Sonntag, 25. September 2022

Stille blutet

Stille blutet
von
Ursula Poznanski

Stille blutet von Ursula Poznanski
Foto: Buchstabenfestival

erschienen am 01.09.2022
ISBN:9783426226896
400 Seiten
Knaur Verlag

Inhalt:

Wenige Worte machen die aufstrebende Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just über Nacht berühmt: Vor laufender Kamera kündigt sie ihre Ermordung an – zwei Stunden später ist sie tot! Ebenso ergeht es dem Blogger Gunther Marzik nach einer ganz ähnlich lautenden Ankündigung. Während die österreichische Medienwelt kopfsteht, trendet der Hashtag #inkürzetot, Nachahmer-Beiträge und Memes fluten das Netz. Wie soll die junge Ermittlerin Fina Plank im fünfköpfigen Team der Wiener »Mordgruppe« zwischen einer echten Spur, einem schlechten Scherz oder schlichtem Fake unterscheiden? Schließlich rückt Nadines Ex-Freund Tibor Glaser ins Zentrum von Finas Ermittlungen, ein aalglatter Werbefachmann und Weiberheld, der verzweifelt seine Unschuld beteuert.

Während sich die Schlinge um Tibors Hals langsam zuzieht, beobachtet von allen unbemerkt ein weiterer Spieler mit Interesse das Geschehen – und bereitet einen raffinierten Schachzug vor.

 Meine Meinung:

 Der Klappentext war vielversprechend. Eine Moderatorin kündigt ihren eigenen Tod an und stirbt tatsächlich kurz darauf. Und schon geht im Netz der Irrsinn los. Mittendrin versuchen Fina und ihr Kollege den Mörder zu finden und den Überblick zu behalten.

Der Anfang war gut gelungen. Spannend und interessant, doch je weiter die Geschichte, die leider kein Thriller war, voranschritt, desto langsamer und langatmiger wurde es. Die Charaktere waren teilweise sehr klischeebehaftet und nach dem bekannten Strickmuster aufgebaut. Junge Polizistin, die sich gegen den skeptischen Kollegen durchsetzen muss. Die Macken der Ermittelnden sind auch nicht neu und spannend. Die Fehler, die Tibor macht, sind leider vorhersehbar und teilweise auch nicht nachvollziehbar. 

Ich mochte den Schreibstil der Autorin und blieb deshalb auch dran. Begeistert hat mich das Buch leider nicht so richtig, obwohl am Ende die Geschichte wieder an Fahrt aufgenommen hatte und sich dadurch auch wieder etwas mehr Spannung aufbauen konnte. 

Schade, ich war bisher von Ursula Posnanskis Bücher begeistert gewesen.

Foto: Buchstabenfestival

3 von 5 Sternen 

Montag, 19. September 2022

In 80 Büchern um die Welt

In 80 Büchern um die Welt
 
In 80 Büchern um die Welt von Andreas Schiffmann
Foto: Buchstabenfestival
 
 erschienen am 12.09.2022
ISBN: 9783806244298
256 Seiten
wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg)
 
Übersetzung: Andreas Schiffmann, Alan Tepper

Inhalt:

Für Abenteuerlustige und Wissensdurstige: Mit Büchern um die Welt und durch alle Zeiten

Warum hielten die Menschen Jules Vernes' Reise um die Welt in 80 Tagen für eine wahre Geschichte? Wie entstand die Idee zu Mary Shelleys Frankenstein? Wann verfilmte Ang Lee Schiffbruch mit Tiger? Von der Odyssee zu Americanah, von Robinson Crusoe zu Tschick: Dieser prachtvoll ausgestattete Bildband ist eine Bereicherung für Ihre Bibliothek und ein ideales Geschenk für Buchliebhaber und Reiselustige.

Reisebeschreibungen der Weltliteratur: 80 Werke von der Antike bis heute

Ein besonderer Literatur-Bildband, der Fernweh und Abenteuerlust weckt.Verführt zum Weiterlesen in den Romanen berühmter Schriftsteller und Schriftstellerinnen. Ein Schatz voller Fakten, Anekdoten und Hintergründen für alle, die Bücher und Literaturverfilmungen lieben. Mit hochwertigen Reproduktionen von Gemälden, Landkarten, Covern und Fotos.

Foto: Buchstabenfestival

Freitag, 16. September 2022

Unsere Freundschaft ist wie ein Traum

"Unsere Freundschaft ist wie ein Traum"
von
Ayşegül Savaş

Unsere Freundschaft ist wie ein Traum von Ayşegül Savaş
Foto: Buchstabenfestival

erschienen am 10.08.2022
ISBN: 9783442719822
256 Seiten
btb Verlag

Übersetzung: Vanessa Kreitlow

Inhalt:

Istanbul – Paris: Von einer ungewöhnlichen Freundschaft und davon, an unerwarteten Orten ein Zuhause zu finden.

Nunu bezieht ein kleines Appartement in der Nähe des Gare du Nord in Paris, hat Istanbul verlassen. Die ersten Wochen sind geprägt von Schwermut und Veränderung, doch die unverhoffte Begegnung mit ihrem Lieblingsschriftsteller M. lässt eine zarte, besondere Freundschaft entstehen. Entlang der Seine, vertieft in ihre Gespräche, durchlaufen sie Paris – ihre stete Begleitung ist eine Sehnsucht, die sie beide spüren, aber nicht benennen können. Sie teilen ihre Erinnerungen an die gemeinsame Heimat Istanbul, doch nicht nur schöne werden geweckt. Mit der immer stärker werdenden Verbundenheit zu M. wächst auch Nunus Angst, zu viel preiszugeben.

