Mittwoch, 23. Mai 2018

Unsichtbare Spuren / Spiel der Teufel / Eisige Nähe

"Unsichtbare Spuren / Spiel der Teufel / Eisige Nähe" 
von 
Andreas Franz




Inhalt:

Unsichtbare Spuren

Sören Henning, Kommissar bei der Kripo Kiel, ist ein Besessener, der sich in seine Arbeit stürzt. Darüber ist seine Ehe zerbrochen. Der Grund: Vor fünf Jahren hat er einen Unschuldigen, den er des Mordes bezichtigte, hinter Gitter gebracht, der sich daraufhin umbrachte. Seitdem recherchiert Hennig, um den wahren Mörder zu finden. Als wieder ein Mord geschieht, glaubt er, dass es sich um denselben Täter handelt. Der Profiler des Teams hält dies für weit hergeholt: Einen Mörder, der nur nach dem "Zufallsprinzip" handelt, gibt es nicht! Doch Henning bleibt hartnäckig. Besonders als er selbst in das Visier des Mörders gerät.

6 CD = 410 Minuten, bearbeitete Fassung, gelesen von Stephan Benson
Lübbe Audio, 2006
 
 Spiel der Teufel

In einem Kieler Vorort wird die Leiche von Oberkommissar Gerd Wegner in seinem Auto gefunden. Die Fenster sind abgedichtet, ein Schlauch führt vom Auspuff ins Wageninnere, das Garagentor ist geschlossen, der Motor läuft. Kommissar Sören Henning und seine Kollegin Lisa Santos sind fassungslos: Kann es sein, dass sich ihr langjähriger Freund und Kollege umgebracht hat? Die schöne Witwe Nina glaubt nicht an den Selbstmord ihres Mannes, und Sören und Lisa beginnen zu ermitteln. Die Spur führt in eine Schönheitsklinik, in der jedoch nicht nur kosmetische Operationen vorgenommen werden.

6 CD = 426 Minuten, bearbeitete Fassung, gelesen von Stephan Benson 
tandem Verlag, 2008

Eisige Nähe

Der bekannte und skandalumwitterte Musikproduzent Peter Bruhns wird nach einer Party zusammen mit seiner 20-jährigen Geliebten tot in seinem Penthouse in der Nähe von Kiel aufgefunden. Zunächst scheint der Mörder im großen Kreis der
zahlreichen Feinde zu suchen zu sein, die der Tote sich gemacht hat. Doch Sören Hennig und Lisa Santos von der Kripo Kiel stoßen bald auf eine ganz andere, düstere Spur.

6 CD = 418 Minuten, bearbeitete Fassung, gelesen von Stephan Benson 
Lübbe Audio, 2010



Meine Meinung:

 
Von Andreas Franz kannte ich bisher nur die Romane um Julia Durant und war nun gespannt auf die kurze Reihe über/um die Kommissare Henning & Santos. Ich hatte vor einigen Jahren noch das Glück Andreas Franz in einer Lesung live zu erleben. Dort stellte er gerade den dritten Band aus dieser Serie vor und machte mich neugierig darauf. Das es am Ende so lange gedauert hat, liegt an meinem riesigen SUB und dem stetigen Nachschub an Krimis und Thrillern auf dem Markt.

Ich habe mir die Romane vorlesen lassen und fand alle drei Hörbücher sehr gut. Der Sprecher hat die Charaktere sehr gut herausgearbeitet und jeden einzelnen Charakter seine ganz eigene Note gegeben. Die Hauptcharaktere Henning & Santos sind Partner, sowohl bei der Arbeit als auch privat, und gelten als eines der erfolgreichsten und besten Teams bei der Kripo Kiel. Sie ergänzen sich gut und sorgen damit für Erfolge bei der Aufklärung der grausamen Fälle. 

