalter Hund" 
von
Oliver Kern


erschienen am 12.03.2018
Random House Audio
ISBN: 9783837140873 
5 CD = 6 Stunden 19 Minuten
gekürzte Lesung
Sprecher: Michael Schwarzmaier
 

Inhalt:

Fellinger ist ein kerniger Typ: Grantelig und gradaus. So, wie die Leute eben sind. Dort, wo er lebt. In einer Kleinstadt im Bayerischen Wald. Fellinger wollte immer Polizist werden. Hat nicht geklappt. Sein Knie. Und überhaupt. Jetzt ist er Lebensmittelkontrolleur. Eines Tages beschwert sich ein anonymer Anrufer über das chinesische Restaurant im Bezirk. Vor Ort stellt Fellinger fest, dass die schwarze Soße eklig, aber unbedenklich ist. Ganz anders sieht es da im Kühlhaus aus. Dort hängt ein toter Hund am Haken. Heikel wird die Sache, als sich herausstellt, dass die Halterin verschwunden ist. Fellinger fängt an zu ermitteln … und hört nicht mehr auf!


Meine Meinung: 


Es gibt Hörbuchsprecher, die können mich packen und mitnehmen und die Zeit vergessen lassen. Sie schaffen es sogar, dass ich in der Garage im Auto hocken bleibe, nur um noch das Kapitel zu Ende zu hören. Der Herr Schwarzmaier gehört dazu.

Der eiskalte Hund wäre wahrscheinlich nur halb so gut geworden ohne ihn. Die, doch sehr bayrisch-eigenen Charaktere bekommen einen noch feineren Dialekt verpasst und auch die Nebendarsteller bleiben in Erinnerung, dank der wunderbaren Vertonung. Danke für die sächselnde Asiatin. 

Der Fellinger ist eine neue Schnüffelnase unter den bayrischen Regionalermittlern. Nur ist er eigentlich kein Ermittler, sondern ein Hygieneinspektor. Doch wenn ihm schon mal ein toter Hund im Kühlhaus eines Asia-Restaurants vor der Nase hängt, dann wird er neugierig und begibt sich auf die Suche nach der Besitzerin. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf und der Fellinger gerät immer tiefer in die Geschichte.

Oliver Kern packt nicht nur den grantigen bayrischen Charme in die Geschichte, sondern auch jede Menge Vorurteile und deftige Wortwechsel hinein. Das Tempo ist eher gemäßigt und auch die Toten sind überschaubar. Man braucht keine Angst vor zu viel Blut haben, aber dafür muss man den einen oder anderen Lacher wegstecken können z.B. wenn der Fellinger seinem nahenden Tod ins Auge sieht. Dann wird es sehr poetisch.

Mir hat der Fellinger gut gefallen, besonders die Umsetzung von Herrn Schwarzmaier fand ich gelungen und ich würde doch glatt noch einen Fall mit ihm lösen. Manchmal brauchts halt eine regionale Schnüffelnase neben den ganzen Profilern, Forensikern und Superkommissaren. 



4 von 5 Sternen

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