 Meine Meinung:

 Für dieses Buch muss man sich etwas Zeit und Muse nehmen. Es ist schmal und mit nur 256 Seiten und dem etwas zu lockerflockigen Titel (der englische Titel passt wesentlich besser  zur Geschichte) kann schnell der Gedanke kommen, dass es sich hier um eine "leichte" Lektüre handelt. Zugegeben auch ich hatte eine etwas andere Geschichte erwartet und dadurch etwas Probleme mich in die Geschichte ein- und wohlzufühlen. So richtig hat es nicht geklappt, obwohl die Sprache schön und auch recht bildhaft war, konnte sie mich nicht einfangen und mitziehen. Vielleicht lag es an den vielen Kapiteln. Insgesamt 70 an der Zahl und teilweise so kurz, dass eine Seite ausgereicht hat. Mir fehlte der Lesefluss, der mich durch die Seiten zieht und mich mit der Geschichte mitschwimmen lässt. 

Ich werde das Buch bestimmt noch einmal zur Hand nehmen und mich mit mehr Ruhe und vor allem mit dem Wissen, was mich erwartet, an die Geschichte heranwagen.

Foto: Buchstabenfestival

3 von 5 Sternen 

Sonntag, 11. September 2022

Die Hennakünstlerin

"Die Hennakünstlerin"
von
Alka Joshi

Die Hennakünstlerin von Alka Joshi
Foto: Buchstabenfestival

erschienen am 28.06.2022
ISBN: 9783749903900
448 Seiten
HarperCollins Verlag

Übersetzung: Birte Mirbach


Inhalt:

Die junge Lakshmi entflieht einer gewaltsamen Ehe und schlägt sich bis in die pulsierende Großstadt Jaipur durch. Dort steigt sie durch Talent und unbeugsamen Willen zu einer der hochangesehensten Hennakünstlerinnen des Landes auf. Während sie wohlhabende Frauen mit meisterhaften Hennaverzierungen schmückt, erfährt sie so manches gut gehütete Geheimnis der indischen Elite. Dabei ist sie selbst stets dazu gezwungen, über ihre Herkunft zu schweigen. Als Lakshmi mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, steht ihre hart erarbeitete Freiheit auf dem Spiel. Doch sie ist nicht bereit, kampflos aufzugeben.


Meine Meinung:

Das Buch habe ich von einer Freundin empfohlen bekommen. Ich war anfangs wirklich skeptisch, ob ich mit dieser Frauengeschichte warm werden würde. Doch die Autorin hatte mich bereits nach wenigen Seiten an ihre Geschichte gefesselt und so bin ich mit ihr und Lakshmi durch Indien in den 50iger Jahren gereist.

Ich fand, dass die 50iger Jahre weniger von Bedeutung waren, denn vieles ist noch heute so, wie die Autorin es beschreibt. Das Kastensystem ist bis heute vorhanden, wenn auch nicht mehr so dominant wie in den 50iger Jahren, die arrangierten Ehen und der enorme gesellschaftliche Druck auf die Frauen sind ebenfalls noch vorhanden. 

Die Autorin erzählt von einer starken jungen Frau, die sich durch Flucht aus der Ehehölle befreit hat. Sie muss hart und sehr viel arbeiten, einige Demütigungen aushalten und ihren Stolz oft zurückstellen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Sie schafft es und wird in ihrem Kundinnenkreis geachtet und wertgeschätzt. Auch ihre Kenntnisse in der Kräuterheilkunde werden sehr geschätzt. Jedoch sind diese nicht öffentlich und werden nur unter der Hand bestellt und gekauft.

Durch Lakshmi erhält der Lesende einen kleinen Einblick in die Traditionen und Rituale indischer Familien. Man erfährt, wer was darf, wer zurückstecken muss, wessen Meinung über den anderer Menschen steht. Aber man erfährt auch viel über die Hennakunst, die indischen Leckereien und über die Kräuterheilkunde. Die Autorin hat mit Lakshmi einen starken Charakter erschaffen. Mit Malik hat sie einen treuen Freund und Helfer an ihrer Seite. Dessen Klugheit und Charme (obwohl erst ca. 8 Jahre, er weiß es selbst nicht) mich manchmal amüsiert und überrascht hat, aber er passte gut in diese Geschichte. Radha hingegen bringt ihre ganze Arbeit und ihren Ruf ins Wanken. Diesen Charakter empfand ich als schwierig und wenig sympathisch. Ich habe manchmal mit der Figur gehadert und mich gefragt, warum sie Lakshmi so in den Rücken fällt. Jedoch darf man die Zeit, die Naivität und die Vergangenheit von Radha nicht aus den Augen verlieren. 

Insgesamt war es eine leicht zu lesende, spannende und unterhaltsame Geschichte, die mich nach Indien mit den vielen Ritualen, Traditionen und Regeln gebracht hat.

Foto: Buchstabenfestival

4 von 5 Sternen