Andreas Franz hat meistens schwere und sehr realistische Fälle, die man leider auch so schon einmal in der Presse gelesen hat. Er schaut hinter die Fassade und sieht in (menschliche) Abgründe und deckt das Böse und Grausame auf, wo man eigentlich Ordnung, Recht und Hilfe erwartet. Die Verwicklungen von Politik, Polizeigewalt und Verbreche(r)n sind interessant und erschreckend. Es passt vieles zusammen und wirkt so realistisch, dass man schon beim Zuhören Gänsehaut bekommt. 

Andreas Franz lässt nichts aus Gewalt, Menschenhandel, Bestechung, Mord, Intrigen, Drogen, sexueller Missbrauch, Vertuschung, Nötigung und jede Menge Lügen. Was mir gut gefallen hat, war sein Bezug zur Realität - die Kleinen schnappt man, die Großen lässt man laufen.

Die kleine Serie hat mich begeistert und ich bedaure es, dass keine weiteren Fälle folgen werden.

  


4 - 5 Sterne

Sonntag, 20. Mai 2018

Das achte Leben

"Das achte Leben (Für Brilka) "
von
Nino Haratischwili






 

 
erschienen am 08.09.2017
Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783548289274
  1.280 Seiten
 

Inhalt:


 Dieser Roman ist über die Literaturwelt gekommen wie ein Naturereignis: ein wuchtiges Familienepos, das am Beispiel von sechs Generationen außergewöhnlicher Frauen das ganze pralle 20. Jahrhundert mit all seinen Umbrüchen und Dramen, Katastrophen und Wundern erzählt. Vom Georgien am Vorabend des Ersten Weltkriegs bis ins Deutschland zu Anfang des neuen Millenniums spannt Nino Haratischwili den Bogen. Alles beginnt mit Stasia, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten. Mit ihrer Geburt setzt die Geschichte ein, die fortan wie ein gewaltiger Strom mit unzähligen Nebenarmen und Verwirbelungen durch Europa zieht und den Leser bis zur letzten Seite in ihrem Sog gefangen hält.

 


 
Meine Meinung: 


 Das achte Leben verlangt Geduld und Durchhaltevermögen, ein gutes Gedächtnis für Namen, Zahlen und Fakten und ein Interesse an der Geschichte von Russland und Georgien. Wenn man diese Kriterien erfüllt, kann man sich auf eine interessante, spannende und sehr detaillierte Familiengeschichte freuen. 

Ich habe für das Buch ein paar Monate benötigt, was nicht daran lag, dass es langweilig war, sondern, dass es mich immer wieder überrascht, geschockt und nachdenklich gemacht hat. Von vielen geschichtlichen Fakten und Vorfällen, von politischen Einflüssen und Intrigen wusste ich nichts und musste diese erst einmal verarbeiten. So habe ich mich Stück für Stück der Familie von Brilka genähert und mit ihnen viele schlimme und ein paar wenige gute Zeiten durchlebt (durchlesen). Man lebt förmlich in dieser Familie, denn man begleitet sie durch mehrere Generationen und durch die vielen politischen und wirtschaftlichen Ereignisse, die nicht spurlos an der Familie vorbeigegangen sind. 

Die Autorin hat alles sehr detailliert beschrieben, so dass man sich schnell ein Bild im Kopf aufbauen konnte. Sie schreibt so gut und flüssig, dass man fast schon einen Film für das eigene Kopfkino erhält. Das Buch wirkt nach und beschäftigt schon beim Lesen. 

Ja, es sind sehr viele Seiten, die einen schon mal abschrecken können, aber wer sich die Zeit und die Muse nimmt, wird mit einer grandiosen Familiengeschichte belohnt.


 5 von 5 Sternen




Donnerstag, 17. Mai 2018

Wahrheit gegen Wahrheit

"Wahrheit gegen Wahrheit" 
von 
Karen Cleveland





erschienne am 10.04.2018
  btb Verlag
ISBN: 9783442716746
 352 Seiten


Inhalt:


»Für meine Kinder würde ich alles tun. Einfach alles.«
Was, wenn dein Mann sich als dein größer Gegner entpuppt?
 
Vivian Miller ist Spionageabwehr-Analystin bei der CIA. Mit ihrem Mann Matt, einem IT-Spezialisten, und ihren Kindern lebt sie in einem Vorort von Washington, D.C. Auf diesen Tag hat sie seit zwei Jahren hingearbeitet: Mithilfe eines speziellen Algorithmus will Vivian ein Netzwerk russischer Spione in den USA enttarnen. Ihr gelingt der Zugriff auf den Computer eines russischen Agentenbetreuers. Auf eine Datei mit fünf Fotos - allesamt „Schläfer“, die auf amerikanischem Boden operieren. Doch was sie entdeckt, bringt alles, was ihr wichtig ist, in Gefahr - ihre Familie, ihre Ehe, ihren Job. Ist es den Russen gelungen, sie an ihrer einzigen Schwachstelle zu treffen? Ist Matt nicht nur ein perfekter Mann und ein perfekter Vater. Sondern am Ende auch ein perfekter Lügner?


Meine Meinung:


Wahrheit gegen Wahrheit ist für mich jetzt kein Thriller gewesen, aber ein Buch, welches man durchaus lesen kann. Die Autorin hat einen guten Schreibstil und es lässt sich schnell und flüssig lesen. 

Die Geschichte hat mich anfangs gut mitgenommen und ich fand die kleinen Überraschungen auch recht gelungen. Leider hat die Autorin das Tempo und die Spannung nicht über die ganze Geschichte halten können. Zwischendurch kamen immer wieder leicht zähe Phasen, wo man einfach nur die Geschichte wieder anschieben wollte. Ich hatte auch das Gefühl, dass sich manches wiederholt und dadurch wirkte die Geschichte etwas aufgebläht. 

Mit den Charakteren bin ich nur schwer warm geworden. Sie waren nicht unsympathisch, aber auch nicht wirklich greifbar. Ich kam mir immer wie ein Zaungast vor, der nicht hereingelassen werden soll. Die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren war irgendwie nicht so richtig stimmig und wirkte etwas gestellt.

Das Ende (die letzten drei -vier Seiten) war wiederum überraschend und gut gemacht. Sie lässt sich den Freiraum am Ende anzuknüpfen und eine Fortsetzung starten zu können. 
Für mich ist jedoch die Geschichte vollständig erzählt.




3 von 5 Sternen

Freitag, 11. Mai 2018

Belgravia

 "Belgravia" 
von 
Julian Fellowes





erschienen am 13.11.2017
Penguin Verlag
ISBN:
9783328101956
448 Seiten


Inhalt:

 »Belgravia« – mit seinem neuen Roman setzt der Schöpfer der Erfolgsserie »Downton Abbey« Julian Fellowes dem nobelsten Londoner Stadtteil ein großartiges Denkmal. Dabei entführt er seine Leser mitten ins 19. Jahrhundert, wo alter Hochadel, neureiche Unternehmer und korrupte Dienstboten aufeinandertreffen und die Liebe sich den Standesgrenzen widersetzt.



Meine Meinung: 


 "Belgravia" ist eine Geschichte, die zwei Familien miteinander verbindet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide Familien wurden durch ihre Vergangenheit miteinander verbunden und diese holt sie nun nach 25 Jahre im Jahr 1841 wieder ein. Ein junger Mann sorgt für Intrigen, Neid, Eifersucht, Irritation und Versöhnung bei den beteiligten Personen.

Julian Fellowes hat eine leicht zu lesende Geschichte geschrieben, die sehr detailliert auf das Leben 1841 eingeht. Den Anfang der Geschichte fand ich nicht so gelungen und auch etwas verwirrend, so dass ich eigentlich erst ab Seite 75 so richtig in die Geschichte reinkam. Die Charaktere sind teilweise recht gut gelungen. Die Geschichte ist nicht neu, aber der Autor versucht durch kleine Wendungen und Irrungen Spannung aufzubauen. Leider wiederholt sich der Autor recht häufig, so dass phasenweise auch etwas Langeweile entstehen konnte.  Er bedient sich fast allen Klischees aus dieser Zeit und leider ist seine Welt auch stark in schwarz und weiß eingeteilt.  Zudem weiß man recht schnell wie die Geschichte ausgehen wird.

So, richtig überzeugt hat mich seine Geschichte nicht. Als Serie mit großer Ausstattung und Kulisse könnte die Geschichte jedoch funktionieren.





3 von 5 Sternen

Dienstag, 8. Mai 2018

Sehnsucht Israel

"Sehnsucht Israel"
 von 
Tom Franz




erschienen am 26.02.2018
Gütersloher Verlagshaus
ISBN: 9783579086804
 256 Seiten


Inhalt:

Man nehme eine sympathische Persönlichkeit, eine spannende, länderübergreifende Lebensgeschichte und würze mit dem Trendthema Kochen – fertig ist ein wunderbares Buch für viele Geschmäcker.

Als Tom Franz 2013 Sieger der israelischen Ausgabe des Fernseh-Kochwettbewerbs »MasterChef« wurde, lebte er schon neun Jahre als konvertierter Jude in Israel. Popularität und Beliebtheit des »kulinarischen Botschafters« und »Brückenbauers« zwischen Israel und Deutschland sind eng verknüpft mit seiner besonderen Vita. In diesem Buch erzählt Tom Franz, wie aus einem Anwalt ohne Leidenschaft ein leidenschaftlicher Koch und Jude wurde.


Meine Meinung:


Eine Reise durch die Kulturen und mitten hinein in eine Religion, die in der heutigen Zeit häufig missverstanden wird. Tom Franz erzählt von seinem Weg zum Judentum und vom Juristen zum Koch.

Seine Biografie hatte viele spannende und interessante Seiten, die mir neues aufgezeigt und nahe gebracht haben. Besonders hatte ich mich auf das Kochen und seine Teilnahme an der Show MasterChef gefreut. Leider war dieser Abschnitt relativ kurz (für mich zu kurz). Ich fand es interessant zu erfahren, was sich hinter dem Schabbat und dem koscheren Essen verbirgt und was man alles dabei beachten muss.

Was meine Begeisterung etwas ausgebremst hat, war nicht nur der geringe Kochanteil, sondern auch der etwas träge und schleppende Schreibstil. Phasenweise meint man den Juristen sehr stark herauszulesen. Das Buch ist leider nicht so flüssig zu lesen, was ich etwas anstrengend und schade fand.

Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen zu lesen, um neue Einblicke in das Land und das Leben in Israel und das Judentum zu erhalten.




  3 von 5 Sternen

Samstag, 5. Mai 2018

Die störrische Braut

"Die störrische Braut" 
von 
Anne Tyler



erschienen am 09.01.2018
 Penguin Verlag
ISBN: 9783328101819
224 Seiten



Inhalt:

Kate Battista ist frustriert. Während sie ihrem exzentrischen Vater brav den Haushalt führt, hat ihre jüngere Schwester Bunny nur Flausen im Kopf. Und auch in ihrem Kindergartenjob gibt es immer nur Ärger. Professor Battista hat derweil andere Sorgen. Die Aufenthaltsgenehmigung seines brillanten weißrussischen Laborassistenten Pjotr läuft bald ab. Der Professor heckt einen Plan aus und verlässt sich dabei wie immer auf seine ältere Tochter. Doch Kate sieht rot.

In ihrer furiosen Neuinterpretation von Shakespeares Komödie »Der Widerspenstigen Zähmung« stellt Anne Tyler das Verhältnis zwischen Vätern, Töchtern und Ehemännern auf den Kopf – herrlich turbulent und voller Situationskomik.



Meine Meinung:

Als furios würde ich die Neuinterpretation nicht bezeichnen, aber sie ist unterhaltsam und kurzweilig. Ideal, um mit Kate und ihrer Familie ein Wochenende zu verbringen. 

Kate ist sehr direkt, herrlich sturr und eigenwillig und doch ein Mensch mit einem großen Herzen. Sie hat einen Job, der sie nicht wirklich ausfüllt und für den sie auch nicht so richtig gut geeignet ist. Sie hat einen Vater, der sie als kostenlose Reinigungskraft und Haushaltshilfe ansieht und ihre Schwester ist nur da, wenn sie etwas will. Sie kann nur begrenzt kochen (schauderhaftes Wochengericht) und hat auch sonst schon etwas den Spaß am Leben verloren. Doch dann kommt ihr Vater mit einem Mann nach Hause und das eingefahrene Leben bekommt auf einmal eine ganz andere Richtung. Die Sticheleien und Verwirrungen (aufgrund von Sprachbarrieren) zwischen dem Vater, Kate und Pjotr sind teilweise wunderbar, teilweise bekannt und etwas abgenutzt. Mich hat die ganze Geschichte an den Film "Green Card" erinnert. 

Es ist eine leichte und sehr gut geschriebene Geschichte, die nicht viel vom Leser fordert, außer etwas Zeit und Muse.





3 von 5 Sternen

Mittwoch, 2. Mai 2018

Die Vergessenen

"Die Vergessenen" 
von 
Ellen Sandberg




erschienen am 27.12.2017 
Penguin Verlag
ISBN: 9783328100898 
512 Seiten


Inhalt:

1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat.


Meine Meinung:


Ein Buch, was mich nicht mehr losgelassen hat. 
Es hat mich nachdenklich und traurig gestimmt, da man weiß, dass die Geschichte wahr ist (auch wenn die Figuren fiktiv sind). 

Ellen Sandberg baut die Geschichte langsam auf und wird mit jeder Seite spannender und eindringlicher. Immer mehr Verbindungen und Verstrickungen werden aufgedeckt. Überraschungen sorgen für Gänsehaut und Entsetzen bei der Hauptfigur Vera und bei dem Leser. Als ihre Tante einen Schlaganfall und kurz darauf ihr Cousin ermordet wird, ist die Familie entsetzt. Vera muss feststellen, dass sie so manches Detail aus der eigenen Familiengeschichte nicht kennt und nun weiß sie nicht, was sie glauben und wie sie mit den ganzen Informationen umgehen soll. Da sie Journalistin ist, wird sie neugierig und recherchiert. Dabei wirbelt sie viel Staub auf, der auch schlafende Geister weckt. 

Die Geschichte ist spannend, interessant und beklemmend, denn es behandelt das Thema Euthanasie während der Nazizeit (Aktion T4) und zeigt wie die Nazis kranke und behinderte Menschen als unwertes Leben abgestempelt und am Ende auch getötet haben. Ellen Sandberg beschreibt sehr detailliert wie die Ärzte und Schwestern dabei vorgegangen sind. Und wie selbst nach Jahrzehnten, die noch lebenden Ärzte kein Unrechtsbewußtsein für ihre Taten entwickelt haben.

Ellen Sandberg kann sehr gut schreiben, sehr eindringlich und klar. Sie schafft es aber auch Hauptcharaktere zu entwickeln, die man versteht und teilweise auch sympathisch findet. Einzig die Wiederholungen von bestimmten Geschehnissen (aus dem Leben von Manolis) sind etwas anstrengend, weil es mich immer wieder aus der "Vera"-Geschichte herausgerissen hat. Dadurch wird diese unnötig in die Länge gezogen, was mir nicht ganz so gut gefallen hat. 

Es ist kein richtiger Krimi. Es ist auch mehr als eine Familiengeschichte oder ein Geschichtsbuch. Es ist eine gute Mischung aus allem.





4 von 5 Sternen